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Als Erfinder der Bronze nennt A ristoteles einen Skythen L ydos, H esiodeinen Mann namens S kythes , und T heophrastos 1 einen Phryger D elos , welcherName aber verderbt zu sein scheint; die gesamte Überlieferung ist daher offenbareine unklare 2 .
Als ältester Nachweis des Namens Bronze hat jetzt der im sog. „ F ragmentvon I vrea " zu gelten, das um 700 n. Chr. einen zum Zerstoßen von allerleiMaterialien bestimmten, ,mortariolus bronzinus'' erwähnt, einen bronzenenMörser;eine Erklärung des Wortes wird nicht beigefügt, es war also damals schon wohl-bekannt. C arbonelli , der das „Fragment" in seinem weiter oben erwähntenWerke beschrieb, hat den Wert dieses Zeugnisses übersehen 3 . — Die Angabe, daßdas Wort schon bei A l- R az'i (9. und 10. Jahrh.) vorkomme, ist irrtümlich, dennein „mortarius brundusii" findet sich erst in einer, etwa dem 12. Jahrh. ent-stammenden lateinischen Übersetzung des Buches „Von den Alaunen und Salzen",das überdies vielfach umgearbeitet und interpoliert und dem A l- RA zi vermutlichnur untergeschoben ist 4 .
Über das Vorkommen von ßoovrimov (Brontision) in spätgriechischen (by-zantinischen) Manuskripten vgl. ,,M. A. G." 5 .
Buch des Schatzes Alexanders des Großen.
Über dieses von H ermes verfaßte und verborgene Buch wird berichtet, es seidurch A pollonios von T yana (s . diesen) in seinem Verstecke aufgefunden, demA ristoteles übergeben, dann wieder verborgen, und schließlich zur Zeit desKalifen A l M utasim (833—842) neuerdings an das Licht gebracht und aus demteils griechischen, teils lateinischen Urtexte ins Arabische übersetzt worden 6 ; inWirklichkeit ist es aber sehr viel später niedergeschrieben, denn es beruft sich u. a.auf S ägius , dessen „Buch der Enthüllungen" aus der Zeit um oder bald nach1200 herrührt 7 . Das Werk gliedert sich in 10 Abteilungen, von denen besondersdie zweite vieles Chemische enthält 8 ; sie erörtert u. a. die Geräte zur Destillationund Sublimation (qur a = Gurke, anbiq = Helm), insbesondere zu jener der„Wässer" für das Silber- und Goldelixir 9 , ferner den „Büt ber büt" (Tiegel überTiegel) zum Ausschmelzen 10 u. dgl. mehr. Von Chemikalien werden erwähnt: dieSalze Qali, Bauraq und Zäg (Vitriol) 11 ; Nuschadir (Salmiak), wegen seinerFlüchtigkeit auch al- c uqäb (der Adler) genannt 12 ; rotes und gelbes Zarnxch (Arsen-sulfid), auch sublimiertes 13 ; Kohol (Antimonsulfid), Tütijä (Zinkoxyd), Grünspanund Bleiweiß 14 ; Quecksilber, vielleicht auch Sublimat 15 ; Kampfer 16 .
Buchstaben-Mystik.
Ihr auch in alchemistischen Schriften nicht unbekannter Gebrauch erwuchsnach R eitzenstein hauptsächlich aus der Gewohnheit, die 24 Tagesstunden mitden 24 Buchstaben des griechischen Alphabetes zu bezeichnen 17 .
1 Nach Plinius VII, 197. — 2 Lamer, PW. XIII, 1209.
3 Lippmann , „Isis" VIII, 467 (1926). — 4 Steele , „Isis" XII, 37 (1929). — 5 I, 227;
II, 112, 222. — e Ruska , „Tab. Smar." 68ff-, 75ff. — 7 Ebenda 106; 85, 109.
6 Ebenda 81 ff. — 9 Ebenda 89, 91; 86, 96; 89; 110. — 10 Ebenda 97. — 11 Ebenda 84,
86, 92; 85; 85, 91, 89. — i 2 Ebenda 85, 89, 91, 92, 96; 198. — 13 Ebenda 86, 89, 92, 112;
89. — i* Ebenda 112; 91; 89; 112. — 16 Ebenda 96, 97; 142. — 16 Ebenda 86, 92.
17 „Das iranische Erlösungsmysterium" (Bonn 1921) 172; vgl. Reitzenstein , „Poi-
mandres" (Leipzig 1904), Beilage 2.