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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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besitzt. Bei sehr vielen Arten finden sich zwischen den Kelchzähnen als Nebenblattgebilde gedeutete Kelch«anhängsei (Zwischenzähne"), die oft grösser als die Kelchzipfel selbst sind. Sie fehlen aber manchen Artenoder auch ganzen Gattungen. Der fast ausnahmslos bis zur Fruchtreife erhalten bleibende Achsenbecher istfast stets von doppelt so viel Nerven durchzogen, als er Kelchblätter trägt. Die vorwiegend roten, seltengelben Kronblätter sind stets zwischen den Kelchblättern eingefügt, in der Knospenlage oft zerknittert, hinfällig,selten bleibend. Bei manchen Arten sind sie auffallend klein oder fehlen ganz. In letzterem Falle ist aberder Kelch zu einem ± auffallenden Schauapparat ausgebildet, sofern es sich nicht um kleistogame Blütenhandelt. Bei vielen zygomorphen Arten von Cuphea und Pleuröphora findet regelmässig eine Unter«drückung eines Teiles der Kronblätter statt. Dieselbe Erscheinung findet sich auch bei den Staubblättern, diebei den typischen Arten in 2 oft gleich hohen Kreisen stehen. Sie können so weitgehend schwinden, dassdie Blüte nur noch ein einziges Staubblatt enthält. Andererseits kann aber ihre Zahl durch Spaltung bis aufweit über 100 steigen. Auch die Zahl der Fruchtblätter ist nicht konstant und kann zwischen 1 (bei Ammänniamicrocärpa DC.) und 6 (bei Heimia Link, Lagerstrdemia L.) schwanken, beläuft sich aber in derRegel auf 2, die median oder transversal gestellt sind. Der vollkommen frei im Grunde des Achsenbechersstehende, fast stets kahle Fruchtknoten ist bei vielen Arten von einem mitunter nur einseitig entwickeltenDiskus umgeben. Der stets einfache nur bei der Gattung Cuphea behaarte Griffel wird mit Ausnahmevon einigen Cuphea«Arten mit 2«lappiger Narbe immer von einer kleinen, ungeteilten Narbeabgeschlossen. Die Ausbildung der Scheidewände hat die Grundlage zur Bildung von 2 Tribus gegeben.

Bei den Nesaeöae sind sie lückenlos und verbinden un.unterbrochen den Scheitel der Plazenta mit dem Grunde desGriffels. Bei den L y t h r 6 a e dagegen zeigen sie oberhalbder Placenta stets eine Oeffnung, welche die Form eines feinen,kaum sichtbaren Spaltes bis zu einer weit klaffenden Oeffnungbesitzen kann; bisweilen sogar können die Scheidewände soweit schwinden, dass sie nur noch als schmale, wandständigeLeisten in die Erscheinung treten. Die Zahl der Samenanlagenist meist sehr beträchtlich; doch kommen bei Rotäla undvielen Cuphea«Arten auch Verminderung bis zur 3« und2«Zahl vor. Auffallend und einzigartig ist die Oeffnungsweiseder dünnhäutigen Frucht von Cuphea, bei der sich zuerstder Kelch und dann die Frucht längs ihrer Rückenlinie spaltet,worauf die Plazenta herausgedrängt wird und sich schrägrückwärts stellt, um so die Samen abfallen zu lassen. Die biszur Wende des vergangenen Jahrhunderts nur bei einemkleineren Teile der Gattungen und nur in der Achse fest«gestellten bikollateralen Leitbündel finden sich nach L. Eber-lein (Beiträge zur anatomischen Charakteristik der Lythraceen, 1904) bei 17 untersuchten Gattungen in dengrossen und kleineren Leitbündeln und dürften wahrscheinlich der ganzen Familie eigen sein. An den unter«getauchten Stengelteilen wasserbewohnender Arten ist die Ausbildung eines schwammigen, luftführendenGewebes (eines Aerendvyms), das besonders für L ythrum« Arten genauer untersucht worden ist (vgl. pag. 759)eine häufige Erscheinung. Im Holze treten schmale Markstrahlen, einfach durchbrochene Gefässe und einfachgetüpfeltes Holzprosenchym auf. Die Rinde ermangelt eines durchlaufenden Sklerenchymrings. Bei manchenArten, z.B. Peplis Portula sind im Rindenparenchym besondere Luftkanäle festgestellt worden. Sehrverbreitet ist das Auftreten einer verschleimten Laubblattepidermis, obgleich die Lythraceen grossenteils anfeuchte Standorte gebunden sind. Die keinem besonderen Typus angehörenden Spaltöffnungen sind von mehrerengewöhnlichen und nicht in besonderer Anordnung gelagerten Zellen umgeben. Der oxalsaure Kalk findetsich vorzugsweise in Form von Drusen oder Sphäriten, neben denen klumpige Kristallgebilde, kleine Stäbchen«oder nadeiförmige, körnige Kristallkörper, sowie Körnerkor,glomerationen auftreten. Gewöhnliche rhom»boedrische Kristalle sind selten. Bezüglich der zahlreichen, für die einzelnen Gattungen, bezw. Artenbezeichnenden anatomischen Eigenarten sei auf die von Eber lein gegebene Uebersicht verwiesen.

Die Bestäubungseinrichtungen der Lythraceen sind mehrfach untersucht worden. Nicht wenige Artenbesitzen nur kleistogame Blüten ohne oder mit verkümmerter Krone oder bestäuben sich selbst. Die Mehrzahlist jedoch auf Insektenbesuch und Fremdbestäubung angewiesen. Auch ornithophile Blüten, die von Kolibrisbesucht werden, sind festgestellt worden. Die ausgesprochensten Anpassungen an den Insektenbesuch äussernsich im zygomorphen Blütenbau einzelner Gattungen (z. B. Cuphea) und in der Heterostylie, die in ver»schiedener Ausbildung anzutreffen ist. Dimorphe Blüten, mit 2 verschiedenen Griffel® und Staubblatt=Längen,können bei der Anwesenheit von 1 oder 2 Staubblattkreisen auftreten. Trimorphe Blüten sind nur bei der

Fig. 2158. Lythrum Salicaria L. Darstellung derlegitimen Verbindung, a Langgriffelige Bliite. b Mittel-griffelige Blüte, c Kurzgriffelige Bliite. Die Pfeilrich-tungen deuten an, aus welchen Staubbeuteln der Pollenauf die Narbe einer der 3 Formen gelangen muss, umeine legitime Verbindung mit vollkommener Fruchtbar-keit zu ergeben (nach C. D a r w i n bei K n u t h).