212 Tinten, ägyptische — Turba Philosophorum.
Zahlen, Berechner der Zeit, Erfinder von Elle, Maß, Gewicht und Waage, Herrder Ordnung im Himmel und auf Erden, Arzt und Zauberer. Schon im altenReiche (3000—2500) hatte sich die Verschmelzung aller dieser Formen vollzogen,obwohl sich einzelne so lange weiter erhielten, daß noch Cicero ihrer 5 anzugebenweiß. In späterer Zeit gilt er für allwissend und allvermögend, zuletzt, z. B. inden medizinischen und magischen Papyri, für einen mystischen Allgott und Welt-gott, zu welcher Stellung schon die als eines „Helfers, Beraters und Geheimschrei-bers des Kbonos " eine Vorbereitung gewesen war 1 . Die Syrer verehrten ihn auchals Schlangengott, weil im Syrischen tütä = Schlange ist 2 .
Tinten, ägyptische.
Die färbenden Stoffe waren für schwarze Tinte Ruß, für rote Eisenoxyd, fürblaue und grüne Kupfersalze, sämtlich durch Gummi in Wasser aufgeschlämmt 3 ;die Ansicht von Mitchell , bunte Tinten seien erst um 700 v. Chr. aufgekommen 1 ,wird durch den Augenschein nicht bestätigt.
Titanos.
Der Name rhavog (Titanos) für Erde leitet sich vom babylonischen tit äni(= Gefäßlehm) und titu pisü (= weißer Lehm oder Ton) ab; solche Lehmartengalten auch seit altersher für bewährte Schutzmittel gegen Krankheiten 5 .
Treue Brüder.
Die große Enzyklopädie ihrer Schriften entstand um 950 in Basra, bleibtohne dessen geistige Atmosphäre ganz undenkbar 6 , und ist nach Kkaus als„Grundbuch" des Geheimbundes der ismailitischen Orga isation zu betrachten(s. Dschabir ). —• Einige Bruchstücke über Reinigung von Gold und Silber sowieüber Kalzination des Quecksilbers übersetzte Holmyard aus dem Arabischen 7 .
Troja.
Seine vorgeschichtliche Kultur gehört jener des großen und einheitlichen Ge-bietes an, das sich über den nördlichen Balkan bis nach Ungarn hinein erstreckt 8 .
Turba Philosophorum.
Dieser lateinischen Schrift, die trotz vieles Rätselhaften und Unverständlichenim Mittelalter sehr beliebt und weit verbreitet war 9 , liegen vermutlich arabischeOriginale zugrunde, von denen Ruska in einer Veröffentlichung Holmyardseinige Stellen nachwies, anscheinend Pseudepigraphen, die den alten griechischenPhilosophen alchemistische Werke unterschieben, um sich so ihre Autorität zu-nutze zu machen 10 . Drei der Reden, die einige der über Alchemie disputierenden
1 Boeder, Ro. V, 850ff. Gressmann, PW. IA, 1816. Grimm , ebenda 2244. Boylan,„Thot, the Hermes of Egypt" (Oxford 1922); „A. Bei." XXI, 472 (1923).
2 Baudissin , bei Dorn seife , a. a. O. 23. — 3 Lucas , „Chem. Zbl." 1922, 947 (Techn.
Teil). — 4 Ebenda 1923 B, 667. — 5 Eisler , „Orph.-Dionys." 253. — Da zhauos nicht Erde
heißt, sondern Kalk, ist diese Etymolc gie unzutreffend ( Ruska).
6 Schaeder , „Islam" XIV, 7 (1924). — 7 „Nature" (London) 1922, 778; „Isis" VI,
210 (1923). — 8 Däerup , Ro. V, 1248.
9 Vgl. z. B. die allein in England vorhandenen Handschriften bei Singer , a. a. O.
(Brüssel 1928), 18ff. — 10 Ruska , „Tab. Smar." 58; ,,Z. ang." 1929, 607.