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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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686
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Das Insekt, das um Johanni gesammelt wurde, war von purpurvioletter Farbe. Heraldisch ist die Opuntia imWappen von Mexiko vertreten. Auf einer Nopalpflanze sitzt ein natürlich gefärbter Adler mit ausgebreitetenFlügeln, eine grüne Korallenschlange im Schnabel haltend (Fig. 2121 f). Aus diesem Wappen, das bereits 1724für die Stadt und den Staat Mexiko Geltung hatte, bildete Kaiser Augustin (Iturbide) 1822 das Reichswappen.

Grosser Beliebtheit erfreuen sich die Kakteen bei uns als Zierpflanzen und zwar einerseits wegenihrer seltsamen, im Pflanzenreich einzig dastehenden Lebensformen und ihrer prachtvollen, oft riesig grossen(bei Phyllocactus hamatus bis 42 cm breiten) Blüten, andererseits wegen ihrer grossen Anspruchslosigkeit, ihrerleichten Kultur und einfachen Vermehrung. Nach Schübe wurden in Schlesien zur Zeit Ludwigs XIV. (1643bis 1715) bereits Opuntia Ficus Indica und O. Tuna sowie Cereus Peruvianus und C. triangularis kultiviert,im Hortus Eystettensis (1597) Melocactus communis und Opuntia Ficus Indica. Fleute werden von Liebhaberneine ganze Anzahl von Kakteen als Topf» und Zimmerpflanzen (gern in sog.Kakteenkästen") oder aber imSommer in Gärten als Gruppen» und Einzelpflanzen gehalten. Allgemein beliebt sind die rotblühenden Blatt»

kaktus (meist Hybride); in Bauernstuben wird häufig der Schlangenkaktus(Aporocactus [Cereus] flagelliformis) angetroffen (Fig. 2119). Für grössereKulturen sind besondere Gewächshäuser mit trockener Luft erforderlich.Mit Vorliebe werden auch monströse, abnorm verbreitete, fasziierteund darmförmig gewundene, sog.cristate" Formen (Hahnenkämme")und zwar gern auf Unterlagen veredelt (Fig. 2010) gezogen. Nicht seltenbegegnet man den Kakteen in Gesellschaft von anderen Blatt» und Stamm-sukkulenten (vgl. Fig. 105 der Einleitung), so von stammsukkulenten,afrikanischen Euphorbien, Asclepiadaceen (Stapelia, Huernia, Caralluma),von blattsukkulenten Portulacaceen (Anacampseros), Crassulaceen,Aizoaceen (Mesembrianthemum), Liliifloren (Agave, Aloe, Gasteria,Haworthia usw.) u. a. Nur eine kleine Zahl von Kakteen vermagnördlich der Alpen unter Bedeckung im Freien zu überwintern,so Opuntia Rafinesquii Engelm., O. vulgaris Mill., O. rhodantha K.Schum., O. xanthostemma K. Sdium.) und O. Camanchica Engelm. Fürdie Kenntnis der Kakteen und deren Kultur gibt es eine ganze Anzahlvon Monographien und guten Handbüchern: Schumann, K. Gesamt»beschreibung der Kakteen (Monographia Cactacearum. Neudamm 1899mit Nachträgen; Schumann, K. Blühende Kakteen (IconographiaCactacearum) fortgesetzt von M. Gürke und F. Vaupel. Neudamm 1900bis 1921; Britton, N. L. und Rose, J. N. Descriptions und illustra«tions of plants of the Cactus family (4 Bände). Carnegie Institution ofWashington 1919 bis 1923; Schelle, E. Handbuch der Kakteenkultur. Stuttgart 1907; För s t er R ü m p 1 e r.Handbuch der Cacteenkunde. Leipzig 1886; Roth er, W. O. Unsere Kakteen und Sukkulenten, ihre Anzuchtund Pflege (V. Auflage, bearbeitet von Alwin Berger). Frankfurt a. O. 1923; Hirscht, Karl. Der Kakteen»und Sukkulenten Zimmergarten in Idealismus und Praxis, III. Aufl., Neudamm; Maass, Harr. Die Schönheitunserer Kakteen. Frankfurt a. O. 1924; Foobe, F. Die Kakteen und ihre Kultur. Perleberg 1925; Rümpler.Die Sukkulenten. Berlin 1892; Graebener, L. Kakteenzucht. Berlin 1925; Knippel, R. Leitfaden zur Pflegeder Kakteen. Frankfurt a. O. 1921; Thomas, F. Kurze Anleitung zur Zimmerkultur der Kakteen. 7. Aufl.Neudamm 1925; Daul. Illustriertes Handbuch der Kakteenkunde. Stuttgart 1890; Vaupel, Fr. Monographieder Kakteen. Berlin.Dahlem, 1925. Weitere Arbeiten sind jene von Pfeiffer, Lemaire, Suringar, Salm»Dyck, Engelmann, Otto undPfeiffer, Griffiths, Schiller, Wislizenus, Coulter, S. Watson,Philippi, Vaupel u. a. Seit 1891 erscheint in Berlin die MonatsschriftKakteenkunde" als Organ derDeutschen Kakteengesellschaft, neuerdings alsZeitschrift für Sukkulentenkunde". Vereinigungen von Kakteen»bezw. Sukkulentenfreunden gibt es in verschiedenen Städten.

Die Kakteen werden allgemein als eigene Familie angesehen und öfters als Reihe der Opuntiälesden Parietales angeschlossen. Die Ansicht von K. Schumann, R. Wettstein u. a., dass die Reihe phylo»genetisch zu den Centrospermae, besonders zu den Aizoaceae in naher Beziehung steht, gewinnt immer mehran Boden. Die systematische Gliederung der wenig scharf umschriebenen, durch viele Uebergänge miteinanderverbundenen, noch sehr im Flusse befindlichen Gattungen und Arten, ist äusserst schwierig. Neuerdings spaltenBritton und Rose die Familie in ihrer Monographie in 124 Gattungen mit über 1200 Arten auf, während Schu»mann nur 20 Gattungen unterscheidet. Allgemein üblich ist die Gliederung in die 3 Unterfamilien der Peireski»oideae, Opuntioideae und Cereofdeae, von denen die erstere die ursprünglichsten Formen aufweist.

1. Unterfamilie Peireskiofdeae. Aufrechte oder kletternde Dornsträucher mit flachen, breiten,± fleischigen, assimilierenden Laubblättern und mit runden, reichlich verzweigten Sprossen, in der Tracht an

Fig. 2110. Gymnocaly cium (Echinocactus)gibbosum (Haw.) Pfeiffer, f. cristatum(Hahnenkamm") auf einem Cereus gepfropft.