Arten zu kreuzen. Die Blüten sind oft sehr kurzlebig oder öffnen sich überhaupt nur einmal und zwar inder Nacht (nyctatigame Blüten) wie bei der eigenartigen „Königin der Nacht" (Selenicereus grandiflorus) und „Prin»
Zessin der Nacht" (Selenicereus nycticälus und S. pte»ränthus), bei Phy llocactus grandis, Melocactus. und Dis.cocactus=Arten. Die Samen der beerenartigen, meistroten, seltener weissen oder gelben Früchte, die inihrer Grösse zwischen Erbsen (Rhipsalis) und kleinenKorallen oder Kerzchen (Neomammillaria) bis zurFaustgrösse wechseln, werden durch Tiere endozoischoder epizoisch — vor allem durch Vögel und Eidechsen— verschleppt. Die gewöhnlich in grosser Zahl (meistmehrere Hundert) in einer streng genommenen „Halb,frucht" (bei Peireskia aculeata allerdings nur 4 bis 5) inder homogenen Fruchtmasse (diese geht in der Haupt«sache aus den Stielen der Samenanlagen hervor) vor«handenen flachen, fast scheibenförmigen, rundlichenoder gewölbten, oft gerandeten, glatten, höckerigenoder grubig punktierten Samen sitzen an den deutlichausgebildeten hyalinen Nabelsträngen (Fig. 2107 f, g)oft in büscheliger Anordnung. Die Keimung erfolgt fastbei allen Kakteen ungewöhnlich schnell, zuweilen nocham Tage der Aussaat. Nicht allzuselten kommt es vor(besonders bei Phyllocactus=Arten), dass die Samenbereits im Fruchtfleisch keimen. Der Keimling ist ofthakenförmig gekrümmt (Fig. 2107 k) oder spiralig ein»
Fig. 2106. Opuntia Ficus Indica (L.) Mill., au! Corsika. gerollt und oft nur wenig gegliedert. Die KeimblätterPhot. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München. ^ blattartjg (Fjg 2103)> zuweüen sehr k l ein oder
fehlen (Fig. 2104 a bis g) vollständig. Gelegentlich können Keimpflanzen mit 3 und 4 Keimblättern auftreten. Polyem»bryonie (Fig. 2104 h), Parthenokarpie sowie Prolification der Früchte können besonders bei Opuntien festgestelltwerden; seltener sind petaloid aus« , . . i t v
gebildete Staubblätter sowie eine ^ C^i) £ ' J a / ^\ i , A llft St' \
Vermehrung der Fruchtblätter undNarben. Stark ausgebildet ist fastbei allen Kakteen die vegetativeVermehrung durch die sich leichtablösenden, rasch sich bewurzeln»den Seitensprosse (Kindel), die als i) ■#! ^ ^
Stecklinge verwendet^ werden,
unfruchtbare samenlose Früchte Jffl ^ Jü #■
(Opuntia, Neomammillaria) ver« & ' C Äff» a J Wt
mögen neue bewurzelte Sprosse / \ \/'l %
bezw.Früchtezu bilden (Fig.2107 o, M Jjjmßjr
p,q). Bei Opuntia monacantha /' , * H
(Willd.)Haw.undbeiPeireskiaBleo ' A j '* " MjJH j
DC. können bis zu 4 Generationen f v. ~v
von Früchten, eine auf der ande» \ V y vrfrT
ren, beobachtet werden (Fig.2109). ViäP'jTj <7 j
Sehr verbreitet ist in der Gärtnerei, _ , ,
rig. 2107. «Warzen mit Blüte von N eomammillaria magniraamma Bntt.et Rose, b Hocker
namentlich bei Arten, die sich m jt Blüte von Echinocactus brevihamatus Engelm. c Stacheln mit Laubblatt einer
schwer bewurzeln oder langsam Peireskia. d Stachelbündel einer Opuntia. e Glochide (vergrössert). f, g Samen-
Pf r a Ä1 IT anlagen mit Funiculus von Echinopsis Eyriesii Zucc. und von Phyllocactus
wachsen, das „riropten . Als Un» acuminatus K. Schurn. h bis k Samen von Opuntia camanchica Engelm. von der
terläge verwenden die Kakteen» Seite, vom Rücken und im Längsschnitt. /Diagramm von Opuntia. m Frucht von
n Opuntia Ficus Indica (L.) Mill. n im Längsschnitt. o, jt? Proliferierende Frucht.
Zlicnter gewöhnlich Nereus«, Vjpun» ^ Vegetativ austreibende Frucht. — Cochenille Schildlaus (Dactylopius coccus
tia», Peireskia» und Echinopsis» Costa), r Weibchen, s Männchen, t Droge (getrocknete Weibchen). Fig. a, b und d bis l
Arten (Fig 2110 pag 686) und ° nacl1 K ' Schumann » c nach Warmin g, r und s nach Gilg, die übrigen Original.
Die grosse Mannigfaltigkeit in der äusseren Gestaltung lässt sich auf wenige Grundformen zurückführen.Die gewöhnliche Gliederung in Stamm und in Laubblätter zeigt die Gattung Peireskia j sie macht noch ganz den