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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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1955. Opuntia vulgaris Mill. ( O. Opuntia Karsten, = O. nana Visiani, = O. ItälicaTen., = O. pümila Vierhapper et Handel»Mazzetti). Kleiner Feigenkaktus (um BozenTeufelspratzen, die Früchte Rossfeigen). Fig. 2114 bis 2116.

Niederliegender oder etwas aufsteigender, meist verzweigter Strauch. Stengelgliederverkehrt»eiförmig bis fast kreisrund, 3 bis 13 cm lang (seltener länger) und 5 bis 6 cm breit,ziemlich dick, lebhaft grün oder auch blasser, kettenartig aneinander gereiht. Laubblätter4 bis 5 mm lang, angedrückt, eiförmig, pfriemlich zugespitzt, rötlich, anliegend oder abstehend,4 bis S mm lang, frühzeitig abfallend. Areolen klein, mit grauem Wollfilz bekleidet, etwas

eingesenkt, mit wenigen kurzen, grünlich stroh=gelben bis dunkelbraunen widerhakigen Borsten(Glochiden). Stacheln häufig ganz fehlend (an denjungen Pflanzen 5 bis 12); wenn vorhanden,dann ziemlich kräftig, einzeln oder zu 2, stiel«rund, kaum über 2 bis 5 cm lang, stark stechend,fast aufrecht, bräunlich oder gelblichweiss, zu»weilen dunkler gefleckt. Blütenknospen fastkugelig, stumpf. Blüten 4 bis 5,5 cm lang und3 bis 4 cm im Durchmesser. Aeussere Blüten»hüllblätter eiförmig, spitz, gelb oder grünlich,oberwärts braun; die inneren leuchtend Schwefel»gelb, breit verkehrt»eiförmig und kurz zuge»spitzt, seidenglänzend. Staubblätter halb so langwie die Blütenhülle; Staubfäden chrom» bisrotgelb, unterwärts heller. Staubbeutel Schwefel»gelb. Fruchtknoten kreiseiförmig, beschuppt,unbewehrt; Griffel weiss oder gelblich, mit 5zusammenneigenden oder schwach spreizendenNarben. Frucht eine keulenförmige bis ver»kehrt»eiförmige, kaum 3 (5) cm lange, rote,essbare Beere. Samen 4 bis 6, kreisrund, 4bis 5 mm breit, ziemlich dick, breit gerandet(Fig. 2114d, e). VI (Früchte bis zum Früh»jähr bleibend).

Selten an heissen, felsigen Abhängen

Fig. 2114. Opuntia vulgaris Miller, a Blühende Pflanze. eingebürgert.

b Längsschnitt durch die Blute, c Frucht, d Samen, e Längs- j n Südtirol um Meran am Küchelberg (unter

schnitt durch den Samen.

dem Pulverturm), beim Schlösse Braunsberg, zwischenMeran und Bozen, Krakofel bei Brixen, bei Atzwang, Schloss Greifenstein oberhalb Siebenaich, mehrfach umBozen (an den südlichen Abhängen bei 300 und 400 m Seehöhe ganze Strecken überziehend), besonders am Grieser=und Hörtenberg, bei Sigmundskron, Kühlbach, Schloss Rafenstein, am Ritten noch bei 1200 m, bei Trient (spärlichund durch Steinbrüche verdrängt), am Doss Trento und Spalliera alle Laste und gegen Valsugana sowie bei Arco. In der Schweiz im Wallis an den Hügeln von Valere, Majorie und Tourbillon (von Haller ehedemauch bei Bouveret, Vouvry und Fauconnet bis St. Leonard angegeben) und im Tessin bei Brione, Losone,Ascona, Contra, Lugano, von Gandria bis Castagnola, bei Vezio und Mendrisio. Auch im angrenzenden Italienim Aostatal und bei Crevola nächst Domodossola.

Allgemeine Verbreitung: Nordamerika: von Massachusetts bis Virginien undZentral=Ala=Camas, nordwärts bei Süd»Ontario und Canada (Point Pelee), westlich bis Nord»Illinois, östlich bis Missouri und Tennessee; ausserdem in den Südalpen und in Dalmatieneingebürgert.