und an den Zweigspitzen gehäuften Laubblättern, mit in dichten, kugeligen, ± langgestielten, axillären Köpfchenstehenden, gelben, dicht seidenzottigen Blüten und besitzen einen feinen Bast, der zur Herstellung der über,aus festen Nepalpapiere dient, das an Weisse und Feinheit noch dasjenige von Daphne cannäbina Wall,übertrifft. — Dlrca L. („Blei« oder Lederholz"), ebenfalls mit Daphne näher verwandt, aber durdi fast fehlendeKelchblätter unterschieden, mit 2 Arten in Nordamerika heimisch. Davon findet sich bisweilen in Mitteleuropa alsZierstrauch D. palustris L. angepflanzt. Strauch mit rutenförmigen, kahlen Zweigen. Laubblätter abwechselnd,eiförmig4anzettlich, bis 8 cm lang und 4 cm breit, kurz gestielt, oberseits lebhaft grün, kahl, unterseits grauoder blaugrau, kahl oder locker kurzhaarig, nach den Blüten erscheinend. Blüten in 2. bis 4.blütigen Büscheln,aus dem alten Holze hervorgehend, mit ± laubartigen, braun behaarten Hochblättern, zwitterig, gelb. Kelch»blätter 4. Staubblätter 8, in 1 Kreise stehend. Frucht eine verkehrt.eiförmige, etwa 1 cm lange, rote, pflaumen,ähnliche Steinfrucht. — IV, V. In feuchten Dickichten und Wäldern der Oststaaten der Union von Neu-Braunschweigbis Minnesota, Virginia, Tennessee, Missouri und Florida heimisch. Die Bastfasern werden zu Tauenund Flechtwerken verarbeitet. — Cryptad6nia Meisn. Niedere, stark verzweigte Sträucher vonericoider Tracht, mit dekussierten, kleinen und nadeiförmigen oder breiteren und lederartigen Laubblätternund meist einzeln in den Blattachseln oder endständig stehenden, rötlichen oder weissen Blüten; letztere inAusstülpungen etwa in der Mitte des trichterförmigen oder zylindrischen Achsenbechers entspringend. Von den3 bis 4 am Kap lebenden Arten wird die durch ansehnliche, rosenrote Blüten ausgezeichnete C. grandiflöra(L.) Meisn. bisweilen als schöner Zierstrauch in Gärlen gezogen. — Lachnaea L., ebenfalls von ericoiderTracht, aber mit fast stets in endständigen, vielblütigen Köpfchen stehenden, bisweilen schwach zygomorphenBlüten, deren Adisenbecher.Ausstülpungen am oberen Rande der Röhre etwas unterhalb der Staubblattkreiseabgehen, bewohnt mit etwa 18 Arten das Kapland und zeichnet sich durch einige sehr schön weiss, gelb oderrot blühende Sträucher aus. — Däls L., an den di- oder trimorphen Blüten mit starkem Achsenbecher undlangem Griffel kenntlich, ist auf Madagaskar durch D. glaucescens Dcne. und in Natal durch D. cotini»fölla L. vertreten, welch letztere Art als prächtige Zierpflanze oft in Kalthäusern anzutreffen ist. — In dernur durch eine Gattung (Schoenobl'b 1 os Mart. et Zucc., mit 2 Arten im nördlichen Brasilien, Guayanaund Venezuela) bekannten Tribus der Sch oenobib 1 a6a e fehlen die Kronblätter; die Staubblätter stehen je1 vor den langen Kelchblättern in 1 Kreise. — In der Tribus der Pimeleeae fehlen den Blüten ebenfallsdie Kronblätter ; ferner sind nur 2 Staubblätter vorhanden. Auch diese Tribus ist nur durch eine einzige,wenn auch 80 bis 90 Arten umfassende Gattung, P Imelda Banks et Soland., vertreten, die (mit Ausnahmevon P. brevitüba Faw. auf Timor) auf Australien, Tasmanien und Neuseeland beschränkt ist. Sträucher,Halbsträucher, selten Kräuter mit meist kleinen, dichtgestellten Laubblättern, die oberen meist an Grössezunehmend und oft hochblattartig gefärbt. Blüten weiss, rötlich oder gelb, meist in endständigen, oft prächtigegefärbten, reichblütigen Köpfchen, seltener einzeln oder in Büscheln achselständig und dann bisweilen ähren.artig angeordnet. In Gewächshäusern finden sich namentlich Arten aus der Sektion Heterolaena (z.B. P.spectäbilis [Fisch, et Mey.] Lindl., P. Lehmännia Meisn., P. hispida [Mey.] R. Br., P. rösea R. Br. rP. ferruginea Lab.) mit farbenprächtigen Blüten und gegenständigen Laubblättern, die unter den Blüten,köpfchen viel breiter als die tieferstehenden sind. — Einen hochentwickelten Seitenzweig der Thymelaeaceenbildet die Unterfamilie der Drapetoideae mit zylindrischem Achsenbecher, 4 Kelchblättern, fehlendenKronblättern, 4 mit den Kelchblättern abwechselnden Staubblättern, zwischen denen je 1 oder 2 kugeligeDrüsen (Staminodien) stehen, und 1 Fruchtblatt. Leitbündel kollateral. Diese zweifellos sehr alte Unterfamilie istnur durch die 6 Arten umfassende Gattung Drap6tes Banks in der Antarktis und im Indo.malayischen Gebietevertreten, niedrige, stark verzweigte, oft niederliegende Halbsträucher von oft moosartiger Tracht, mitabwechselnden, dicht gedrängten, kleinen, harten Nadelblättern und kleinen, in endständigen Köpfchen stehen,den, dicht von Laubblättern umhüllten Blüten. D. ericoides Hook. f. bewohnt die Hochgebirge von Borneound Neuguinea, D. Tasmänica Hook. f. Tasmanien und das südwestliche Australien. Einige weitere Arten(z.B. D. Lyällii Hook, f.) treten in Neuseeland auf. D. Dieffenbachii (Endl.) Hook. f. ist auf das süd»
liehe Südamerika beschränkt. Nach A. Engler (Versuch einer Entwicklungsgeschichte 1879) dürfte der
Ursprung der Gattung im ozeanisch.australischen Gebiete zu suchen sein, so dass sie erst später in dasantarktische Südamerika gelangt sei, während sonst in der Regel die den südlich gemässigten und kühlenBreiten gemeinsamen Gattungen mit ähnlicher Verbreitung (Caltha, Geranium, Azorella, Acaena, Geum,Euphrasia usw.) den umgekehrten Weg eingeschlagen haben dürften.
Die in Mitteleuropa lebenden Arten der Familie verteilen sich auf die beiden Gattungen Thymelaeaund Daphne, die sich folgendermassen unterscheiden!
1. Einjähriges, gelbliches Kraut. Achsenbecher bauchig, unauffällig, ausdauernd. Frucht eine trockene,geschnäbelte Nuss Thymelaea CCCCLXXXII.
2. Sträucher. Achsenbecher röhrig, kronblattartig gefärbt, hinfällig. Frucht steinfruchtartig, weich,fleischig oder ziemlich hart Daphne CCCCLXXXI-