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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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gewundener, fadenförmiger Schlauch nach Abheben eines kleinen Deckels heraus, wobei dessen schleimigerInhalt an die Aussenseite gelangt und verquillt.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familie weisen auf einen näheren Anschluss an dieOenotheraceen, Myrtaceen, Punicaceen, Blattiaceen und Combretaceen hin. Sie bleiben aber durch ihrebesonderen Merkmale wie ganzrandige Laubblätter, perigyne Blüten, grosser Abstand zwischen derEinfügungsstelle der Blumenkrone und der Staubblätter, endospermlose Samen, einfacher Griffel, von allendiesen Familien getrennt. Die näheren Beziehungen zu den Oenotheraceen sind durch die serodiagnoslisdienUntersuchungen von Kohz bestätigt worden, der ausserdem noch Beziehungen zu den Saxifragaceen undHamamelidaceen nachzuweisen vermochte. Die Stellung der Familie muss demnach am Myrtales.Stamm gesuchtwerden, an dem sie als zweifellose Vorläufer der Oenotheraceen zwischen diese und die etwas entfernterenSaxifragaceen stehen. Sie erhalten nach K. Kohz dadurch eine Stellung, die sie zu der am tiefsten stehendenFamilie unter allen mit bikollateralen Leitbündeln versehenen Myrtales macht. Dieser Einreihung entsprechenauch die morphologischen Verhältnisse. Der Fruchtknoten steht in ursprünglicher Weise noch völlig frei imGrunde des Achsenbechers, während er bei den höher entwickelten Familien mit dem axillären Gewebevollkommen verwachsen ist. Durch das Gynaezeum erheben sich die Lythraceen nicht über die Thymelaeaceen,nähern sich aber durch den Besitz der kollateralen Leitbündel den höher stehenden Myrtales. Zu derselbengenetischen Verwandtschaft ist Tischler durch seine Untersuchungen der Embryosackentwicklung bei LythrumSalicaria gelangt. Bei den Oenotheraceen geht der Embryosade aus der obersten der 4 Tetradenzellenhervor. Sein Kern durchläuft nur 2 Teilungen und die 4 Tochterkerne liefern den Eiapparat und den Polkern.Lythrum Salicaria bildet eine Uebergangsstufe von den normalen Verhältnissen zu diesem nicht häufigenVerhalten. Seine Embryosäcke entstehen aus der untersten Tetradenzelle. Es entstehen darauf in jedemEmbryosade die 8 Kerne in gewohnter Weise. Dann aber degenerieren die Antipoden.Kerne frühzeitig, sodassauch hier nur der Eiapparat und der diploide Polkern übrig bleibt.

Als die ältesten Typen werden die Gattungen Nesaea und Ammannia betrachtet, die als Ausgangs»punkte für die Tribus der Nesaeeae, bezw. für die der Lythr6ae gelten. Fossil kennt man nur Laubblatt"reste, die unter dem Namen Lawsönia Europeea Ettingsh. aus der Eozänflora des Londontons der InselSheppey beschrieben worden sind, deren Nachprüfung aber noch nicht erfolgt ist, ferner La wsonia«ähnlicheSamen aus dem niederrheinischen Miozän.

Zu den Lythreae zählen 2 Subtribus. Bei den Lythrxnae sind die Samen ungeflügelt, und fallsdie Samensdiale eine Randverdickung besitzt, so sind die Blüten 2.seitig=symmetrisch. Hierzu gehören ausserLythrum und Peplus folgende Gattungen! Rotäla L. Meist 1-jährige, kleine, kahle Kräuter mit drüsen.punktlosen Laubblättern, 3. bis 6»zähligen Blüten und sehr zierlich und fein gestreiften Kapselwänden.R. verticilldris L. aus Ostindien, Ceylon und Sumatra und R. filiförmis (Bellardi) Hiern. aus demsüdlicheren Afrika finden sich bisweilen eingeschleppt in norditalienischen Reisfeldern. Ammännia 1 ) L.Diese von Rotala durch nie quergestreifte Kapselwände abweichende Gattung steht Peplis (s.u.) sehr nahe,besitzt aber blattwinkelständige, 3» bis mehrblütige Dichasien und typisch 4>zählige Blüten. Ihre Arten sindBewohner nasser Standorte. A. baeeifera L., aus Afrika, Süd. und Ostasien und Australien, enthält einenblasenziehenden Stoff, der angeblich wirksamer und weniger schmerzhaft als Canthariden wirken soll. Ein«geschleppt in Südeuropa finden sich von dieser Art die subsp. viridis (Hörnern.) Koehne (Astrachan) unddie subsp. Aegyptiaca (Willd.) Koehne (Reisfelder bei Pavia, Astrachan). Eine in Südeuropa (Norditalienvom Ticino und Mailand, Verona und Padua bis Florenz, Calabrien, Montenegro, Serbien, Siebenbürgen undAstrachan [stellenweise vielleicht mit dem Reisbau in Verbindung stehend], Kleinasien bis Afghanistan)heimische Art ist A. ver t ic illä t a (Arduino) Lam. Woodfördia 8 ) Salisb. Sträucher mit gegenständigen,unterseits drüsig punktierten Laubblättern und typisch 6-zähligen, in Trauben oder Rispen stehenden Blüten mitengröhrigem Achsenbecher. Von ihren 2 Arten besitzt W. fruticösa (L.) S. Kurz (= W. floribünda Salisb.),grössere Bedeutung. 1, 3 bis 5 m hoher Strauch mit sitzenden oder sehr kurz gestielten, 4 bis 14 cm langenund 1 bis 4 cm breiten, am Grunde abgerundeten oder herzförmig.lanzettlichen, grau, oder silberweissbehaarten oder fast kahlen Laubblättern. Rispen 1., 2. bis 15=blütig. Kelch 9 bis 15 mm lang, über demGrunde ± ringförmig zusammengezogen, kahl oder behaart, mit verkehrt-eiförmigen Kelchzähnen. Kronblättersattrosafarben. Heimat: Madagaskar, Comoren, Südasien. Die bei uns in Botanischen Gärten gezogenePflanze enthält in der Rinde ein Gummi. In den Blüten und Früchten tritt ein roter Farbstoff auf, der,vermengt mit färbenden Teilen von Morinda. Arten (Rubiaceen) zum Färben von Baumwolle verwendet wirdund bereits den alten Griechen bekannt war. Im Sanskrit führt die Pflanze den Namen Agnivala (Feuer.

l ) Benannt nach dem 1691 zu Leipzig verstorbenen Professor Paul Ammann.

a ) Benannt nach dem Engländer James Woodford, der eine Flora Edinensensis (Edinburgh, 1824)

schrieb.