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Härut und Märüt — Hermas.
Härüt und Märüt.
Diese gefallenen Engel, die die Menschen allerlei „verbotene Künste" lehrten,u. a. angeblich auch die Alchemie, gehen (wie schon Lagarde erkannte) auf alt-persische zarathustrische Anschauungen zurück; der „ Koran " weist ihnen imVers 96 der Sure 2 Babylon als Stätte an 1 . Zu vermuten ist, daß Mtthammedden Namen Märüt dem Syrischen oder Persischem entnahm und ihm Härütganz willkürlich anglich, denn noch im apokryphen Buche des Henoch 2 sind dieNamen der Engel, die die Menschen in der Magie unterrichteten, nicht bekannt 3 .
Heilige Ehe (isgog yä^iog)
Diese Zeremonie, die für die „Vermählung des Männlichen und Weiblichen"zu alchemistischen Zwecken später eine so wichtige Rolle spielte, war ursprüng-lich eine Haupthandlung der aus Kreta nachEleusis gelangten „großen Mysterien";sie bezog sich auf die göttliche Hochzeit des Zeus mit der Demeter als Vorbildjeder menschlichen' 1 . Besonders nachgeahmt wurde sie durch jene der ßaothooa(Basilissa = Königin) genannten Oberpriesterin des athenischen Bukoleions mitDionysos oder seinem Stellvertreter, die man jährlich am Feste der Anthesterienbeging 5 .
Heliotrop.
Diese auch in alchemistischen Schriften öfter genannte Pflanze ist Crocopheratinctoria, Tournesol, eine Art Wolfsmilch 6 .
Hellenismus.
Eine ausführliche Darstellung dieser Bewegung, deren geschichtliche undkulturelle Einflüsse gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können, bietetKaersts ausgezeichnetes Werk „Geschichte des Hellenismus" 7 .
Vgl. auch die Neuauflage von Oitmonts „Les religions orientales dans lepaganisme romain" 8 , sowie Gressmanns „Die orientalischen Religionen imhellenistisch-römischen Zeitalter" 9 .
Hera-Aer ('Hya-ar]q)
Über Herkunft und Bedeutung solcher Anagramme vgl. die Angaben beiEisler 10 ; betreffs Kronos-Chronos und atTj/ia-orjua (Soma-Sema: Körper-Grab,nämlich der Seele) s. auch unter „Orphiker".
Herrn as.
Das unter dem Namen „ Hirt des Hermas " bekannte Buch gelangte um150 n. Chr. zum Abschlüsse, beruht aber auf weitaus älteren Vorlagen; erst gegen200 wurde es als zu jung aus dem Kanon der apostolischen Schriften wiederausgeschlossen. Für seine weitgehende Verbreitung zeugen die zu Turfan im
1 N öldeke , „Islam" XII, 112 (1922). — 2 VII, 1.
3 Horovitz , „Koranische Untersuchungen" (Berlin 1926) 81, 101, 146. — 4 Persson,
„A. Rel." XXI, 300 (1923). — 5 Pfister, PW. XI, 2130, 2168, 2174.
6 Low, „Flora" 1,595. — 7 Leipzig 1926 ff. — 8 Paris 1929 ; Leipzig 1930. — » Ed. Galling
(Berlin 1930). — i« „Weltenmantel" 678.