Eisen.
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Pfeile, Köcher, die teils aus, teils über Syrien geliefert wurden, u. a. von denHettitern im nordöstlichen Kleinasien und am Schwarzen Meere 1 . T tttmosis III.erhielt von dorther um 1500 drei eiserne Gefäße, die also wohl noch als Kostbar-keiten galten, und um 1250 entschuldigt sich der hettitische König A rttanda IV.,daß er das gewünschte Eisen nicht sofort liefern könne, es aber baldigst anfertigenlassen werde 2 . In einem Gedichte aus der Zeit R amses' II. (13. Jahrh.) rühmtsich der König mit den Worten „ich bin euer eiserner Wall" 3 ; im Grabe desT ut-anch- A mün , das der nämlichen Periode angehört, war an der Kopf stütze derMumie ein Amulett aus Schmiedeeisen befestigt, über dessen Bedeutung die Mei-nungen auseinandergehen 4 . Man darf annehmen, daß Schmiedeeisen erheblichfrüher bekannt war als Stahl 6 , doch ist in dieser Hinsicht große Vorsicht des Ur-teils geboten, denn wie bis in noch sehr junge Zeiten hinein, war auch in jenenalten die Technik eine rein empirische, zahlreichen Zufällen unterworfene, undvermochte weder klare Unterschiede zu machen, noch sie mit irgendwelcherSicherheit herbeizuführen. — Als ältester Name für Eisen wird men angegeben,für asiatisches tehaset; ferner heißt es ba-e-nape (auch benipe) = Stein desHimmels, im Gegensatze zu ba-e-into = Stein der Erde 0 , wobei einige Erkläreran das vom Himmel gefallene Meteoreisen denken und an die mit ihm ver-bundene Vorstellung von einem eisernen Himmel 7 , andere aber nur an einenVergleich mit der Farbe des Himmels 8 [der aber doch nur für Stahl allenfalls zu-treffen könnte]. Ferner ist zu berücksichtigen, daß ba zwar oft Eisen bedeutet,oft aber auch irgendein anderes hartes Material, nicht nur ein Metall, sondernauch Granit 9 .
Ob die Sumerer das Eisen bereits kannten, ist fraglich 10 , doch glaubt W oolleyin einem Grabe aus dem 4. Jahrtausend zu Ur zerbröckelte Eisenteile nach-gewiesen zu haben 11 . Das Nämliche gilt betreffs der Babylonier zurZeit desGuDEA(um2500) 12 ; zu jener H ammurapis (um 2000) war Eisen, parzillu, noch so seltenund kostspielig, daß sich die Preise von Eisen und Silber wie 1:8 verhielten, underst später erfolgte sehr allmählich eine erhebliche Verbilligung, namentlich seitBeginn der Einfuhr aus den Ländern der Hettiter und ihrer Nachbarn im Ostendes Pontus 13 . Im 13. Jahrh. wurden noch eiserne Geräte und Waffen als Ge-schenke an die ägyptischen Könige gesandt, so an R amses II. ein Dolch, dervielleicht schon aus Stahl (chabalkinu) bestand 14 . Wann jener Teil des höchstaltertümlichen „ G ilgamesch- E pos " redigiert ist, in dem vom „Tode durchEisen" gesprochen wird 16 , läßt sich nicht mit Sicherheit angeben.
Bei den Assyrern sollen einzelne kleine Eisenfunde, die bis in das 3. Jahr-tausend zurückgehen, nicht selten sein 10 ; größere Stücke stammen aber erst ausweit späterer Zeit, z. B. die eiserne Platte aus dem Grabe S almanassars I. (1280
I Erman u. Bänke 550, 615. — 2 Ed. Meyer , „Gesch." II (1) 130, 529.
3 Erman , „Lit." 344.
4 A. Wiedemann , „A. Bei." XXVI, 340 (1928). — 5 A. Wiedemann , „Aeg." 344ff. —
6 Orth , PW. Suppl. IV, 112. — 7 Eickard , a. a. O.; Eisler , „Weltenmantel" 94, 545, 758.
8 Johannsen , „Geschichte des Eisens" (Düsseldorf 1925) 11. — 9 A. Wiedemann,„A. Bei." XXII, 77, 84 (1924). — 10 Vgl. Orth, PW. XII, 112. n»
ii Feldhaijs , „Geschichtsblätter" XI, 200 (1927). — 12 Meissner , „Bab. u. Ass." I, 265.
1 3 Ebenda I, 362, 364. — 14 Ebenda I, 265, 348.
16 Ungnad , a. a. O. 118; Ganschinietz , PW. X, 1391.
10 Orth , a. a. O.; vgl. Winckler , „Mitt. d. Vorderas. Ges." III, 61 (1913).