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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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183
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Räzi (Al -Räzi). 183

man (durch eine Art trockener Destillation) den künstlichen Nüshädir gewinnt(d. i. Salmiak, sog. Hirschhornsalz) 1 .

II. Abkömmlinge der Stoffe (Derivate). Dieser nur teilweise erhalteneAbschnitt zählt u. a. auf: Martak (Bleioxyd), Usrung (Mennige), Isfidag (Blei-weiß, mittelst Essigs bereitet), Zingär (Grünspan, ebenso), Rasukhtag (gebranntesKupfer, Kupferoxyd), Essigkupfer (Acetat, aus Kupfer und Kupferoxyd ge-wonnen), Za fran al-hadid (Gelb des Eisens, Host, mit Essig hergestellt), Daws(Eisenoxyde), Ttitijä (Zinkoxyd), Zungufr (Zinnober, aus Quecksilber und Schwe-fel bereitet); Schakk (Arsenigsäure), Glasgalle (Rückstände der Glasöfen), Qalimiga(Schlacken der Metalle), Chlorsilber 2 , Schabah (Legierung aus 4 Teilen Kupfer und1,5 Teilen Blei), Isfidrüj (= weißes Kupfer, Legierung aus 4 Teilen Kupfer und1 Teil Zinn), Täliqün (vom griechischen Metallikon? Legierung verschiedener oderaller Metalle); Kalilauge (aus al-Qili durch Kochen der Lösung mit Ätzkalk, De-kantieren und Eindampfen), Natronlauge (aus Natrün, ebenso), rotes Alkali(Schwefelnatrium, aus Natrün und Schwefel bereitet), roten Kalk (Calcium-Polysulfide, analog dargestellt);scharfe Wässer", d. s. die Laugen, Kalkwasser,Ammoniak, und die Lösung von Quecksilber in Salmiak (nicht aber Mineral-säuren, obwohl vielleicht bei der Destillation von Chloriden nebst Sulfaten un-reine Salzsäure erhalten, aber nicht weiter beachtet wurde) 3 .

III. Apparate. Zu den etwa 40 beschriebenen aus Metall, Ton, Glas usf.zählen: die Öfen (tannür, syrisches Wort, daher Athanor); Siebe aus Metall, Haarund Seide; Filter aus Leinen (auch nach Art des sog. GooCHschen Tiegels an-geordnet); Lampen (qindill, vom lateinischen candela); das Sand- und dasWasserbad (hammäm 4 ); die beiden übereinanderstehenden Tiegel (büt-bar-büt)zum Ausschmelzen durch sog. absteigende Destillation; die Geräte zum Destil-lieren, besonders des Rosenwassers, d. s. das Gefäß (qar'a = die Gurke), sein Helm(al-'ambiq, daher u. a. das franz. alambic), das Abzugsrohr (al-uthäl, Aludel)und der Sammelkolben (qarürah) 5 .

IV.Verfahren. Von diesen werden erwähnt: Ausschmelzen, Dekantieren undFiltrieren, Digerieren, Destillieren, Rösten und Kalzinieren, Sublimieren, Amal-gamieren (mit Quecksilber), Verflüssigen (auch zu einer dem Wachs gleichendenSchmelze, daher ceratio), Lösen und Maischen, Koagulieren. Ergebnis der Koagu-lation ist auch das Elixir, an dessen Bestehen und alchemistischer Kraft keinZweifel waltet.

V. Theorien. Sie beschränken sich auf die Lehre, daß die Einzelstoffe aus3 Komponenten bestehen, der eigentlichen Materie (gasad), mehr oder wenigerGeist (ruh) und mehr oder weniger Seele (nafs). Nicht gedacht wird der sog.Quecksilber-Schwefel-Theorie (s. diese).

Als wesentliche Quellen, aus denen die Handschrift von Rämpür schöpfte, be-trachten die Herausgeber die Schriften des D schäbir I bn H ajjan (s. diesen) unddie der Ssäbier zu Harrän, die selbst wieder sämtlich auf griechisch-alexandrinischeEinflüsse zurückweisen 8 . Da jedoch die Werke D schabirs nach K raus erst um

i Ebenda 390ff. 2 Ebenda 330, 331.

3 Ebenda 333. Salpeter wird nicht erwähnt, daher ist auch die angebliche Bekannt-

schaft mit der Salpetersäure ausgeschlossen. 4 Ebenda 334, 381.

5 Noch fehlt eine besondere Kühlvorrichtung, daher ist die vermeintliche Gewinnung

von Alkohol unmöglich. « Ebenda 336, 338ff., 366, 394ff.; 376.