Thaies — Thot. 211
einer Abschrift von 1210 zu Kairo aufgefunden und dort 1928 durch Sobhy(arabisch) herausgegeben 1 .
Thaies.
Die Uberlieferung seiner Lehren ist im nämlichen Lichte auzusehen wie jeneder dem Pythagoras zugeschriebenen (s. diesen); stets bleibt festzuhalten, daßdie archaische Philosophie und Kunst der Griechen orientalischem Mutterbodenentsprangen, dessen Einflüsse tiefgehende und unverkennbare waren 2 . Diese Er-kenntnis beeinträchtigt in keiner Weise den Ruhm der eigenen Leistungen desgriechischen Genius.
Theophilus Presbyter.
Nach Degering ist Ilgs Ansicht von der Identität des Theophilxjs mit demMönche Rugertjs in Helmershausen um 1100 nicht aufrechtzuerhalten; seinerAnsicht nach wurde der Urtext der„ Schedula " um 950, vielleicht schon baldnach 800, in Köln niedergeschrieben, und zwar von einem aus Byzanz stammendenMönche Theophilus , der in Deutschland den Namen Rugerus angenommen odererhalten haben mag 3 . In einem Manuskript des 13. Jahrh. wird die „ Schedula"als „ Tractatus Lumbardicus " bezeichnet 4 , was vielleicht eher auf norditalischeVermittelung hinweist.
Theophrastos der Alchemist.
Eine Übersetzung und Erklärung seines Gedichtes veröffentlichte Browneunter dem Titel „The poem of the philosopher Theophrastos upon the sacredart" 6 . Vgl. unter „Aichemistische Gedichte".
Theophrastos von Eresos.
Seine botanischen Werke, so wie sie jetzt vorliegen, sind wohl erst um 250bis 225 umredigiert und dabei vielfach abgeändert und ergänzt worden 6 ; das9. Buch der „Historia Plantarum" zeigt besonders deutliche Züge alexandrini-schen Ursprunges 7 .
Thölde.
In einem Exemplar des dem sog. Basilius Valentinus (s . diesen) zugeschrie-benen „Triumphwagen Antimonii", mit eigenhändiger Widmung Thöldes , be-zeichnet sich dieser ausdrücklich als Verfasser 8 .
Thomas, der Apostel Indiens.
Die ganze ihn betreffende Legende, mit allem, was sich an sie anknüpft, istdurchaus hinfällig, denn die erste Kenntnis vom Christentum erscheint frühestensum 200 n. Chr. im äußersten Nordwesten Indiens und allein dort 9 .
Thot.
Er ist u. a. Erfinder der Schrift, Schreiber der Götter und des Königs, Herr-scher der Bücher, Oberhaupt der Bücher, Erster des Bücherhauses, Herr der
1 „Isis" XIII, 365 (1930). — 2 Frank , „Pythagoras . . 77, 144.
3 „M. G. M." XXVIII, 35 (1929). — 4 T horndike II, 800.
5 „The scientific Monthly" XI, 193 (1920).— 6 Thorndike, „sudhoff -Festschrift"
(Zürich 1914), 73. — 7 Singer , „Isis" X, 519 (1927). — 8 Sudhoff , „Janus" (Leiden
1921) XXV, 120. — 9 Garbe , „Bhagavadgitä" (Leipzig 1921), 40.
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