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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Mill. noch O. leucotricha DC., O. streptacantha Lern, und O. robusta Wendland, als Obslpflanzen besondersOpüntia Ficus Indica (L.) Mill. (= O. vulgaris Tenore nec Mill., = O. ficus-barbärica Berger). EchterFeigenkaktus, Indische Feige. Franz.: Figuier de Barbarie, Figue d'Inde; engl.: Indian fig5 ital.i Fico d India(Fig. 2106 und 2112). Reich verzweigter, aufrechter, zuweilen fast baumartiger, bis 5 m hoher Strauch mitelliptischen oder länglichen, dicken, flachen, gewöhnlich 3 bis 5 cm langen, bläulichgrünen Gliedern; letztereauf den Areolen mit 1 bis 2 weisslichen, häufig fehlenden Stacheln und zahlreichen gelben Glodiiden. Blütenglänzend schwefelgelb, 7 bis 10 cm breit. Frucht 5 bis 9 cm lang, höckerig, je nach der Sorte gelblich, blutrot,weisslich, zuweilen samenlos. Die Ffeimat dieser Art ist wie jene der nächst verwandten Arten (O. crässaHaw., O. unduldta Griffiths, O. lanceolät a Haw. und O. mdxima Mill.) nicht genau bekannt, dürfte aber imtropischen Amerika zu suchen sein. Heute wird die Art in den trockenen Gegenden der Subtropen und der wärmerenGebiete (Mittelmeergebiet, Südafrika) kultiviertund hat sich vielerorts ähnlich der Agave Ameri.cana ganz eingebürgert. Die je nach den Sortenverschiedenfarbigen, essbaren Beerenfrüchte (Kak-tusfeigen) bilden besonders im Mittelmeergebiet(Süditalien, Sizilien, Süd» und Südost.Spanien) einwichtiges Volksnahrungsmittel. Sie enthalten 11,2%

Zucker, 0,102% Säure, 6,75°/o Eiweiss, l,342°/oCellulose, 0,276°/o Fett, 15,54% Extrakt, 0,692%

Asche ( KjO , CaO, PiOs, MgO, S1O2, FesOs).

Wegen der stacheligen Aussenfläche werden dieFrüchte der Länge nach aufgeschnitten, woraufdann das Fruchtfleisch aus der Schale heraus»genommen wird. Vielerorts wird die Pflanzefür lebende Zäune verwendet. An felsigen Ortenist sie als Humus» und Stickstoffsammler von Be»deutung. Dem Amerikaner Luther Burbankist es in den letzten Jahrzehnten durch jahrelangeZüchtung (durch Bastardierung verschiedenerRassen) auf einer Farm in Santa Rosa in Cali»formen gelungen, vollständig Stachel« und borsten,lose Sorten (Santa Rosa, Sonoma, Fresno) zuerhalten, die eine ganze Reihe von wünschens»werten Eigenschaften (enormes Wachstum, grossenNährwert) besitzen, sodass O. Ficus Indica in denwärmeren Ländern bald zu einer wichtigen Futter. Fig. 2113. Opuntia raonacantha(Willd.)Haw.(fruchtend.), auf Corsika.pflanze (auch beiderStraussenzucht) werden dürfte. ''h°t. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, Manchen.

Von den Buren in Südafrika wird sie Kaal.Blad

genannt. NachBrittonundRose gehört diese Art zum Subgenus Platyoptintia und zwar zur Series 20 Ficus.indicae. Bedeutend kleiner (meist nur 2 m hoch) ist die stets strauchige Opüntia Tüna 1 ) (L.) Mill. ( CäctusTüna L.). Die meist kleinen, selten bis 16 cm langen Glieder tragen auf den Areolen (2) 3 bis 5 (6), bis5 cm lange, bräunliche Stacheln und bis 11 mm lange ebenfalls bräunliche Glochiden. Blüten gelb. Früchtebirnförmig, rot, bis 3 cm lang. Die süsslich schmeckenden Früchte sind wenig beliebt. Die Pflanzen werdengleichfalls an Rinder verfüttert, sollen aber eine abführende Wirkung haben. Die aus Westindien stammendeArt ist zufolge der früheren Cochenille-Kultur heute im Mittelmeergebiet, in Südafrika, Südasien und Australienverbreitet. Opuntia monacäntha (Willd.) Haw. (= Cäctus l'ndicus Roxb.). Fig. 2109 und 2113.2 bis 4 (6) m hoher, verzweigter Strauch, zuweilen mit zylindrischem Stamm. Glieder oval bis länglich, nachdem Grunde verschmälert, 10 bis 30 cm lang, freudiggrün 3 auf den Areolen mit 1 bis 2 (oder mehr), 1 bis

4 cm langen, bräunlich »gelben bis dunkelschwarzen Stacheln. Blüten gelb bis rötlich, bis 7,5 cm breit. Früchte

5 bis 7,5 cm lang, purpurrot, lange bleibend, zuweilen proliferierend (Fig. 2109). Die Heimat dieser Art ist nichtgenau bekannt. Heute ist sie aber in ganz Südamerika, in Südafrika, in Australien und im Miltelmeergebiet(auf Corsika gemein und reichlich fruchtend) vollständig eingebürgert (Fig. 2113). Opün tia RafinesquiHEnglm., eine kleine, aus Nordamerika (Mississippital) stammende Art, wurde bei Potsdam-Berlin im Wildpark(unter Kiefern) und bei Meran (auch Kuchelberg und in der Gilf) verwildert angetroffen. Nach Brittonund Rose dürfte diese Pflanze mit Opuntia vulgaris Mill. identisch sein.

') Vom arabischen tin = Feige.