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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Razi (Al-Räzi).

rein wissenschaftlich, und frei von aller magischen und astrologischen Geheim-tuerei ist. Diese 3 Bücher sind: a) Al-RäzisKitäb sirr al-asrär" von etwa 920,Abteilung 1 und 2, dessen Inhalt zum Teil in dem von Beethelot benutzten,,Liber secretorum Bubacaris" bewahrt blieb 1 , zum Teil in der dem Avicennauntergeschobenen alchemistischen SchriftDe anima"; b) Al-RäzIsMadkhalat-Ta'limi" =Lehrreiche Einleitung", d. i. der erste der ,,12 alchemistischenTraktate" von etwa 900, der um 1050 auch schon in Spanien bekannt war undden dort Ibn Wäfid von Toledo als Quelle des Ibn Al-Baitär nennt; c) Al-KhwArazmisMafätih al- c ulüm" =Schlüssel der Wissenschaften" von 980,cap. 9 des 2. Teiles, der durchaus aus Al-Räzi schöpft, namentlich aus b). Derwesentliche Inhalt der Handschrift läßt sich, unter Verzicht auf alle Einzel-beschreibungen, wie folgt in Kürze zusammenfassen 2 :

I. Stoffe; sie können mineralische, vegetabilische oder animalische sein.1. Die Geister, 4 an der Zahl: Quecksilber, Schwefel (gelber und roter), Arsen(gelbes und rotes, d. i. Auripigment und Realgar, also Schwefelarsen), Salmiak 3 ;dieser, der [flüchtige]Adler", kommt fertig aus Choräsän, wird aber auch künst-lich aus Haaren gewonnen. 2. Die 7 schmelzbaren Körper, d. s. die MetalleGold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei, Chärsini (s. dieses). 3. Die 13 Steine[Mineralien], d. s. Magnesia (helle und dunkle, weibliche und männliche), Markasit(die verschiedenen Pyrite), Daws (Eisenoxyde, Rost), Tütiyä (Zinkoxyd undandererRauch"), Lazward (Lasur; Kupfermineral Azurit), Dahnag (Malachit),Fairüzag (Türkis), Hämatit (Roteisenstein), Schakk (Arsenigsäure), Kühl (Blei-glanz), Talk (Glimmer, Asbest); Gips; Glas (aus Sand und Alkali, al-qili).4. Die 6 Vitriole, d. s. Schwarzerd), Alaun, Qalqand, Qalqadis, Qalqatär, Süri; siesind von gelber, grüner und anderer Farbe, aber nur die rein weißen färben sichnicht mit Galläpfelsaft (sind also eisenfrei). 5. Die 6 Boraxe, d. s. der der Gold-schmiede, Tinkär, Zaräwandi, der der Bäcker (ein Alkalikarbonat?), Natrün(Hydrat des Natriumkarbonats), Al-Gharb (Akaziengummi?).6. Die 11 Salze,d. s. das Süße (wohl Zucker) 4 , das Bittere (ein Magnesiumsalz?), Andaräni (Stein-salz), Tabarzad (hartes Steinsalz) 5 , Naphthasalz (mit Erdöl durchtränktes), Indi-sches (dunkelfarbiges Steinsalz), Eiersalz (nach Schwefelwasserstoff riechend oderschmeckend), Harnsalz (aus Urin), Kalksalz (gelöschter Kalk), Natrün (Salz derEichenasche, Pottasche), Al-Qili (Kali, Asche der Salzpflanze Salsola u. dgl., ab-geleitet vom assyrischen ukhulu = Lauge der Salzpflanzenasche?) 6 . 7. Vegeta-bilische Stoffe, u. a. die Pflanzenasche Ushnän (die nicht als Alkalikarbonat er-kannt wird); diePhilosophen" beachten und benutzen sie nur in wenigen Fällen,z. B. die öle zur Herstellung von Seife mittelst Alkalis 7 , und Kohle oder Bambus-rohr zum Heizen der chemischen Öfen. 8. Animalische Stoffe, u. a. Perlmutter,Horn, Ei, Harn, Milch, Blut, Leber, Hirnschale, Hirn, Haar, aus welchem letzteren

1 Bubacar = Abu Bekr ist ein Beiname Al-Räz!s ; die Pariser lateinische Übersetzungweicht nach Rttska stark vom arabischen Original der Leipziger Handschrift ab, einen Hin-weis E. Wiedemanns hierauf von 1878 hat aber Berthelot übersehen (Z. ang." 1922, 719).

2 Die in den Klammern ( ) stehenden Erklärungen stammen von den Herausgebern.

3 Ruska glaubt, daß Al-Razi diesen zuerst den drei altüberliefertenGeistern" zu-gesellt habe (Deutsche Lit.-Ztg." 1923, 119).

4 Aber nicht Kandis, wie a. a. O. 370 und öfter! 5 tabar = Hacke, tabarzad = axt-

geschlagen (persisch). 6 a. a. 0. 347; Al-Qili und Natrün werden auch nebeneinander

gebraucht (ebenda 375). ? Ebenda 393.