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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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An den sandigen Küsten der Nord- und Ostsee ist der Sanddorn ein äusserst charakteristischerBewohner der Binnen.Dünen und Dünentäler und spielt für deren Befestigung eine bedeutende Rolle. AufBorkum z. B. stellt er sich nach der ersten Festigung des losen Sandes durch Ammophila arenaria, Triticumjunceum, Phleum arenarium, Elymus arenarius, Carex arenaria, Salsola Kali, Cakile maritima, Viola tricolorvar. sabulosa usw. als Vorläufer von Weiden (namentlich S. repens) ein oder überzieht in geschlossenenBeständen auf weite Strecken hin flache Mulden (Fig. 2154). Gegen die Windwirkung ist er ziemlichunempfindlich und erscheint daher bisweilen auch auf den Dünenkämmen. Allerdings werden seine derWindseite zugekehrten Aeste und Zweige dann geschoren und die Stämme seitwärts abgebogen. Eigenartig isteine Sukzession, die von Buchenau in den Dünentälern beobachtet worden ist. Der Sanddorn bildet dortoft dichte, verwirrte Massen, in derem Schutze sich Gräser und mancherlei Stauden, z. B. PotentillaAnserina und Pirola.Arten 1 ) ansiedeln. Die abgestorbenen Teile dieser Gewächse können wegen der wind,brechenden Macht der Sanddornhecken durch den Sturm nicht fortgeführtwerden, verwesen und bilden eine für Wasser wenig durchlässige Humus"

Schicht. Das Regenwasser bleibt daher während des Frühlings und bis inden Frühsommer hinein stehen, die Mulde (Delle) versumpft. Damit ist dasSchicksal des Sanddorns besiegelt j er stirbt ab und zwar tritt dieseErscheinung im ganzen Dünental fast gleichzeitig ein.*) Nach den Aussagender .Insulaner" nimmt diese ganze Entwicklung durchschnittlich 7 Jahre inAnspruch, Die schwarzen, ineinander geflochtenen Dornmassen wider»stehen auf Jahre hinaus den Einflüssen der Atmosphärilien und machendie betroffenen Strecken für lange völlig unzugänglich. Ein vorzeitigesAbbrennen würde nach den Beobachtungen von Servettaz nutzlos sein,da der Sanddorn sich dann ausserordentlich stark durch seine Wurzel»ausläufer vermehren würde. An den Steilküsten der Ostsee bei Putzig undNeustadt gehören nach P r e u s s zu den spärlichen Begleitern der dortDoorn»busch* genannten dichten Gestrüppe Vicia hirsuta und V. Cracca, sowie Lathy«ras pratensis, an anderen Orten auch Calamagrostis Epigeios, Rubus caesius,

Lalhyrus maritimus, Fragaria collina, Lithospermum officinale und SolidagoVirga aurea. Von den holländischen Dünen werden Asparagus officinalis,

Sambucus nigra, Solanum Dulcamara und Bryonia dioeca genannt. Ueberdie Ursprünglichkeit des Strauches an den deutschen Meeresküsten sinddie Meinungen geteilt; doch liegt nach Ascherson und Graebnerwenigstens für die Ostseeküste kein triftiger Grund vor, das Indeginat desStrauches in Frage zu ziehen. Nach Warming erfolgt die Verbreitungz. T. durch das Meer (Ausläufer wurden an der dänischen Küste an»geschwemmt). Preuss hält nur die Vorkommen an den Steilküsten fürursprünglich und erklärt diejenigen in den Dünen, namentlich in dengrauen Dünen, für künstlich oder doch wenigstens erst von den Steilküstenaus besiedelt. Zweifellos ist auch der Sanddorn an vielen Orten zur Festigungder gefährdeten Dünen eingeführt worden, wie das z.B. Brandow fürden Küstenstreifen östlich der Weichsel hat nachweisen können. Bezüglichder Nordseeküste hat Buchenau seine ursprüngliche Ansicht, Hippophaerhamnoides sei auf allen westlichen ostfriesischen Inseln in der Mitte des 18. Jahr»hunderts angepflanzt worden (Flora der nordwestdeutschen Tiefebene, 1894),später (Abhandlungen des Naturwissensch. Verein Bremen, 1903) dahineingeschränkt, dass der Strauch doch wohl zum mindesten auf Borkum alseinheimisch zu betrachten sei. Auf der Helgoländer Düne ist er nachDalla Torre nachweislich gepflanzt.

Hinsichtlich seiner Bodenansprüche kann der Sanddorn, wie schonSendtner, Unger und neuerdings PaImgren betonen, als kalkholdbezeichnet werden, wenn er auch nach Servettazles terrains trop calcaires" fliehen soll und Adamovicihn überhaupt nicht zu den Kalkgewächsen, sondern zu den Salzpflanzen rechnet. Zu einer solchen

') Pyrola rotundifolia L., die auf Borkum in Unmasse gesammelt und den Badegästen unter demNamen »Maiglöckchen" zum Kauf angeboten wird, führt nur noch in solchen dornigen Gestrüppen einsicheres Dasein.

a ) Nach Palmgren sind die bedingten Ursachen vielleicht Wurzelröte und Erschöpfung des Bodens.

Fig. 2153. Hippophae rhamnoides L.a Schematisierter Sprossbau mit Aus-läufern. b Wurzelanschwellungen, c Quer-schnitt durch eine verpilzte Wurzelan-schwellung [ a befallene Zellen; b pilzfreieZellen], d Ausschnitt eines Querschnittesnahe einer Zweigspitze, e Querschnittdurch einen Dorn. / SchematisierterQuerschnitt durch das Laubblatt. ^Staub-beutel. h Pollenkorn, i lntegument desSamens [ep Epidermis, t Tannin führendeZellen, d innere Grenze des inneren In-tegumentes, alb. Albumin führende Frucht,cot KotyledonJ. (Nach Servettaz).