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Schlumberg6ra (Bpiphyllum) Gaertneri (Regel) Britton et Rose und Sdi. Russelidna (Gardner) Britton
et Rose, beide aus Brasilien stammend, besitzen radiäre, Scharlach» oder purpurrote Blüten und nähern sidi
dadurch der Gattung Phyllocactus; immerhin besitzen die Pflanzen nodi die gabelige Verzweigung von Epi»
phyllum. Bei den Arten der Gattung Epiphyllänthus (E. obovätus
[Engelm.], E. microsphaericus [Sdium.] und E. Candidus [Löfgren.]) sind
die Areolen über die ganze Oberfläche der Glieder verteilt und
erinnern dadurch stark an die Opuntien wie die sehr nahestehenden
Gattungen Discocäctus, Chiapäsia, Eccremocdctus, Nopalxöchia und
Wittia. Zu der Gattung Phyllocactus 1 ) gehören meist statt»
liehe, ausgebreitet«ästige, unregelmässig (nicht dichotom) verzweigte,
unterwärts zuweilen verholzte Formen mit blattartigen, flachen
(Mittelnerv deutlich), schwach kerbig buditigen, ± geflügelten Gliedern
und fast regelmässigen, ansehnlichen, roten oder weissen, meist sehr
langröhrigen und wohlriechenden Blüten und zahlreichen, ^ nach
abwärts gerichteten Staubblättern. Einige Arten sind als anspruchslose,
willig und reichlich blühende Zimmerpflanzen, die gewöhnlich als „Blatt«
oder Flügelkaktus" bezeichnet werden und im Sommer ins Freie gebracht
werden können, verbreitet. Die bekannteste Art ist der rotblühende
Phyllocdctus (= Nopalxöchia) phyllanthoides Link aus Mexiko,
die bereits 1651 von Hernändez und 1691 von Plukenet abge»
bildet wird. Er bildet mit Cereus=Arten eine grosse Zahl von färben.
prächtigen Bastarden, wohin auch Ph. Ackermänni Haw. gehört.
Charles Simon in Paris veröffentlichte bereits 1897 eine Liste von 370
verschiedenen Sorten. Phyllocdctus crendtus Lern, aus Honduras
und Guatemala hat gelblichweisse, angenehm duftende, etwa 13 cm
breite Blüten und ist wie Ph. grdndis Lern. (= Ph. oxypdtalus Link)
aus Mexiko ein Nachtblüher. Die beiden Vertreter der Gattung Disco»
cäctus aus Zentralamerika, D. biförmis Lindley und D. Eichldmii
(Weingart) Britton et Rose, haben die Tracht von Phyllocactus, be«
sitzen aber kleinere, glockenförmige Blüten mit wenigen Staubblättern.
Die Vertreter der Rhipsaliddnae sind gleichfalls Epi«
phyten, die gelegentlich auch auf Felsen vorkommen, mit hängenden,
wirtelig»verzweigten, verlängerten, vielgliederigen, schlanken, oft dünnen,
nur bindfadenartigen, drehrunden, gerippten, 3»kantigen, geflügelt oder
blattartig verbreiterten und am Rande gekerbten, meist kahlen und
unbewehrten Sprossachsen (Fig. 2122). Einzig die Gattungen Pfeiffera
und Acanthorhipsalis besitzen auf den Sprossen und Früchten mit
Stacheln, Borsten und Wolle versehene Areolen. Ausserdem zeigen ein»
zelne Arten in der Jugend (Fig. 2121 d und e), zuweilen auch noch später
sog. „cereiforme" Glieder. Die Blüten sind ziemlich klein, radförmig,
ganz oder fast ohne Röhre. Der kahle oder beschuppte Fruchtknoten
Fig .2i2i. a Phyllocactus phyllanthoides - st Qft ers ; n jje fleischige Sprossachse i tief eingesenkt. Die wenig»
Link. Blühender Spross. b Flachspross mit '... „ . ,
aufgesetztem cerei'formem Riickschlagsspross. sämigen, kleinen, kugeligen, saftigen bis schleimigen Beeren sind weiss
c Keimpflanze von Phyllocactus oxype- oder rot. Die Samen sitzen auf kurzen Samenträgern. Die Keimlinge
rad^xa' "salm-D^ck^nfi^ ^RUcllVchfagssproL" besitzen blattartige Keimblätter. Während weitaus die Mehrzahl in
eKeimpflanze einer Rhipsalis-Art. /Staats- Amerika (zum grössten Teil in Zentral« und Südamerika) beheimatet
Wappen von Mexiko ^(Jig. b bis e nach kommen ein ;g c we nige Arten der Gattung Rhipsalis (R. Cassytha
Gaertner, R. Lindbergidna Schum., R. fasciculdta Haw.) auch imtropischen Afrika, auf Madagaskar, den Comoren, Mascarenen und sogar auf Ceylon vor.
Die Gattung Pfeiffera 2 ) mit nur 1 Art Pf. i a n t h o t h 6, le (Monville) Weber (= Pf. cereiförmisSalm.Dyck) zeigt einen 3» bis 7«kantigen, etwa 1 cm dicken, blassgrünen, verästelten Stamm ; aus den stacheligenund weissfilzigen Areolen entspringen einzelne rötlichweisse, kurzröhrige Blüten und später rote, 12 bis 16 mmbreite, wollig.borstige Beeren. Die Pflanze, die in der Tracht ganz den Eindruck eines Cereus oder einer
') Griech. (pvtlov [phyllon] = Blatt j die Sprossachsen sind blattartig.
2 ) Benannt nach dem Arzt und Kakteenkenner Dr. Ludwig Pfeiffer, geb. am 4. Juli 1805 in Kassel,gest. 1877-, er besuchte in den Jahren 1838/39 Cuba.