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Ei — Eisen.
weil sie bloße Fälschungen aus bunten Gläsern seien 1 ; eine eingehende Schriftüber derlei künstliche Edelsteine und Perlen in arabischer Sprache verfaßte, vomalchemistischen Standpunkte ausgehend, Al-Bistami , den einige in das 10. oder11. Jahrh. versetzen 2 , und ausführlich handelt über echte und falsche Edelsteinedas „Handbuch der Handelswissenschaft" von Al Dimisqi , das gegen 1100 ab-schlössen sein dürfte 3 .
Ei.
Das „Weltenei", das sich im Urwasser befindet und aus dem eine große Gott-heit hervorgeht, spielt schon in den alten indischen Schöpfungssagen eine wichtigeRolle 4 und wird zuweilen auch als „goldenes" bezeichnet 5 .
Von den Indern scheint nach Eisleb die Vorstellung vom Weltenei zu denPersern gelangt zu sein, bei denen es u. a. als „Stein, der kein Stein ist" in denMysterien des Mithras auftritt 6 , und weiterhin zu den Griechen, deren orphischeMythen es von einer Mischung aller 4 Elemente erfüllt sein lassen 7 . Aber auch inder Schöpfungsbeschreibung der „ Genesis " ist ursprünglich ganz offenbar vomWeltenei im Urwasser und vom Ausbrüten dieses Eies die Rede gewesen 8 .
Eid dex* Alchemisten.
Der „Schrecken und Entsetzen erregende Eid der Geheimhaltung" bei denAlchemisten hat seine Vorbilder schon in der okkultistischen Literatur der helle-nistischen Zeit. So z. B. schrieb im 2. oder 1. Jahrh. v. Chr. der Astrolog K bito-demos ein visionäres Buch nach Art des von Petosibis und Nechepso verfaßten,das namentlich für die Lehre von den Stufenjahren maßgebend wurde; er ver-pflichtet in ihm die Leser durch „furchtbare und schauderhafte Eide" zu unver-brüchlichem Stillschweigen 9 .
Eisen (Stahl).
In Ägypten tritt das Eisen unter den Funden aus der Zeit des alten und mitt-leren Reiches (etwa 3000—-1800) nur sehr vereinzelt auf 10 und anscheinend nichtunter den Grabfunden, entweder weil es als „neues" Metall religiösen Bedenkenbegegnete oder wegen seines hohenWertes 11 ; zuerst gelangte es vielleicht aus demSüden (Meroe), wo es die Eingeborenen verhältnismäßig früh darzustellen ver-standen, nach Ägypten, u. a. in Gestalt von Schmuckperlen u. dgl. 12 . In größerenMengen nachweisbar wird es erst zu Beginn des neuen Reiches (um 1600), undseither stehen auch eiserne Werkzeuge und Waffen in Gebrauch, z. B. Schwerter,
1 Fischer , „Die hl. Hildegard von Bingen" (München 1927) 73.
2 E. Wiedemann, „llppmann -Festschrift" 48. — 3 Bittee , „Islam" VII, 17 ff. (1917).
4 Oldenberg , „Weltanschauung der Brähmana-Texte" (Göttingen 1919) 173ff.
5 W internitz , „Geschichte der indischen Literatur" (Leipzig 1908) I, 194.
6 „Weltenmantel" 508, 524. — ? Ebenda 448. — 8 Ebenda 53; 188; 398ff.
9 B oll , PW. XI, 1928.
10 Erman u. Bänke 550; desgleichen auf den Wandgemälden, sofern die blaue Farbeals Hinweis auf eiserne Geräte und Waffen aufzufassen ist ( Bickard : „Chem. Zbl." 1930,2838). Die ältesten Fundstücke erwiesen sich bei metallographischer Untersuchung alskohlenstoffhaltig und nicht abgeschreckt, die etwas jüngeren als abgeschreckt; getempertes
Eisen scheint erst um Beginn unserer Zeitrechnung vorzukommen ( Carpenter u. Bobert-
son : „Z. ang." 1930, 492).
11 A. Wiedemann , „Aeg." 244ff. — 12 A. Wiedemann , ebenda.