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i ständig feuchte bis nasse und bessere Böden als Unterlage erfordern, gehen an den ausgesprochenen Hippophae.Standorten über Sommer zugrunde, eine Erscheinung, die sich auch dann feststellen lässt, wenn diese Sträucheraus Unkenntnis ihrer ökologischen Ansprüche künstlich in Kulturen (Hegern) dort angepflanzt werden. Der nächsteökologische Anschluss ist zweifellos bei dem Myricarietum der sandigen Kiesflächen zu suchen, in welchem das Hippo.phaetum daher bisweilen an zusagenden Plätzen in Fragmenten auftaucht. Ein Festhalten der einmal eingenommenenOrte wird durch die Entwicklung eines reichen und z. T. tiefgehenden Wurzelgeflechtes — die Hauptwurzelerreicht bis 1,2 m Länge —, sowie durch die Ausläufer gewährleistet, an denen in grosser Zahl neue Triebe(Fig. 2153 a) entstehen. Eine wertvolle Hilfe stellen dabei ausserdem die bisweilen schon mit blossem Augegut sichtbaren Knöllchen an den Wurzelfasern dar (Fig. 2153 b), deren wachstumsbegünstigender Einfluss z. B.schon von Servettaz durch Versuche nachgewiesen worden ist, deren symbiotisches Verhältnis aber nochkeine endgültige Lösung gefunden hat. Nach R. C h o d a t dürfte es sich um eine Bakteriensymbiose nach Art der
Leguminosen handeln, nach Voronine um einenSchinia dlni genannten Pilz, nach Gravis um2 Arten (Plasmodiöphora und Schinzia sp.), nachMo eil er und Frank um einen spezifischen Pilz,nach War min g und Nawaschine um einenMyxomyceten. Oft begleiten die fast undurchdring«liehen Sanddorngestrüppe als i schmale Bänder denLauf der Gewässer oder breiten sich auf den vondiesen aufgeworfenen Kiesebenen am Einfluss von Seenaus. Nach Servettaz hängt dieses Auftreten mitder Verbreitung der schwimmfähigen Schembeerendurch das Wasser zusammen. Nach Kerner kommenauch abgerissene Wurzelstücke dafür in Betracht.SelbsC[abgebrochene, alte, dicke Holzteile besitzendie Fähigkeit sich wieder zu bewurzeln (der Strauchkönnte daher als Faschine auf gefährdeten Fluss.und Teichdämmen angepflanzt werden). Keimpflanzensind, wie Siegrist für den Lauf der Aare und A.Palmgren für die Alands-Inseln festgestellt haben,recht selten anzutreffen. Vögel scheinen, obgleichsie in den Dickichten vielfach Brutstätten errichtenoder sonst Unterschlupf darin suchen, zur Samen.Verbreitung weniger beizutragen. P. Graebner (DasPflanzenleben der Dünen. Dünenbuch, 1910) stellt fürdie Verhältnisse der deutschen Ostseeküste sogardie Behauptung auf, dass die Vögel die Beeren ihresButtersäure.Gehaltes (1) wegen verschmähen und siehöchstens in Zeiten grosser Not fressen (besonders die Schwarzdrossel). Dagegen hält Palmgren eine Ver«breitung durch kleine Vögel über jeden Zweifel erhaben; Krähen fressen nach seiner und auch nach Buchenau'sAngabe die Beeren gierig. Nach A. Heintze kommen ferner Kolkraben, Elstern, Alpendohlen und Birken,drosseln in Betracht. Für Fasanen wird der Sanddorn sogar absichtlich gepflanzt. Fraglich bleibt dabei nur,inwieweit die Samen ungeschädigt den Vogeldarm wieder verlassen. Ein von Servettaz gehaltener Eichelhäher,der die Beeren sehr gern annahm, gab nur geschädigte Samen wieder ab. Bemerkt sei, dass auch nach Kerner die ausExkrementen von Schweinen entnommenen Samen eine nur sehr geringe Keimfähigkeit besitzen. Nach Servettazdürften indes vereinzelt liegende Hippophae. Vorkommnisse abseits von den Flussläufen durch Vögel bedingtsein, die diese gewohnheitsmässig beim Abflug „une poire pour la soif" im Schnabel forttragen und, wennsie vom Schmause der „Sandbeeren" kommen, diese häufig vorzeitig verlieren. Das weitere Schicksal derSanddorngebüsche steht namentlich im Zusammenhang mit ihrer grossen Lichtbedürftigkeit. Die Astreinigungim Inneren der Gestrüppe ist ziemlich bedeutend und bedingt die Anhäufung von Humusstoffen. UnterdrückteSträucher sterben ganz ab ; der Bestand erhält Lücken und bietet dann den Weiden und Erlen (in tieferen Lagenden Vorläufern des Auenwaldes) auf fruchtbaren Böden, der Kiefer auf trockenen Böden Ansiedelungsmöglich,keiten. Im ersteren Fall vollzieht sich der Rückgang des Sanddorns, ziemlich rasch, indem raschwüchsige Weiden(wie Salix incana, S. purpurea, S. fragilis, S. cinerea) die zur Vernichtung führende Lichtabdämmung hervor,rufen •, im zweiten Falle kann sich der Rückgang über viele Jahrzehnte erstrecken, sodass die edaphischbedingten lichtdurchlässigen Kiefernwäldchen selbst noch in höherem Alter einen ± lebensfähigen Hippophae«Unterwuchs überschirmen können.
Fig. 2152. Hippophae rhamnoides L. Weiblicher Strauch mitFrüchten. Phot. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München.