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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Gold.

saßen, daß Marduk und Sarpanitit bei festlichem Anlassefür 4 Talente Fein-gold neue Gewänder erhielten" und Letztere außerdemneue Ohrringe und Mützenfür 12 Minen empfing" 1 , sowie daß man für eine Gottheit auchgoldene Blitze"anfertigte 2 . Die Juweliere hielten vielerlei Schmuck feil, massiven, emaillierten,mit verschiedenenEinsätzen" versehenen usf., und einer von ihnen leistete füreinen Ring 20 Jahre Garantie 3 .

Die Inder gewannen in vedischer Zeit Goldaus Flüssen und Gruben" imNordwesten der Halbinsel, besaßen goldene Schmucksachen und Schätze undsprachen von Gold auch schon im übertragenen Sinne 4 ; der Ausdruckeine manäGoldes" ( = fJLva, Mine) scheint auf semitische (babylonische?) Einflüsse hinzu-weisen 6 . Häufig sind die Erwähnungen im Atharva-Veda , dem jüngsten derVeden 6 , und ein späterer Kommentator berichtet,Gold werde mittelst ätzenderMaterien von den anderen Stoffen befreit" 7 . Die , ,BbAhmana-T exte" (um1000 v. Ohr.) neruien es oft, vergleichen es mit der strahlenden Sonne und ver-sichern, daß es Glück, langes Leben, ja Unsterblichkeit verleihe 8 . Den unermeß-lichen Goldreichtum der indischen Inseln, vor allem Chryses [ = der goldenen],schildert als längst bekannt Ptolemaios (um 150 n. Chr.) und hat dabei anschei-nend die sehr alten und reichen Gruben zu Pahang im Norden Malakkas im Sinne 9 ;Al-Mas'üdI erzählt (um 980) von einem Königreiche auf Java oder Sumatra, daßman dort die Regierungstage des Herrschers mittelst goldener Ziegel zählte, dereneiner an jedem Morgen in einen Teich nächst dem Palaste geworfen wurde 10 .

Die Perser schrieben dem mythischen Schah der Urzeit DschemschId dieEntdeckung des Goldes zu und seinem ebenso mythischen Nachfolger DahhAkdie Erfindung des Prägens von Goldmünzen 11 . Die Araber begannen sich nachRegierungsantritt der Abbasiden zu höfischen und religiösen Zwecken der Gold-schrift zu bedienen, vermutlich in Nachahmung der Byzantiner, denen schonvorher auch einzelne orientalische Sekten, wie die Manichäer, den gleichen Brauchentlehnt hatten 12 ; der Luxus des Bagdader Hofes erforderte die Beschaffung großerMengen Gold, das man seit etwa 850 u. a. aus den wiedereroberten GebietenAssuans und Nubiens sowie aus dem Sudan bezog 13 , später aber auch aus demMaghreb (Nordwestafrika), dessenbestes, geläutertes Gold, zuweilen Fäden bil-dend", vermutlich von der westafrikanischen Goldküste stammte 14 .

In Kreta war bereits zur frühminoisehen Zeit (30002000) reichliches Goldvorhanden, und von dort aus gelangte es durch die Beutezüge der Seeräuber wäh-rend der spätminolschen(16001250) nach den Stätten der mykenischen Kultur 15 . Die Griechen scheinen es zuerst von Kleinasien her oder durch den Handel inder Ägäis empfangen zu haben, denn das griechische yovoog (chrysos) ist wohl,wie schon vor langer Zeit Pott vermutete, auf das semitische churäsi, lydisch undphönizisch charus, zurückzuführen 16 ; ob sie die Vorstellung vomGold als Metall

1 Ebenda II, 78, 85. 2 Ebenda I, 270 ff. 3 Ebenda I, 269, 346.

4 Zimmee , a. a. 0. 50ff. 6 Ebenda 357. 6 Übers. Rückert 216.

7 Deussen ,Vedänta" 201. 8 Oldenberg ,Brahmana-Texte" 40; 35; 40, 128.

9Peripltts ", ed. Schoff (New York 1912) 259.

10 Reinaud ,Memoire sur 1 'Inde" (Paris 1849) 224. 11 Al-Tha'älib'i , a. a. 0.12,22.

12 Mez ,Renaissance des Islams" (Heidelberg 1922) 167, 288. 1 3 Ebenda 416.

14 Al-BekrI ,Beschreibung des nördlichen Afrikas", verf. 1068; übers, de Slake

(Paris 1859) 351. 1» Karo, PW. XI. 1801; 1775, 1779, 1780. i<s Hehn , a. a. O. 63.