104
Griechische Werke in das Lateinische übersetzt.
SZg äuovtüy.ov = sal amoniacum, urteil; uvaßißaa/ievuv = einmal „hinauf-gestiegen" (sublimiert) 1 .
SÄg u/iovt,a/.ou = sal amoniaci, sublimiert durch aväßaaig (Hinaufstieg) 2 .
«Ag v L tqov, auch Qiojiävov = sal nitrum, sal romanum 3 .
uvTi^iüviovfi, (ivTi/ioviav = Antimonium, Antimonion 4 .
äTQa^ievrov/.i = atramentum [ein Vitriol] 5 .
ßsvvQwkov (ßwzQidlov) üojuavin' = vitriolum romanum 6 .
yaka naoiytvov = lac virginis [Jungfernmilch] 7 .
•/.arcersXov^i = capitellum [Helm des Destillierkolbens] 8 .
■/.ovtcqov = cuprum [Kupfer] 9 .
a&X = sal [statt des griechischen <"kg = hals; sehr oft!] 10 .
aaX yi/.ia = sal gemma [Steinsalz] 11 .
aakvLtQovf.1 — sal nitrum 12 .
<>a 'k vitqov = sal nitri 13 .
oahviTQOv = sal nitrum 14 .
tkattaqly.ov = ? 15 [meist = Salmiak; Herkunft noch unermittelt],vöioQ ay.ovxovf.L = aqua acuta [Salpetersäure] 16 .väaiü uvi/ia'kt = aqua animalis 17 .
v Ö ojq iayvqAv = aqua fortis, auch ÖQaairjQLioraTov, ruuönarov = schärfstes,stärkstes [Salpetersäure] 18 .
■t IdioQ y.avariMJV = aqua ardens [Alkohol] 19 .vöojq ktofjg = aqua vitae [Alkohol] 20 .
cpovqvov oeßi-Qu/rtua^wv/g = furnus reverberationis [Reverberierofen] 21 .Die Entlehnung vieler dieser Ausdrücke aus dem Lateinischen ist unverkenn-bar und erstreckt sich bis auf die ganz ungriechische Nachbildung der Endsilbe-um durch -oini statt -ov; die Wiedergabe der Namen für Alkohol und Salpeter-säure darf als sehr beachtenswerter Beweis für deren erste Entdeckung in Italiengelten. — S. „Alchemie in Italien", besonders den Index bei Ztjretti.
Griechische Werke in das Lateinische übersetzt.
Entgegen der früheren allgemeinen Annahme, griechische Werke seien ur-sprünglich zunächst nur in das Arabische, und erst aus diesem in das Lateinischeübertragen worden (oft noch auf dem Umwege über das Hebräische), steht eszweifellos fest, daß in Sizilien und Süditalien seit dem 11. Jahrh. auch unmittel-bare Ubersetzungen entstanden. Waren daselbst doch Griechen die ersten Rat-geber der normannischen Fürsten, und besaßen doch die Bibliotheken zu Palermound Syrakus zahlreiche griechische Handschriften, deren Verständnis auch dieaus dem Norden zu Besuch eintreffenden Gelehrten zu erlangen wünschten 22 . VonAlphanus , dem Abt und späteren Erzbischof von Salerno, der 1085 starb, wird
I „M.A.G." (Brüssel 1927) II, 183. — 2 Ebenda II, 233, 254; 245. — 3 Ebenda II,188; 250, 256. — 4 Ebenda II, 182; 251. — 6 Ebenda II, 259. — 6 Ebenda II, 98, 99.
7 Ebenda II, 233. — 8 Ebenda II, 256. — 9 Ebenda II, 253. — 10 Ebenda II, 249.
II Ebenda II, 254. — 12 Ebenda II, 174. — 13 Ebenda II, 253, 256, 335.
14 Ebenda II, 99, 174, 184, 250. — 15 Ebenda II, 336, 337. — 16 Ebenda II, 249.17 Ebenda II, 247. — 18 Ebenda II, 180, 250; 235. — 19 Ebenda II, 179, 269.20 Ebenda II, 172. Über die Destillation von Säuren und Weingeist, die oft und aus-führlich besprochen wird, s. II, 256. — 21 Ebenda II, 255. — 22 Sudhoff , „ Janus" 1922,108.