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Philosophen halten, finden sich in einer arabischen Schrift erwähnt, die u. a.auch der „Versammlung des Pythagoras " gedenkt (vgl. „Synagogö", „Synode"),und aus falschen Lesungen dieser arabischen Vorlagen erklären sich unschwerdie vielen Entstellungen der Namen, die z. B. aus Anax imandros Iximidrusmachen, oder aus Xenophanes Acsubofen 1 ; da auch Heraklius , d. i. Kaiser He-rakleios (610—641), als Redner auftritt, dürften jene arabischen Schriften nichtvor etwa 800 abgefaßt sein 2 .
Der nämliche Heraklius kommt als Harfulcus auch im lateinischen Text dersog. „ Vision des Arisletjs " vor, die sich nach Anlage und Durchführung durch-aus der Turba anreiht: bei einer „Nachsitzung der pythagoreischen Synode" trägt,gemäß Aufforderung des Pythagoras, Arisletjs einen allegorischen Traum vor,betreffend die alchemistische Vereinigung des Prinzen Kabritis (arab. kibrit =Schwefel) mit der Prinzessin Beua (arab.baidä = die Weiße, d.i. Quecksilber), alsderen Frucht Zinnober entsteht 3 .
Die Erörterung wissenschaftlicher Lehren in Form von Gesprächen zwischenden Anhängern der verschiedenen philosophischen Schulen, die dabei ihre Mei-nungen vortragen, begründen und verteidigen, erwähnt (und benutzt) verschiedent-lich schon Cicero , der dabei wohl, wie er selbst andeutet, älteren, d. h. grie-chischen Vorbildern folgt 4 . Später scheinen derlei „Disputationen" andauerndbeliebt geblieben zu sein, wie noch ihre Nachwirkung in jener des , , Platon mitAristoteles " aus frühmittelalterlicher Zeit (vor700) bezeugt 5 . Aus hellenistischenSchriften verwandter Art mögen auch Syrer und Araber geschöpft haben; soz. B. berichtet Al-Tha Alibi in seinem um 1010 auf Grund weit älterer Quellenverfaßten Geschichtswerke 6 von einer Versammlung an der Leiche Alexandersdes Grossen , der neben dessen Mutter, Gemahlin, Ministern und Dienern (biszum Koch herab) auch die griechischen Philosophen beiwohnten, u. a. Aristo-teles, Platon, Ptolemaios, Diogenes, Dorotheos, Balinäs (= Apolloniusvon Tyana), TubIka (?), Demokritos, Sokrates, Philagrios (?) und noch16 Ungenannte. Die Gemeinplätze, in denen sich diese großen Geister ergehen,stehen ganz auf der Stufe der aus der Turba bekannten und geben wohl einenHinweis darauf, auf welche Art V orlagen deren arabische Urf assungen zurückgriff en.
Zusatz 7 : Unter dem Namen „ Turba Philosophorum " findet sich in derSammlung „ Auriferae Artis antiquissimi Authores " 8 , im „ TheatrumChemicum " 9 und in Mangets „Bibliotheca Chemica" 10 eine lateinischeSchrift über Alchemie gedruckt, die sich als Bericht über eine unter dem Vorsitzdes Pythagoras tagende Versammlung von Philosophen bezeichnet. Der ältesteDruck gibt zwei Fassungen wieder, von denen die erste einen fortlaufenden Textbietet, die andere in 78 „Sententiae" zerlegt ist; eine dritte, aus 72 „Sermones"bestehende wurde erstmals in Band V des „Theatrum Chemicum" wiedergegeben.
1 Ruska in „Forschungen und Fortschritte" VI, 4 (Berlin 1929) und bei Bugge I, IS ff.
2 Ruska in „Forschungen . . — 3 Ruska, Stick er -Festschrift" (Berlin 1930), 20.
4 Zeller , „Philosophie der Griechen" (Leipzig 1909) III (1), 673.
5 Normann, „A. Med." XXIII, 68 (1930). Vgl. die Disputation beider in den „Er-
läuterungen zu den Philosophen" des Dschabir (s . diesen), um 900. — 6 a. a. O. 450ff.
7 Das Nachstehende gründet sich auf eine briefliche Mitteilung Herrn Prof. Ruskas
vom 5. Dezember 1930, zu deren Benutzung er freundlicherweise seine Zustimmung
gab. — s Basel 1572. — 9 Ed. Zetzner , Straßburg 1613 u. 1659. — 10 Genf 1702.