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nehmen auch pollensuchende Insekten die Bestäubung. So beobachtete V e r h o e f f auf Norderney einenSyrphus Ri belli L. auf den honiglosen Blüten. Servettaz erwähnt Ameisen (Förmica rüfa L.), dieauf ihren Beutezügen nach Milben usw. oft völlig von Pollenstaub überpudert sind. Audi P a 1 m g r e n berichtet vonähnlichen Beobachtungen; doch hält er eine Uebertragung des Pollens auf diese Weise für ausgeschlossen. In denersten Jahren stellt der Sanddorn einen sparrigen Strauch dar, dessen Höhe meist zwischen 1 bis 3 m schwankt.An vielen Orten verharrt er bis zu seinem Absterben in diesem Zustand. Gelegentlich aber, namentlich beiFreistand, wächst er sich zu einem allerdings nicht kräftigen Baum aus, dessen Höhe bis zu 10,5 m angegebenwird. Da die Pflanze ausgesprochen heliophil ist, so sterben die unteren Aeste stets ab, so dass das Laubwerkdadurch auf eine äusserst dünne, gewölbte Krone von dicht übereinander stehenden, nach aussen spreizendenAesten beschränkt ist, unter der sich die abgestorbenen Teile häufig als netzartiges, dunkelfarbiges Geflechterhalten. Der Stamm ist meist schwärzlichgrau, knotig, oft phantastisch gewunden oder stark gebogen. DieKrone kann bisweilen pinienartige Gestalt annehmen. Die Lebensdauer ist sehr verschieden. Auf Borkum
z. B. sollen, wie oben ausgeführtwurde, ganze Bestände mit etwa7 Jahren absterben. Palmgrengibt für die Alands=Inseln einedurchschnittliche Lebensdauervon 30 bis 40 Jahren und einMaximalalter von etwa 80 Jahrenan. Letzteres wird auch vonFr. Kann giesser (ZurLebens«dauer der Holzgewächse. Flora,1909) für Bäume in Smortaweangeführt. Die stärksten Stämme(mit 90 cm Durchmesser) sindvon den Alands-Inseln bekannt.Die Laubblätter zeigen einenxeromorphen Bau. Allerdingsist die Epidermis kaum verdickt,dafür aber durch eine bis 5 Lagenstarke Schicht von Schildhaarenüberdeckt (über deren Entwick-lung vgl. Fig. 2051 a bis e). NachKerner, sowie nach Lämmer«m e y e r (Verbreitung der weissenFarbe im Pflanzenreich. Aus derNatur. Bd. VI, 1911) könntedieser Ueberzug von luft erfülltenzu den (nur auf der Spreiten«Unterseite entwickelten und dem Ranunculus.Typus angehörigen) Spaltöffnungen zu verwehren. Das Palisaden«gewebe ist sehr kräftig entwickelt (Fig. 2157f). An den Niederblättern treten die Spaltöffnungen auf beidenFlächen auf (Fig. 2157d und e). Trotz dieses xeromorphen Baues ist aber Hippophae rhamnoides keineswegs einausgesprochener Xerophyt. Vielmehr ist er — auch gegen vorübergehenden — Wassermangel empfindlich und rolltz. B. über Sommer, sobald sich der Grundwasserspiegel unter die tiefer gelegenen Wurzeln senkt, sehr bald dieLaubblätter ein und lässt sie mit allen Zeichen der Verwelkung hängen. Eine Vertiefung des Flussbettes führtunbedingt zu seinem Absterben. Ueber weitere anatomische Einzelheiten vgl. die Monographie von Servettaz.
Ausser zur Festigung loser Böden und zur Schaffung natürlicher Hecken wird der Sanddorn seinerleuchtend orangeroten Früchte wegen seit der Rokokozeit in Gärten, nach Bleuel gegenwärtig auch als Futter«pflanze für Fasanen angepflanzt. Auch auf dem Pamir»Plateau ist er häufig als Gartenpflanze anzutreffen.Das feinfaserige, mittelschwere bis schwere Holz wird hie und da zu Drechslerarbeiten verwendet. Wegen seinesGehaltes an Quercitin kann es, ebenso wie die Laubblätter, zum Gelb« und Braunfärben benützt werden.Die Scheinbeeren (Sandbeeren) enthalten viel (namentlich an Ca gebundene) Apfelsäure, Quercitin, fettes Oel,Mannit, angeblich auch Weinsäure (nach Wittstein) und Buttersäure (nach Graebner). Sie schmeckensauer und schwach aromatisch und werden in den nördlichen Ländern als Zugabe zu Fischbrühen genossenoder (bei den Finnen) zu Mus verarbeitet. In England bereitet man eine Marmelade daraus. Früher dientensie auch zur Herstellung von Latwergen gegen die „rote Ruhr". Die Samen galten als leicht abführendesMittel. Im Altertum wurde die Pflanze in der Tierheilkunde benützt. Die Fruchtzweige kommen an manchen
Fig.2157. Hippophae rhamnoides L. a Junge Wurzeltriebe. & Querschnitt durch einunterirdisches Schuppenblatt eines Ausläufers, c Ausschnitt daraus, d Spaltöffnungsapparatvon der Oberseite eines Schuppenblattes, e Desgl von der Unterseite. / Querschnitt durch einLaubblatt, g Spaltöffnungen von oben, h, i und k Männliche Blüte geschlossen und sichöffnend. I Keimblatt, tu Querschnitt durch das Keimblatt (Schnittebene a bis b der Fig. /).n Spaltöffnungsapparat des Keimblattes. — H. Tliibetana Schlecht, o Querschnitt durchdas Laubblatt ( a nach Gra ebner, h bis k nach Kerner,die übrigen Figuren nach Servettaz).
Haaren auch in Beziehung dazu stehen, dem Tau und Nebel den Zutritt