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Epiphyllum. Als einzige Gattung, die sich auch in der Alten Welt verbreitet hat, ist Rhipsalis, ein auffallenderEpiphyt mit rutenartigen Sprossen und klebrigen, weissen oder roten, mistelähnlichen Beeren, zu nennen. Soist die im ganzen wärmeren Amerika vorkommende, baumbewohnende, weissbeerige R. Cassytha Gaertn. heuteim tropischen (hier zuerst von Welwitsch in Angola beobachtet) Afrika, auf Mauritius und sogar auf Ceylonverbreitet, während andere Arten auf Madagaskar (Rh. fasciculäta Haw.) und den Komoren (R. ComoriJnsisWeb.) vorkommen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Arten ehedem durch Vögel aus der Neuen Welteingeschleppt wurden. Für eine sehr alte Einschleppung mit späterer schrittweiser Weiterverbreitung sprichtder Umstand, dass sich in Afrika eine nicht geringe Zahl von wohlunterschiedenen Arten herausgebildet hat, wieR. erythrocärpa K. Schum. am Kilimandscharo und R. Madagascaridnsis Web. auf Madagaskar. Zufolge derKultur sind Opüntia Ficus indica (L.) Mill. (diese bereits im 14. Jahrhundert). O. Tu na (L.) Mill., O.monacäntha (Willd.) Haw. und O. vulgäris Mill. schon frühzeitig nach dem Mittelmeergebiet verschleppt worden,im )| llHM wo sie sich ganz eingebürgert haben (.pseudomediterrane
)/'I ISfil/ Arten") und vielfach wie Agave Americana [s. Bd. II,
Pag. 318] und Mesembryanthemum« Arten als mediterraneCharakterpflanzen angesehen wurden, ebenso nach Süd«afrika, nach Südasien und nach Australien. Auf Cor.
K*°> ' 'llPs !■ s '^ a sowie an der Riviera di Ponente macht neuer«
Jllik Tr ^ra flir ff, JjiJ VvShB B dings Opuntia monacantha der alteingebürgerten O.
Jj/bj 5p|i||8' 8 Ficus Indica den Raum streitig. Auch Nopälea
fflk Tf coccinellifera (L.) Salm.Dyck hat sich zufolge der
VI C iv Jfew Cochenille.Kultur in Spanien und auf den Kanaren
»aifc «äKjjl 1 stellenweise eingebürgert, in Spanien ausserdem (um
ff \\ yr v« ' ~ m 1 Malaga und Faro) Aporocäctus (Cereus) flagelli«
y jß ~b i) I förmis (L.) Lern, und (Sierra de Alhamilla und Cabo de
U ß M Gato) Hylocöreus trianguläris (L.) Britton et
' jf Rose, neuerdings in Südafrika (Transvaal, Natal) auch
I 111 / Iii H Peir6skiaB16o DC. Fossile Reste von Kakteen
ilHw^^ V" \lfl kennt man ^' s ' etzt
-"5j§B W8|fair ^' Wie wenige andere Pflanzengruppen zeigt der
Körper der Kakteen eine grosse Anpassung an dieI, -"gw Jf extremen Lebensverhältnisse, unter denen sie gedeihen.
7^— I Die ganze Tendenz ihrer Wuchsform geht dahin
f I m hinaus, ihre Oberfläche möglichst zu verringern, umSlSBf [' 'flll dadurch eine geringe Wasser Verdunstung zu erzielen.
Py I 1 1 Wie bei anderen ausgesprochenen Xerophyten ist die
^.§§| B t Oberhaut meist stark verdickt, mit Wachs überzogen,1 'V / \ ' ? während die Spaltöffnungen tief eingesenkt sind. Bei
/jP^ ^ foi W'- | l iWwk den meisten Arten stellt die Rinde das einzige Assi«
W J&m,* milationsorgan dar, zumal die Laubblätter (ausge«
/f J nommen die Gattung Peireskia und viele Opuntien), sofern
diese überhaupt ausgebildet werden, sehr frühzeitigabfallen. Auch an den Keimpflanzen sind die Laubblätterbei einzelnen Gattungen (Echinocactus, Mammillaria)nicht ausgebildet (Fig. 2104). Die Hauptmasse des Kör«pers besteht aus einem chlorophyllfreien, teilungs«fähigen, wasserspeichernden, in Trockenzeiten zusammen,schrumpfenden Gewebe, dessen Wasserverdunstung durch den reichlichen Schleimgehalt erschwert wird.W.Wein gart nimmt an, dass zumal alte verwitterte und aufgespaltene Stacheln Wasser aufnehmen könnenund so wie Fliesspapier arbeiten. Bei den stachellosen Formen soll eine ähnliche Wasseraufnahme durchhydathodenähnliche, umgebildete Spaltöffnungen („Saugspalten") erfolgen.
Bei der grossen Mehrzahl der Kakteen fehlen die Laubblätter gänzlich; sie sind verkümmert undnur in der allerfrühesten Anlage als kurze Läppchen nachweisbar. Dagegen entwickeln sich ihre Achsel.Produkte (Blattkissen) durch Verdickung zu Pyramiden», kegel», zitzen. oder warzenartigen Erhebungen, die zuschraubenförmigen oder geraden Rippen zusammenfliessen können. Bestimmte Stellen dieser Höcker, welcheStacheln oder eigenartige, sehr kleine Widerhäkchen tragende Borsten („Glochiden") besitzen, heissen „Areolen"(Fig. 2107 a, d, e). Sehr oft nehmen sie den Scheitel der Höcker und Warzen bezw. den First der Rippen ein, kommenaber auch auf der Aussenseite der Früchte vor. Bei den Opuntien bedecken die filzigen Areolen als wenig
Fig. 2104. Keimpflanzen verschiedener Kakteen: 0 Neomam-millaria carnea Zucc. b Frailea (Echinocactus) cata-phracta (Dams). c Malacocarpus Leninhausii (Haage).d Harrisia (Cereus) Bonplandi (Parm.). e Neomam-mi 11 a r i a r h o d a n t h a Link et Otto. /Lophocereus (Pi-
locereus) SchottiiEngelm. ^Echinocactusingen Zucc
h Polyembryonie bei Opuntia Ficus Indica (L.) Mill.