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postglazialen Zeit habe der Straudi im germanischen und französischen Flachland, in der Rhein, und Rhoneebenerecht wohl die ihm zusagenden Lebensbedingungen finden können, sei aber später, als das Klima feuchterwurde und die Steppe dem Walde weichen musste, zurückgedrängt worden und teilweise im Norden in dieDünen, andererseits südwärts in die Täler der Schweiz und der Dauphin^e zurückgewichen, wo dement«sprechend die jetzigen Siedlungen den Charakter von Relikten tragen sollen. Die Einwanderung in Mittel» undNordeuropa dürfte unmittelbar dem zurückweichenden Eise gefolgt sein, als dadurch die ausgedehnten, vege»tationslosen Kies, und Schotterfelder freigegeben wurden. Nach G. A n d e r s s o n ist der Sanddorn in Schwedengleichzeitig mit der Birke eingewandert und wurde fossil in der Birkenzone der Insel Gotland, sowie in denKalktuffen von Längsele, Raftkälen (zirka 500 m über d. M.), Filsta und Digernäs im inneren Norrland, späterauch von Nordhagen im zentralen Norwegen nachgewiesen. Im Yemtland wurde er zusammen mit arktischenPflanzen gefunden. Nathorst glaubt daher annehmen zu dürfen, dass der Strauch in Skandinavien zunächstalpinen Charakter getragen habe und erst später längs derFlüsse an das Meer gewandert sei.
Jedenfalls ist das Areal des Sanddorns ausserordent-lich gross, erstreckt sich über ozeanische und kontinentaleGebiete und bietet hinsichtlich der Siedelungsorte in Asien,wo der Strauch auf den hohen Berg ebenen eine grosse Rollespielt, die grössten Mannigfaltigkeiten. In der Waldstufedes Kuku-nor tritt er baumförmig auf und erreicht Höhenbis zu etwa 7 m, in der alpinen Stufe des oberen Hoang.hohingegen wird er zum Kleinstrauch von kaum 30 cm Höhe.
Andererseits findet er sich auch nach Radde wie in Mittel«europa am Meeresstrande, auf den Dünen, im Kies von■Strömen und Bächen. In der Nordwestmongolei z. B. wurdeer von Granö im Flusstal des Thess auf steinigen Tal-hängen zusammen mit Salix», Populus« und Caragana.Artenbeobachtet. In Transbaikalien wächst er auf den Sanden desSelenga.Flusses unweit Troitzkossavsk in reinen Beständen.
Auf europäischem Boden schildert z. B. Adamovic aus»gedehnte Sanddorn.Gestrüppe, die sich längs der Flüsse undder Meeresküste erstrecken und häufig mit Tamarix»Artenuntermischt sind. Auf den Stranddünen der Dobrudscha sindEphedra distachya, Elymus sabulosus usw. die Begleiter. InUngarn und Spanien findet sich der Strauch nicht selten ab»seits von den Flüssen, z. T. in steppenartigen Pflanzengesell«
Schäften. In den Grayischen Alpen bildet er stellenweise denGesträuchgürtel lichter Kiefernwälder j in Mitteleuropa gehörensolche Vorkommen zu den Seltenheiten. Hierher zählen z. B.
Siedelungen in den kontinentalen Hochalpentälern, wie sie sichmancherorten im Wallis hoch über der Talsohle findenund wo Juniperus communis, Berberis vulgaris, verschiedene Rosenarten, Crataegus monogyna, Callunavulgaris, Pteridium aquilinum usw. zum Sanddorn treten. Auch in anderen Gebieten, wenn auchnur vereinzelt, findet sich der Strauch an heissen Felsen, auf sonnigem Felsschutt (vgl. Silene Saxifraga. Bd. III,pag. 284) usw. Vornehmlich aber lassen sich im Gebiet zweierlei bevorzugte Ansiedelungsplätze feststellen!die Kiesalluvionen der Bäche und Flüsse, so weit sie im Bereiche des Alpengebietes und des Rheines liegen,und die Dünen an der Nord» und Ostseeküste. Die Kies« und Schotterebenen werden hauptsächlich dannbesiedelt, wenn sie zur Zeit des Hochwassers starken Strömungen ausgesetzt sind und dadurch keine Sand«ablagerungen zulassen. Zur Zeit des gewöhnlichen Wasserstandes sind ihre oberen Schichten stäubend trocken.Daraus ergibt sich unter den angeschwemmten, angeflogenen oder durch Vögel und andere Tiere herbei»geschleppten sehr verschiedenartigen Pflanzensamen oder »teilen schon frühzeitig eine starke Auslese. Als typischsteBegleiter solcher Orte halten sich nur Salix daphnoides und S. incana, die mit spärlichen und wechselndenakzessorischen Arten oft ausgedehnte Hippopbae»Bestände bilden. Wie R. Siegrist (Die Auenwälder derAare, 1913) mit Recht hervorhebt, geht es nicht an, diese Bestände nach der Darstellung von P. Gr aebner,Beck usw. mit Salix purpurea, Myricaria Germanica, Alnus incana usw. einfach in eine Pflanzengesellschaftzu vereinigen, da diese Arten, wenn sie auch in der Sukzessionsserie der Alluvionen einander sehr nahestehen, so doch zu sehr verschiedenen ökologischen Gruppen gehören und teils dem Hippophaetum vorangehen,te ils folgen. Anspruchsvollere Weiden, z. B. Salix purpurea, S. nigricans, S. aurita usw., die zum guten Gedeihen
Fig. 2151. Hippophae rhamnoides L. «bis e Ent-wicklung eines Schildhaares. / und L Völlig entwickelteSchildhaare, g, h und i Sternhaare, k Querschnitt durchein Schildhaar (nach Servettaz).