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Retorte.
und nach 900 abgefaßt sind, bleibt ihre Benutzung durch A l -RA zi zweifelhaft,und die fraglichen Stellen der Handschrift von Rämpür (Kopie von 1283 !) könntenauch nachträglich eingeschoben sein; über die alchemistische Literatur der Harrä-nier wissen wir aber, R tjska zufolge 1 , bisher überhaupt nichts, daher sind alle ein-schlägigen Schlüsse hinfällig, auch die über Beeinflussung der chinesischen Al-chemie in früher und der indischen in späterer Zeit (im 11. Jahrh.) von Harrän aus 2 .
Was sonstige chemische Werke A l -R äzis betrifft, so erschien das „Lumenluminum" (Licht der Lichter) genannte schon 1585 dem R ubeus als unecht 3 ,und auch das „Von den Alaunen und Salzen" kennen wir nur in der lateinischenÜbersetzung einer späten Fassung, die erst durch einen spanischen Araber unddann (wohl im 12. Jahrh. und unter Ausmerzung alles „Heidnischen") von einemchristlichen Verfasser überarbeitet wurde 4 . Das Werk beruft sich öfters auf D scha-bir , ferner auf G ilgil [d.i. der spanische I bn D schuldschul ], K hälid I hn J azid(s. diesen), H ebmes und P ictagoeas 5 , endlich auch auf die indischen Philosophenund ihre Geheimlehren 6 . Von Vorrichtungen nennt es u. a. das Wasserbad (bal-neum aquosum) 7 , Mörser aus Bronze (mortarium brundisii) und Geräte aus Kupfer(eramen) 8 , von Chemikalien u. a. stärksten Essig (acetum fortissimum, acerri-mum; s. diesen) 9 , Camphora (Kampfer) 10 , Plumbum alkalay (Zinn) 11 , Marchasitaund Magnesia 12 . Wiederholt gedenkt es der Ziele des „Opus nostrum" (unsererArbeit), d. i. der Alchemie, und fordert deren strenge Geheimhaltung 13 .
Viele chemische Angaben sind auch in den medizinischen Werken A l -R äzlszerstreut 14 , von denen wir jedoch noch keine kritischen und zuverlässigen Aus-gaben besitzen, und einiges Chemische und Alchemistische sollen ferner einigeihm zugeschriebene philosophische Abhandlungen enthalten. Als Philosoph ister noch durchaus eklektischer Platoniker 16 .
Betreffs der langen Nachwirkung A l -RA z'is sei erwähnt, daß wir noch aus dem14. Jahrh. ein Manuskript besitzen: „Dialog des RÄzi mit seinem Sohne M eelest" 16 ,das also die Namen des arabischen Gelehrten und des sagenhaften keltischenZauberers miteinander verknüpft!
Retorte.
Über (Ambix), den ursprünglichen Deckel oder Helm des Gefäßes, das
die zu destillierende Flüssigkeit enthält, vgl. die Ausführungen im „M. A. G." 17 .
Betreffs der Destillation und ihrer Entwicklung im Mittelalter s. die AngabenC aebonellis 18 , der auch ausdrücklich bestätigt, daß der italienische Name,,störte"der Retorten von „vasi ritorti" abzuleiten ist (= zurückgebogene Gefäße, ineinem Stück) 19 .
1 „Islam" XVII, 287ff. (1927).
2 Stapleton , a. a. O. 343, 406; 343, 344, 378, 402. Aus China wieder sollen die Har-ränier das Metall Charsini erhalten haben (ebenda 339ff., 398ff., 405).
3 „De destillatione" (Basel 1585), 151. — 4 Steele , „Isis" XII, 10 (1929).
5 Ebenda 15; 20; 16; 41. — 0 Ebenda 33, 41. — 7 Ebenda 42. — 8 Ebenda 37, 38;
beide Namen auf Italien hinweisend? — 9 Ebenda 42. — 10 Ebenda 28.
11 Ebenda 39, 41. — 12 Ebenda 33. — 13 Ebenda 18, 37.
14 Er verfaßte auch zwei Antidotarien: Steinführer (,,M. G. M." XXI, 215; 1922).
15 de Boer, „M. G. M." XX, 2 (1921). — 16 Singer , a. a. O. II, 523 (Brüssel 1930).
17 II, 251. — 18 Lippmann , „Isis" VIII, 474 (1925). — 19 Ebenda 474.