Summa — Syrer. 205
sprechung erwähnt 1 ; Zusammenfassendes bietet vor allem Woolley , der auchdie jeweiligen chronologischen Verhältnisse, die richtige Anordnung der in Fragekommenden Dynastien usf. eingehend erörtert und klarlegt 2 .
Aus dem letzten seiner Werke sind noch einige besonders merkwürdige Tat-sachen zu ersehen: in den ältesten bisher erschlossenen Schichten zu Ur (von 4000oder früher) fanden sich große Pokale aus Blei, in etwas jüngeren vortrefflichgearbeitete Tierfiguren aus sehr dünnem, über Holzunterlagen ausgehämmertemKupferblech, in noch jüngeren allerlei Bronzegeräte mit einem ganz bestimmtenGehalte an Nickel, den so nur die Kupfererze von Oman am persischen Meer-busen aufweisen; um etwa 3500 bestanden also bereits Handelsverbindungen dahin,und ebenso bezog man den prächtig blauen Lasurstein aus der Gegend des Pamir,und den schön grünen Amazonit aus Mittelindien, —denn diese Fundstätten sinddie nächstgelegene i 8 .
Summa.
Dieser Ausdruck wird schon in der angeblichen Inschrift eines Schatzkästchensals Bezeichnung des „ Buches vom Schatze Alexanders des Grossen " über-liefert, das aber keineswegs „uralt", sondern erst zu später Zeit abgefaßt ist,etwa im 9. Jahrh. oder noch nachher 4 .
Synagoge.
Synagoge = Zusammenstellung, Vereinigung, ist schon seit altersher ein ge-bräuchlicher Titel für umfassendere Werke aller Art, u. a. geistes- oder natur-wissenschaftliche und auch mathematische, so auch noch bei Pappos im 3. Jahrh.n. Chr. 5 .
Synesios von Kyrene.
Die Frage der Identität des Alchemisten mit dem Bischof gleichen Namensgilt auch jetzt noch für nicht endgültig erledigt 6 .
Synode.
Die „ Turba Philosophorum " (s. diese) wird in der Einleitung als Bericht überdie „dritte Synode des Pythagoras (oder der Pythagoreer) 1 ' bezeichnet. ArabischeBruchstücke, die eine weitere Synode (gamäla) betreffen, entdeckten ganz kürz-lich Kraus und Ruska 7 .
Syrer.
Nach Ruska wurden die Syrer als alleinige Vermittler zwischen Griechen undArabern bisher überschätzt, selbst auf dem Gebiete der Medizin, da man dieEinflüsse des nordöstlichen Persiens nicht erkannt und gewürdigt hatte 8 . Seitdem 5. Jahrh. n. Chr., in dessen Verlauf die griechisch-syrischen Übersetzungenbeginnen, sind übrigens Träger der Vermittlung nicht die christlichen, fanatisch
1 Vgl. Boson , „M. G. M." XIX, 135; Orth, PW. XII, 112; Woolle ®, a.a .O.
2 a. a. O. 22ff. Woolley , „The Sumerians" (Oxford 1929); ders., „Ur und die Sünd-flut" (Leipzig 1930); ders., „Digging in the past" (London 1930). — Vgl. auch Jeremias,„Handbuch ..." (Berlin 1929); ders., „Weitanschauung der Sumerer" (Leipzig 1929).
3 „Digging ..." 91,118,136ff. — 4 Ruska , „Tab. Smar." 76. — 6 Heiberg , a. a. O. 42.
6 Grützmacher , „Synesios von Kyrene" (Leipzig 1913). Mieli , „Pagine di Storia
della Chimica" (Rom 1922), 65. — 7 Brief Ruskas vom 12. Dez. 1930.
s „Tab. Smar." 45, 167, 174; 173.