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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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dann in Zentralamerika (Honduras, Guatemala), auf einigen Inseln von Westindien, in Peru usw. im Grossenbetrieben. In Mexiko, wo die Kultur sehr alt ist und zur Zeit der Eroberung (1518) unter Cortez sehr ver«breitet war, heissen diese Opuntien.PflanzungenNopalerien". Trotzdem Lopez de Gomara bereits 1525die Cochenille als Tier ansprach, wurde sie doch lange Zeit für ein pflanzliches Produkt angesehen, bis sieP lu mie r 1666 als Insekt erkannte und van Leeuwenhoek 1703 sie richtig bestimmte. Die Droge Coccio»Tieila (Pharm. Helv.), auch Alkermeskörner geheissen, stellt die getrockneten 6 bis 8 mm langen und4 bis 5 mmbreiten, fast kugeligen ungeflügelten Weibchen dar (Fig. 21071), welche den früher sehr geschätzten feurig hochrotenFarbstoff Karmin enthalten. Dieser ist als i reine Karminsäure zu betrachten, da neben dem Farbstoff nursehr wenig tierische, stickstoffhaltige Substanzen (Tyrosin) und zuweilen etwas Tonerde darin enthalten sind.Der zuerst von Warren de la Rue rein dargestellte, kristallisierbare Farbstoff hat nach Liebermanndie Formel CssH^Ois, nach Dimroth und Kämmerer (1920) CasHaoOis und leitet sich vielleicht wie dieKermes» und die Laccainsäure von einem Oxymethylan»thradiinon ab. Der Farbstoff ist wahrscheinlich als Kali»salz im wesentlichen im Fettkörper und Dotter enthalten.

Ausserdem enthält die Droge noch 0,5 bis 4,2% Wachs{Coccocerin = CsoHeo [CsiHeiOs]!), das den Ester desCoccerylalkohols (C»o Hes Os) und der Coccerinsäure{C8iH6»Os) darstellt, und Fettj letzteres besteht aus 57°/oMyristinsäure, 35% Oelsäure und 8% Linolsäure. Früher,bis zur Einführung der synthetischen Anilin» oder Teer»farbstoffe (besonders Fuchsin), hatte der echte Karmingrosse Bedeutung in der Färberei zur Erzeugung Scharlach»roter Töne (besonders auf Zinnoxydbeizen) in der Kattun»,

Woll» und Seidenfärberei (auch in Mischung mit Quercitron,

Gelbholz, Waid [Isatis], Alaun, Chlorzinn, Weinstein undzur Erzeugung von Nuancen), dann als Aquarellfarbe oderCarminladc (Florentiner», Wiener», Pariser», Venetianer»,

Münchner.Kugelladc, Neurot, Carmoisinrot, Groseille» undPonceau»Laque), zur Herstellung von roter Tinte, derammoniakalischen Cochenille (durch Auslaugen mit Am.monlak und Fällen mit Tonerdehydrat), zum Rosa» undCarmoisinfärben, zum Färben in der Mikroskopie, alsFärbemittel von Schminken, Zahnpulvern, Mundwässern usw.

Medizinisch hat die Droge als Tinctüra Coccionellae etwelcheBedeutung gegen Keuchhusten (in Verbindung mit Kalium»carbonat), früher auch gegen Atonie der Harn Werkzeuge. ZurGewinnung der Droge werden jeweilen kurz vor der Eiablagedie befruchteten Weibchen (Fig. 2107 r) in den Plantagen 3 bis4mal im Jahr von den Opuntien abgebürstet (die viel kleineren,geflügelten mit 2 Schwanzborsten versehenen Männchen{Fig. 2107 s] sterben nach der Begattung bald ab), wobei man einen Teil der Tiere zur Erzeugung einer neuenBrut auf den Pflanzen zurücklässt. Hierauf tötet man die Tiere durch Eintauchen in heisses Wasser oderdurch Schwefeldampf, um sie alsbald in Backöfen, auf Metallplatten oder an der Sonne zu trocknen. Undzwar sind die in Oefen getrockneten Tierchen mit einem weisslichen Staub bedeckt (Silbercochenille, GränaJaspeäda), die in der Sonne getrockneten sind blaugrün (Blaue Cochenille, Gräna renegrida, engl, foxy), diedurch Wasserdampf auf Metallplatten getrockneten endlich glänzend, rötlich bis braunschwarz (SchwarzeCochenille, Gräna negrilla). Als beste Sorten gelten jene von Honduras; im allgemeinen liefert die ersteErnte (Zakkadilla) das beste Erzeugnis. Weiter unterscheidet man Grana fina mestica oder mesteque derkultivierten und die weniger geschätzte Grana silvestre von der wilden Cochenille; durchschnittlich erntetman von 1 Hektar Nopalpflanzung rund 300 kg Cochenille; auf 1 kg kommen etwa 140000 Tierchen. Da dieSpanier die Kultur in ihren Kolonien zu monopolisieren trachteten, verboten sie die Ausfuhr lebender Tierebei Todesstrafe. Solche kamen erst 1806 nach Cadix und Toulon. Die Akklimation begann mit i Erfolgauf Korsika und Sardinien, im Litorale von Südspanien (zwischen Valencia und Granada), von 1833 vor allemauf den Kanaren, wo die Cochenillezucht auf Teneriffa grosse Bedeutung erlangte, dann auf Madeira, inSüdfrankreich Algier, auf Malta, in Aegypten und auf Java. Ehedem hatte im nördlichen Deutschland und be«sonders in Polen ein cochenilleartiges Insekt, die Polnische, Johannis.Blutlaus oder vermiculi (Porphyrö.phora Polönica L.) einige Bedeutung, die vor allem auf den Wurzeln von Scleränthus perennis L. lebt.