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gehen und im allgemeinen schwer zu kultivieren sind. In Amerika sind sie von Mexiko bis nach Chile undBrasilien verteilt, besonders stark aber in Westindien verbreitet. Lange Zeit war einzig M. communis Linket Otto (= Cactus Melocactus L.) bekannt.
Zu der neuerdings aufgestellten Tribus der Coryphanthänae mit 15 Gattungen gehören Arten, diefrüher einerseits bei der Gattung Ediinocactus, andererseits bei der Gattung Mammilläria untergebracht waren.Unverändert beibehalten ist die Gattung P ele c y p h or a 1 ) mit der einzigen Art P. aselliförmis Ehrenb. inMexiko. Die schräggestellten, seitlich zusammengedrückten, vorn gestutzten und gefurchten Warzen werdenmit einem Beil oder mit einer auf dem Rücken liegenden Kellerassel verglichen. Aehnlich ist Solisia( = Pelecyphora) pectinata (B.Stein). Weitaus die Grosszahl (ca. 150) der bisherigen Mammilläria )•Arten (Warzen», Zitzen» oder Kugelkaktus) werden zu dem neuen Genus Neomammilldria Britton et Rosezusammengefasst. Die meisten Arten zeigen einenmeist niedrigen, kugelrunden, bis etwas abge«flachten, keulen- oder kurzzylinderförmigen Körper,der dicht mit in Spiralen angeordneten, kegel» oderpyramidenförmigen, halbkugeligen oder zitzen»förmigen Warzen bedeckt ist. Die Areolen sindauf derSpitze der Warzen filzig und bestachelt (Stacheln ver«schiedengestaltet, die Mittelstacheln zuweilen ge»krümmt). Die gewöhnlich ziemlich kleinen, trichter»förmigen, mit schuppenloser, kahler Röhre versehenenBlüten gehen aus den kahlen, wolligen oder borstigenAxillen hervor und sitzen oft kranzartig auf demScheitel des Körpers. Die Familie ist vor allem inMexiko stark vertreten; immerhin kommen aucheinige Arten im südwestlichen Nordamerika (Utah,
Nevada), in Westindien (2), in Zentralamerika undin Venezuela (1) vor. Eine ganze Anzahl voninteressanten, z. T. dicht stacheligen und wolligen(Federbusch=Zitzenkaktus) Formen werden in Zim=mern in den Kakteenkästen als „Zwergkakteen" vonLiebhabern gehalten, so u. a. Neomammillaria macräntha (DC.), N. Legans (DC.), N. Haageana (Pfeiffer),N. dealbäta (Dietrich), N. Celsiäna (Lern.), N. spinosissima (Lern.), N. rhodäntha (Link et Otto), N. plumösa(Weber), N. mülticeps (Salm.Dyck), N. discolor (Haw.), N. elongäta (DC.), N. Pöttsii (Scheer), N. Bocasana (Poselger),N. Schelhas6i (Pfeiffer), N. bombycina (Quehl) Britton et Rose (Fig. 2120) usw.
Zur Tribus der Epiphy 11 & nae zählen fast ausschliesslich epiphy tisch (selten auch im Humus oder aufFelsen) wachsende, verzweigte, meistens stachellose Arten mit gegliederten, flachen, blattartigen Sprossachsen(„Scheinblätter"); Areolen in den Kerben von kleinen, schuppigen Laubblättern gestützt, die grossen, regelmässigenoder ± zygomorphen, trichterförmigen Blüten mit langen Staubblättern entwickelnd. Früher wurden einzigdie beiden Gattungen Epiphyllum (= Zygocäctus) und Phyllocactus unterschieden, heute deren 9. Als dankbarerWinterblüher wird bei uns seit langem als Topfpflanze Epiphyllum truncätum Haw. (= Zygocäctustruncatus Schum.), der Gliederkaktus (Fig. 2121c), öfters angetroffen. Sprossachsen deutlich gegliedert, gabeliggeteilt, zusammengedrückt blattartig, grün, am Rande zuweilen rötlich, gezähnt (die beiden vorderen amabgestutzten Ende meist vorgezogen). Blüten aus den Kerben der jungen Glieder seitenständig, ansehnlich(9 bis 7 cm lang), meist prächtig karminrot (in der Kultur auch fleischfarben, rotviolett, orangerot oder weiss),unregelmässig, deutlich zweilippig. Oberlippe nach rückwärts geschlagen mit gerader Röhre und schieferMündung. Staubblätter gegen 100, aus der Blüte hervorragend; die äusseren der Röhre, die inneren demBlütengrunde angewachsen, röhrig verbunden (Röhre durch einen häutigen Ring teilweise abgeschlossen). Dieseim Staate Rio de Janeiro (Brasilien) epiphytisch lebende Art befindet sich seit 1818 in Kultur und zwar invielen, z. T. hybriden Formen mit Selenicereus grandiflorus und Phyllocactus phyllanthoides (hierher auchE. Altensteinii Pfeiffer und E. Gibsönii). Schelle nennt in seinem Handbuch der Kakteenkunde über 50 solcherZüchtungen. Zur Erzielung von starken und reichblühenden Formen werden die Pilanzen auf Stämme vonPeireskia-, Opuntia» oder Cereus»Arten gepfropft, wodurch die beliebten Epiphyllumbäumchen entstehen.
l ) Griech. 7ieXrjxvs [pelekys] — Beil und i/tniif [pherein] = tragen.
') Lat. mammilla = Brustwarze, Verkleinerungsform von mämma = Brust.
*) Griech. eni [epi] = auf über und griech. yiUÄoe [phyllon] = Blatt; die Blüten gehen aus denScheinblättern hervor.
Fig. 2120. Neomammillaria bombycina (Quehl) Britton et Rose.Phot. Dr. W. Kupper, München.