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Unsterblichkeits-Kraut — Vao.
Gegensatz zum Citramarinum, dem diesseitigen, d. i. meist Bergblau oder einähnliches Kupfermineral) findet siehim angeblich GEBERschen, ,Libee claeitatis",das im 14. Jahrh. aus arabischen Vorlagen übersetzt oder zusammengestelltwurde 1 .
Unsterblichkeits-Kraut.
Zur Zeit des persischen Königs Chosboes (531—578) verbreitete sich dasGerücht, eine Pflanze, die stete Gesundheit und ewiges Leben gewährleiste,wachse in Indien, und der Herrscher plante daher, sie von dorther holen zulassen. Die nämliche Nachricht gelangte auch nach China, so daß mehrere Kaiserder tang -Dynastie (618—906) Vertraute aussandten, um das Wunderkraut herbei-zuschaffen; einige von ihnen wurden bei dieser Gelegenheit durch Hofschranzenvergiftet 2 .
Tatsächlich erwähnen indische Schriften, z. B. die Erzählungen der Sammlung„Jatakam ", den „Unsterblichkeitstrank, den Hunderttausende trinken" 3 ; dochsind derlei Sagen bei sehr vielen Völkern verbreitet, umfassen Kräuter undBäume, Quellen und Gewässer u. dgl. mehr, und hängen zumeist mit Vorstellungenvon den Speisen und Getränken der betreffenden Götter zusammen, also z. B.mit denen von Nektar und Ambrosia (Ix^ijßQOTog, ämbrotos = unsterblich) 4 .
Urmensch, göttlicher.
Über diese Gestalt, die u. a. in der persischen Kosmologie eine wichtige Rollespielt, vgl. Reitze nstein und Schaeder : „Studien zum antiken Synkretismus" 5 .S. auch unter „Persische Einflüsse".
ITsifur.
Das Wort c usifür (eigentlich usfür) kann außer dem (gelben) Schwefel aucheinen gelben pflanzlichen Farbstoff bezeichnen, z. B. Safran 6 .
'Uzza.
Der im „ Buche des Krates " vorkommende rätselhafte Ausdruck „"ÜzzädesGoldwassers" 7 verdankt nach Ritska 8 sein Dasein lediglich der falschen Setzungeines sog. diakritischen Punktes: das richtig gelesene Wort lautet „girä (oder ga-ran) al-dhahab" = Leim des Goldes, d. i. die wörtliche Übersetzung des grie-chischen Chrysokolla. ■—■ Der arabische Text des genannten Buches bei Berthe-lot , den Hotjdas herausgab, wimmelt von derartigen Lese- und Druck-Fehlern.
Y.
Väc.
Vfic, die „Rede" [vgl. das lat. vox], die bei den Indern als eine „Götter undWelt bewegende Macht" schon im Rigveda eine große Rolle spielt und späterauch bei Beschwörungen, Zauberhandlungen u. dgl. ausschlaggebend ist, steht in
1 Dakmstaedter , „Arch." IX, 79 (1928). — 2 Reinaud , „Memoire sur l 'Inde" (Paris
1849) 130; z. T. nach Pauthier . — 3 Übers. Dutoit , a. a. 0. III, 320, 323; V, 360.
4 Gruppe u. Pfister , Ro. VI, 90ff. Wünsche , „Die Sage vom Lebensbaum und Lebens-
wasser" (Leipzig 1905). — 6 Leipzig 1927. — 6 Low, „Z. Semitistik" I, 148 (1922).
7 Rtjska , „Arab. Alchem." I, 20. — 8 Brief vom 9. Dez. 1930.