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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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östlichen Turkestan gemachten Funde von Bruchstücken einer in manichäischenKreisen angefertigten Übersetzung 1 .

Eislee glaubt, daß der Begriff desguten Hirten" undMenschenhirten" imOrient, z. B. in Babylonien, bereits im 3. Jahrtausend anzutreffen ist, durch dieHyksos nach Ägypten und durch Vermittlung der dort wohnhaften Völkersowie der Perser und Juden auch zu den Griechen, und schließlich zu den Christengelangte; der gute Hirt, zu dessen Pflichten die Krankenpflege mitzählt, ist daherauch iarQog (Iatrös), der heilende Arzt, der Heiland 2 . Daß der Verfasser desHirter" eine große Menge jüdisch-hellenistischen Gutes aufnahm, ferner auch(wohl durch jüdische Vermittlung) stark iranisch beeinflußt wurde, vermutlichseitens des Poimandres " 3 , halten auch Reitzenstein 4 und Dibelius 5 fürsicher.

Herme.

Sie war ursprünglich eine Steintafel mit der bloßen InschriftBild des N. N.",so daß der Stein als solcher die gemeinte Person verkörperte 6 . Der Steintafelvoraus ging vermutlich der an Wegen, besonders an Kreuzungen, dem Hermesgeweihte Steinhaufen, zu dem jeder Vorbeikommende einen Stein hinzuwarf,wohl zu apotropäischem Zwecke; auch nach dem Aufkommen der demWege-beschützer" Hermes gewidmeten Tafeln oder Säulen blieben derlei Haufen wäh-rend des ganzen Altertumes in Gebrauch, namentlich auch im weströmischenReiche und unter dessen Einfluß selbst bis in das tiefe Mittelalter hinein, jedochnur unter Bewahrung des Aberglaubens, nicht des an Hermes anknüpfendenNamens 7 .

Hermesstab.

Das xrjQVKSiov (Kerykeion), der Caduceus, war ein altes Symbol von ver-mutlich orientalischer Herkunft, ursprünglich wohl einStab des Glückes" 8 .Angesichts der späteren Einflüsse der Hermetik ist es nicht ausgeschlossen, daßaus ihm der für die Vollziehung und das Gelingen magischer Handlungen sowichtige, ja unentbehrlicheZauberstab" hervorging.

Boetzkes ist der Ansicht 9 , daß die Urform des Kerykeion die Wünschelruteist und zuerst bei den kleinasiatischen Ioniern auftritt, denen auch hervorragenderAnteil an der Gestaltung des Hermes zum Götterboten zukommt; der Schlangen-stab ist erst eine jüngere Form, die wachsende Bedeutung erst im späterensynkretistischen Zeitalter erhielt, zugleich mit Hermes selbst.

Hermes Trismegistos.

Versuche, diesen Namen davon abzuleiten, daß sein Träger zuerst und mitunübertroffenem Erfolge die eQ/urjveia lehrte (Hermenefa = Kunst der Erklärung

1 Ed. Meyer ,Christ." III, 618. Zahlreiche Bruchstücke sind auch in ägyptischenPapyri aufgetaucht: gesammelt bei Wessely ,Les plus anciens monuments du Chris-tianisme" (in derPatrologie" von Gbeefin und Nau , Paris).

2Orph.-Dion." 55, 58, 302. 3 noiftrjv (Poimen) = der Hirt. 4Iran. Erlösungs-

myst." 80, 149. « a . Rel." XXIV, 154 (1926). 0 Ed. Meyer ,Gesch." II (1), 543.

' Latte, PW. IIIA, 2300ff. 8 Stauding , Ro. II, 2205ff.; Haug, Ro. VI, 309;

PW. VIA, 1920. o PW. XI, 334.