Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
723
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

723

Zerstreut bis gesellig im linterwuchs lichter Laub» und Nadelwälder, auf Waldwiesen,an buschigen, steinigen Abhängen auf Kalk«, Dolomit» und Serpentinböden der Hügel» undunteren Bergstufe: in Krain bis 800 m, in Steiermark bis 900 m, in Bosnien bis gegen 1000 m,in Siebenbürgen bis 1200 m.

In Krain (vgl. Fig. 2132 und 2141) nordwestlich von Laibach auf den Dolomitbergen vom Jetrbenk (Hirten,berg) über den Bergrücken Grmada bis zum Lorenziberg bei Billichgratz und der Igale vrh, ferner südlich Laibacham Razorhügel; in Süd-Steiermark nordwestlich von Römerbad (reichlich besonders bei dem Dörfchen Turje),am Westhang des Male Kozje bei Steinbruck; in Kroatien nahe der Krainer und Steierischen Grenze beiSamobar in den östlichsten Ausläufern des Uskokengebirges am Berge Osterc.

Allgemeine Verbreitung: Untersteiermark, Krain, Kroatien, Siebenbürgen,Bosnien, Serbien, Herzegowina, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Bulgarien, Rumänien.

Der Mittelpunkt des Ver.breitungsgebietes von DaphneBlagayana

liegt in Bosnien und Serbien, von wo aus jy

die Pflanze nach Norden, Osten und '&&.*/ '» N v j _ * -*

Süden ausstrahlt und (wie im Zentrum)zumeist auf ± weit voneinander ent=fernte Hügelketten oder einzelstehendeBerge beschränkt ist. C. v. K ei ssler(Ueber eine neue Daphne.Art und diegeographische Verbreitung derselben,sowie die ihrer nächsten Verwandten,

1898) nimmt an, dass sich D. Blagay.a n a während der Einwanderung derGruppe von Kleinasien her im Balkanaus der Stammform entwickelt undwährend der postglazialen Steppenzeit £ I? II /|\ /?/,

ein zusammenhängendes Areal besessen jy gl ,

habe. Dieses sei infolge einer späteren ^ f f

kühleren Zeit südwärts zurückgedrängt J Ib 7

bezw. am Nordrande zerstückelt worden. H

K erne r weist darauf hin, dass die |P"W Ijf £§y~j fM

Pflanze, die in Krain infolge der ver» jLjJ Ii

hinderten Autogamie und des geringen p |Pf l;g

Insektenbesuches nur in ganz geringemlj , | M

Grade zur Fruchtbildung gelangt, durch 9*jl Jw M W

feine Reihe sehr strenger Winter leicht wK mfrf-J- » IM

dem vollständigen Aussterben in diesen " fl U/

vorgeschobenen Siedelungsorten aus-

gesetztsei. Allerdings scheint diese Ge. Fi «; 2140 V £ apl l ne B 1 a 5 a ya " a / r * yer - »Blühender Spross. b und cSpross-

spitze mit Blutenknospe, cl Blühende Sprossspitze, e Blute. / Längsschnitt durchiahr nicht allzu bedeutend, da nach L. die Blüte, g Deckblatt. D. Cneorum L. h Sprossspitze mit Blütenknospe.Derganc (Nachtrag zum Aufsatz über

die geographische Verbreitung der Daphne Blagayana Freyer in Allgemeine Botanische Zeitschrift, 1904) dieVermehrung reichlich aus wurzeltreibenden Stocksprossen erfolgt. Der seiner grossen gelblichweissen undsehr wohlduftenden Blüten wegen auffällige und der Landbevölkerung wohl bekannte Zwergstrauch er sollim Locnicagraben in Krain den Namenigalka" führen wurde 1837 von dem Grafen Blagay auf seinenBesitzungen am Nordfuss des Lorenzibergs bei Billichgrätz unweit Laibach als ein noch unbekanntes Gewächsaufgefunden und im folgenden Jahre von dem damaligen Kustoden des Landesmuseums F r e y e r, im Ein.vernehmen mit Reichenbach und Koch in derFlora" unter dem Namen Daphne Blagayana beschrieben.Diese Entdeckung erregte das Aufsehen der damaligen Fachkreise und veranlasste sogar den seiner botanischenNeigungen wegen bekannten König Friedrich August II. von Sachsen zu einer für jene Zeiten zeitraubendenund beschwerlichen Reise nach ihrem Fundort (Königsblume"). Von diesem Besuche zeugt heute ein vomGrafen Blagay errichteter Obelisk am Südhang des Lorenziberges. 20 Jahre hindurch galt das KraitjerVorkommen als einziger Fundort des Strauches und verhalf der Pflanze zu einer gewissen Berühmtheit, bise s 1859 Pancic gelang, die Pflanze auch für Serbien nachzuweisen. 1871 fand sie dann Deschmann anHegi, Flora. V, 2. 249