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Lieber die Einführung dieser Art in Europa, vor allem in den südalpinen Tälern, fehlen uns zuver-lässige Angaben. Aus dem Südtirol wird sie erstmals 1820 von F. W. Sieber und B. Eschenlohr erwähnt;jedenfalls dürfte sie aber erheblich früher, doch zwar kaum als Cochenillepflanze, eingeführt worden sein. — DieBlüten sind honiglos und neigen sich bei trüber Witterung und nachts etwas nach innen. Da die Narbenbereits beim Oeffnen der Blüten und einige Stunden vor den Antheren ausgebildet sind und die etwasreizbaren Staubblätter sich auch spontan nach einwärts drehen, tritt eine spontane Selbstbestäubung leicht ein.A.Schulz beobachtete an Pflanzen bei Bozen, dass diese von zahlreichen Fliegen, Bienen und Käfernbesucht werden, vor allem von dem Bienenwolf (Trichödes apiärius L.), der ausser dem Pollen auch die Staub-und Kronblätter frisst. Uebrigens sind die Blüten sehr kurzlebig und öffnen sich gewöhnlich nur an zwei auf»einanderfolgenden Tagen. Die Samen der Opuntien werden nach Bozzi sowohl epizoisch verbreitet (siebleiben zufolge ihrer zähen Schleimhülle an den Hufen der auf die Früchte tretenden Huftiere kleben) alsauch endozoisch und zwar hauptsächlich durchEidechsen („Saurochorie"), deren Darmkanalsie unbeschädigt passieren. — Schinz undT h e 11 u n g (Vierteljahrsschrift der Naturforsch.
Gesellschaft Zürich. Bd. LXV1II, 1923) sehenkeinen triftigen Grund dafür, um nach dem Vor-gehen von Britton und Rose von der her-kömmlichen Nomenklatur dieser Art abzu-weichen. Sie bezeichnen diese als O. Opüntia(L.) Karsten und verwenden die BezeichnungO. vulgarisMill. für O. monacantha (Willd.) Haw.
Anscheinend weicht die europäische Pflanzein ihrer Tracht von der amerikanischen Stamm-pflanze etwas ab. Nach J. C. Th. Uphofwächst sie in Florida zwischen der Hartlaub-flora unter Pinus clausa Sarg., Pinus ediinätaMill., Qu6rcus Castbaei Michx. mit Pteridium
aquilinum.
3. Unterfamilie Cereofdeae. Stämme
säulenförmig -verlängert, kugelig, zylindrisch,
2- bis vielkantig, gerippt.hödcerig, blattartig flach,gliederig -eingeschnürt, aufrecht oderklimmend )einfach oder verzweigt, bei Epiphyten auch'hängend. Laubblätter zu Schuppen reduziert,normal fehlend (zuweilen in der Jugend oderaber entwicklungsgeschichtlich nachweisbar).
Stacheln meistens vorhanden (bei den meistenEpiphyten fehlend), verschiedenfarbig, zuweilensehr lang; Glochiden nicht vorhanden. Blüten F'g. 2115. Opuntia vulgaris Mill., eingebürgert an einer Weinbergmauereinzeln auf den Areolen oder in den Axillen bei Bozen (Südtirol).
sitzend, meist mit deutlicher Röhre und sehr auffällig. Samen am langen Funikulus aufgehängt. Diese frühergewöhnlich in die 3 Tribus der Lchinocacteae, Mammillarieae und Rhipsalideae mit 17 Gattungen gegliederteUnterfamilie wird neuerdings von Britton und Rose in 8 Tribus der Cereänae, Hylocereänae, Echinocereänae,Echinocactänae, Cactänae, Coriphanthänae, hpiphyllänae und Rhipsalidänae mit einer grossen Zahl vonGattungen und mit über 900 Arten aufgelöst. Zu den zahlreichsten Erscheinungen gehören die zuweilen baum-artigen Vertreter der Gattung Cereus ) (Monvillea, Pachyc^reus, Lemaireoc^reus, Dendroc6reus, Carnegiöa,Trichocereus, Acanthoc^reus, Sktetsönia, Browningia, Harrisia, Myrtillocäctus, Weberoc^reus, Aporocäctususw.), von denen einzelne Arten riesige Dimensionen annehmen und eigenartig verzweigt (Säulen-, Kandelaber-,Orgelkaktus) sind, während andere mittelst I laftwurzeln in die Höhe steigen oder aber epiphytisch leben.Verschiedene dieser Formen gehören zu den auffallendsten Erscheinungen der Wüsten-Steppengebiete vonArizona, Kalifornien und Nord -Mexiko, so dass man von einer eigentlichen Kaktussteppe sprechen kann. Essei nur erinnert an den bis 27 m hohen, aufrechten, aber wenig verzweigten Riesensäulenkaktus Carnegi6a(Cereus) gigant^a (Engelm.) Britton et Rose im Gebiete des Rio Gila in Arizona, den Suaharo, Saguaro
Lat. cßra = Wachs, Kerze. Die getrockneten, mit Oel getränkten Stämme dienen den Ein-geborenen als Fackeln.
Hegi, Flora. V, 2. '