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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Strauch mit polygamen, gelben Blüten. Adisenbecher kurz und breit zylindrisch, nach der Blütezeit ganzabfallend. Im ganzen Mittelmeergebiet verbreitet und noch bis Istrien reichend. Die Zweige werden nachG. Schweinfurth in Aegypten zur Herstellung feiner Papiersorten benutzt. Die Laubblätter dieser Art sindnach K. Goebel (Organographie der Pflanzen, 1913) ± umgekehrt (invers) dorsiventral gebaut. Dieselbe Gewebe«entwicklung findet sich nach W. Vi scher (Experimentelle Beiträge zur Kenntnis der Jugend« und Folgeformenxerophiler Pflanzen. Diss. München, 1914) in der Gattung Passerina L. bei P. filiförmis L., wo auf diestark kutinisierte Epidermis der unteren Spreitenseite ein ziemlich dichtes Palisadengewebe angrenzt, dem einsehr lockeres Schwammparenchym folgt (Fig. 2143 a). Die obere Epidermis trägt reichlich Spaltöffnungen. InFeuchtkulturen ist es unter günstigen Umständen möglich, äquifaziale Laubblätter zu erziehen (Fig. 2143 b).

1963. Thymelaea Passerina 1 ) (L.) Cosson et Germain (= Stellera 2 ) Passerina L., = LygiaPasserina Fasano, = Thymelaea arvensis Lam., = T. ännua Wickstr.). Sperlingskraut,Gemeiner Vogelkopf, Spatzenzunge. Franz.: Passerine, langue de moineau, herbe ä l'hiron»delle, petit genet, thymelee passerine annuelle; ital.: Spazzaforno. Taf. 187, Fig. 2; Fig. 2143c

und 2144.

Einjährige, gelbgrüne, 15 bis 40 cm hohe, kahle Pflanze mit dünner, spindeliger,bräunlich=weisser Wurzel. Stengel steif aufrecht, schlank, rundlich, unverzweigt oder häufigeroberwärts mit aufrechten, den Gipfelspross selten erreichenden Aesten. Laubblätter Wechsel«ständig, fast sitzend, schmaManzettlich bis lineal, spitz, gegen den Grund kaum verschmälert,fast lederig, schwach drüsig punktiert, gegen den Sprossgipfel an Grösse allmählich abnehmend.Blüten zwitterig, klein, einzeln oder in Knäueln zu 2 bis 3 in den Blattachseln der oberenLaubblätter, am Grunde mit 2 seitlich stehenden, den Laubblättern an Grösse gleichendenHochblättern (Taf. 187, Fig. 2 a). Achsenbedier während der Blüte 2 mm lang, krugförmigausgehöhlt, besonders am Grunde fast seidig behaart, ausdauernd (Taf. 187 Fig. 2 b). Kelch=blätter 4, aufrecht, eiförmig, vorn stumpflich, mehrfach kürzer als der Achsenbecher, gelblich,Staubblätter mit gelben oder orangeroten Staubbeuteln. Fruchtknoten länglich, mit kurzemGriffel und kopfiger Narbe. Frucht 3 mm lang, birnenförmig, durch den umhüllendenAdisenbecher geschnäbelt, wenig kürzer als der Achsenbecher. Samen schwarzbraun bisschwarzblau, eiförmig zugespitzt (Taf. 187, Fig. 2e). VII.

Zerstreut an offenen, sonnigen Hängen, auf Aeckern, Brachen, Oedland, an Wegrändern, inWeinbergen, selten im Flusskies, auf Schuttstellen usw. Von der Ebene bis in die colline, seltenbis in die untere montane Stufe: im Jura bis 600 m, in der Alb bis 800 m, im Wallis bis 1000 m,in Tirol bis 950 m. Meist auf schweren, kalkhaltigen, seltener auf leichten, sandigen Böden.

In Deutschland nur im Nahe», Saar« und Moselgebiet, sowie im Bereiche des Nordbayerischenweissen Jura (Malm) häufiger, in den übrigen Teilen von Mittel« und Süddeutschland zerstreut und nachNorden zu immer seltener werdend; in Sachsen ganz fehlend und mit folgender Grenze endigend: (belgischesJuragebiet um Orval) Echternach (Luxemburg)KoblenzUnterlahntalWetterauMaingebiet(Böhmen)südöstliches Schlesien (Dzieckowitz) (Mittelpolen). Ausserdem versprengt bei Magdeburg (Schönebeck), inder Provinz Brandenburg (Freienwalde, Nieder.Finnow), Posen (Hohensalza) Westpreussen (Luschkowo, früherbei Thorn). Eingeschleppt bei Hamburg, früher auch beim Südbahnhof München. In Oesterreich inBöhmen an der Elbe von Lissa bis Raudnitz, verschleppt bei Böhmisch»Trübau; in Mähren im südlichen undmittleren Gebiete häufiger, selten im Norden; in den Alpenländern meist sehr zerstreut bis selten, in Salz«bürg ganz fehlend; in Oberösterreich beim Antichrist und Haidemann auf der Haide, zwischen Weingartshofund Neubau, bei Marchtrenk, Kleinmünchen; in Niederösterreich hie und da, aber meist nur vorübergehend;

') Abgeleitet von pässer = Sperling; wegen der geschnäbelten Form der Früchte, die eine entfernte Aehn«lichkeit mit Spatzenköpfen besitzen. Bei C am er a riu s (Volkamer) heisst die Pflanze 1588 Passerina Tragi.

s ) Von L i n n 6 so benannt, zu Ehren von Georg W. S t e 11 e r, dem Leibarzt des Bischofs von Nowgorod,der auf seiner Reise nach Kamtschatka 1741 in der Behringstrasse die Steller'sche Seekuh oder das Borkentier(Rytina S te 116ri Desmarest.) entdeckte, aber auf der Rückreise 1745 erfror. Die Seekuh ist ein bereits 1768ausgerottetes pflanzenfressendes Waltier.