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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Turba Philosophorum.

Steinschneider hat in einer Untersuchung über die Namen der Philosophendie zuerst veröffentlichten Fassungen mit B und C, die in Reden eingeteilte mitA bezeichnet. Er hält A für die älteste Form der Tubba , die nach ihm eine Über-setzung aus dem Arabischen ist, B betrachtet er als eine zweite selbständige Über-setzung, C als Bearbeitung von B unter Benutzung von A 1 . Seine Aufstellungenwerden durch neuere, im Druck befindliche Untersuchungen von Ruska fürA und C bestätigt, es zeigt sich aber, daß auch B nur eine Bearbeitung von A ist.

Die Prüfung der in deutschen, englischen und französischen Bibliotheken auf-bewahrten Handschriften hat überraschende Ergebnisse gebracht. Es liegen zahl-reiche ältere und jüngere Handschriften vor, die der Passung A entsprechen (dieälteste und beste, im Besitz der Preußischen Staats-Bibliothek, hat Ruskaseiner Neuausgabe des Textes zugrunde gelegt), ferner Vertreter einer zweiten, bis-her unbekannten Klasse in Paris, Manchester und Oxford, in denen rund 30 Redenfehlen; dagegen ist von den Bearbeitungen B und C bisher keine Handschrift auf-gefunden worden.

Berthelot schwankte noch zwischen der Annahme einer arabischen oderhebräischen Vorlage der lateinischen Turba und hielt es für wahrscheinlich, daßder Araber eine griechische Vorlage benutzte. Ruska hat zunächst den Nach-weis geführt, daß nur ein arabisches Original in Frage kommt. Zahlreiche bisherunerklärte Philosophennamen erweisen sich als Entstellungen griechischer Namen.Sie lassen sich methodisch wiederherstellen, wenn man die lateinischen Formenin arabische Schrift überträgt und von dieser aus auf die griechischen zurück-schließt. So ergeben sich die Gleichungen Arisleus =Archelaos, Iximidrus =Anaxtmannitos, Pandolfus = Empedokles, Menabdus und Mundus = Parme-nides, Lukas = Leukippos, Eximenus =A:naximenes, Acsoboeen = Xenopha-nes, Frictes und Scites = Sokrates, Bonellus =Apollonios, Horfolcos =Herakleios usw. Aus dem Arabischen sind auch die sämtlichen nichtlateinischenStoffnamen restlos zu erklären: so ist absemech = al-ithmid, halsut = halazün(Schnecke), satis = zädsch (Vitriol); andere gehen über das Arabische auf dasGriechische zurück, wie borites = 'fCVQirrjs (nicht hebr. borith, wie Berthelotvermutete), corsufle = yuvai'i/jiU.u, efflucidimus = v.lavdiavös, ethel = aUhii'/.rj,gadenbe = zadftela, geldum = ''li.ööviov usw. Weitere Beweise für islamischenUrsprung der Turba sind die charakteristisch islamischen Anrufungen Gottes,das in der Rede des Eximenus vorkommende islamische Glaubensbekenntnis,und die Entdeckung arabischer Paralleltexte, ferner auch noch die ErwähnungeinerVersammlung des Pythagoras " bei Abu'1 Qasim alTräqI (13. Jahrh.)und bei Hadsohi Ciial'ifa.

Viel schwieriger ist die Frage zu erledigen, ob die arabische Turba ihrerseitseine Übersetzung aus dem Griechischen ist. Die sehr enge Abhängigkeit ihresVerfassers von den Gedankengängen der griechischen Alchemisten läßt sich auszahlreichen Parallelstellen erweisen; insbesondere sind zusammenhängendeStücke aus den Physika kai Mystika " des Demokritos in die Turbareden auf-genommen. Es fragt sich aber, ob die Form der Darstellung und die Tendenzder Turba aus der griechischen Alchemie zu erklären ist. Ruska verneint dies;

1 Steinschneider, Die europäischen Übersetzungen aus dem Arabischen bis Mittedes 17. Jahrh. Sitzgsber. Akad. Wiss. Wien, Phil.-hist. Kl. CLI. 1905, S. 6272.