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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
Entstehung
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105
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Großes Jahr Harrän.

bezeugt, daß er als erster ein griechisches medizinisches Werk ins Lateinischeübersetzt habe 1 , und weitere medizinische und mathematische Schriften folgtenalsbald nach 2 . In Norditalien, Flandern und England setzte sich, etwa seit demEnde des 12. Jahrh., die so begonnene Bewegung weiter fort 3 .

Großes Jahr.

Das sog.große Jahr", bei dessen Ablauf alle Gestirne wieder in ihre An-fangsstellungen zurückgekehrt sein sollen, so daß der Weltenlauf nun von neuembeginnt, umfaßt nach Ptolemaios (um 150 n. Chr.) 36000 Jahre 4 . Die alten An-gaben, auf die auch er sich stützt, stimmen jedoch untereinander keineswegsüberein, so z. B. beträgt der von Herakleitos angegebene Wert nur 10800 Jahre,und diese Ziffer hängt vielleicht (bei gewisser Schreibweise) mit dem Zahlen-werte AS1 (Alpha-Omega) zusammen 6 .

Gußeisen.

Die Erfindung des Gußeisens und des Eisengusses ist ungefähr auf 1400 nachChr. anzusetzen 6 ; daß das Altertum oder das frühe Mittelalter mit ihr bekanntwar, ist daher vollkommen ausgeschlossen.

H.

Hades- und Himmelsschlüssel.

Die Uberlieferungen betreffs genannter, für vielerlei Beschwörungen undmagische Handlungen so wichtiger Schlüssel reichen tief in das Altertum zurück;dieses schrieb solche, die die Pforten der Unterwelt öffnen, u. a. dem Hades zu,der Persephone und der oft ihr gleichgesetzten Hekate , solche aber, die dieHimmelstore erschließen, den Hören, dem Apollon , dem Janus und später auchdem Sarapis , dem Mithras und derLichtjungfrau", die nach gnostischer Lehredie Würdigen in die obersten Sphären einläßt. Infolge allmählicher Wandlungder symbolischen Auffassung wurde xAetg (Kleis = Schlüssel) schließlich zumTitel der magischen und der Zauberbücher, so besonders bei den Orphikern undNeuplatonikern. Durch deren Vermittlung wieder erklärt sich die Auffassung deshl. Petrus als Bewahrers der Himmelsschlüssel, die seit etwa 300 n. Chr. nach-weisbar ist 7 .

Harrän.

Diese als Sitz der Ssäbier und als uralte Kultstätte des Mondgottes so hoch-berühmte Stadt wurde nach dem arabischen Historiker Jaqüt erbaut, als sichdie Sintflut verzogen hatte, und gilt daher alsErste der Welt". Tatsächlich istsie ungefähr seit 600 v. Chr. nachweisbar 8 .

1 Singer ,SuiiHOFF-Festschrift" (Zürich 1924) 13].

2 Heiberg ,Geschichte der Medizin und Naturwissenschaft im Altertum" (München

1925) 76. Haskins ,Isis" VII, 482 (1924); Haskihs ,Studies in the History of Mediaeval

Science" (Cambridge 1924), vgl.M. G. M." XXV, 6, 184 (1926). 3 Suiihoff , a. a. 0.

* Thorndike II, 895. 5 Eisler ,Weltenmantel" 702.

6 Johannsen , a. a. O.;Chem. Zbl." 1920, 284 (Technischer Teil).

7 K ohl , PW. XI, 597. 8 W eissbach , PW. X, 2011.