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Callaina — Chemie.
c.
Callaina.
Callaina, bei Plinius ein dem Türkis nahestehender Stein, im „ Periplus"•/.a'iläivog M&og (kalläinos h'thos), bedeutete ursprünglich den fälschlich fürein Mineral angesehenen Indigo, für den Kaljäna (jetzt Kaijan, nö. von Bombay)der Ausfuhrort war: noch Kosmas Indikopleustes ( = der Indienfahrer) er-wähnt ihn als solchen um 530 n. Chr., und vielleicht ist er mit dem Hafen Kulamdes Marco Polo identisch. In Palästina bezeichnete man im 2. Jahrh. n. Chr.den Indigo noch mit dem Namen Kalailan 1 .
Cham .i
Seine Verschmelzung mit Zoboaster, Nimrod, Seth, z. T. auch mit Hermes,Agathodaimon, Orpheus , ist Eisler zufolge der iranischen Beeinflussung derHermetiker zuzuschreiben 2 .
Charsini (Kär-sini).
Ein Buch „Kitäb al-Khärsin'i" über dieses „chinesische Metall" wird bereitsdem Dschäbir (s. diesen) zugeschrieben 3 ; man glaubte, daß es von merkwürdigenund absonderlichen Kräften erfüllt sei, und noch des Al-Ibschihi um 1400 ver-faßtes Sammelwerk „Al -Mostatraf" erzählt von den zauberhaften Eigenschaftender Ringe aus „chinesischem Eisen"*. Nach Ruska ist die Natur des Charsinizweifelhaft, und vielleicht ist es identisch mit dem „Täliqün" (syrische Entstellungdes griechischen ittvu'/J.r/.ov, metällikon), einer Legierung aus verschiedenenMetallen 6 . Eine solche war, Laufer zufolge 8 , in China tatsächlich lange in Ge-brauch, u. a. für Spiegel und für Pfeilspitzen, die tödliche Wunden verursachensollten; die Perser, die sie zunächst übernahmen, nannten sie Kär-cini oderisfidrüj und sepidrüj ( = weißes, weißscheinendes Kupfer), von welchem letzterenWorte sich Spiauter und Spelter ableiten. In Kanton wird bereits 265 n. Chr.„weißes Kupfer" = pai-t'ung, pak-tung [daher Pakfong], indisch tutanaga, er-wähnt; solches Metall enthält 40,4% Cu, 25,4% Zn, 31,6% Ni 2,6% Fe, nebstSpuren Silber und Arsen.
Chemie.
petrescu vertritt die Ansicht, Chemie sei schon im alten Ägypten planmäßigals Wissenschaft betrieben worden, demnach nicht erst in späterer Zeit und all-mählich aus der Alchemie hervorgegangen 7 ; Beweise dieser Behauptung aus derägyptischen Literatur lassen sich aber, soweit die bisherigen Veröffentlichungenreichen, durchaus nicht erbringen.
Die Ableitung des Namens Chemie aus dem Ägyptischen hielt Diels für eine„vergebliche" und knüpfte deshalb wieder an das griechische ytvua, yvua(cheüma, chyma) an 8 , „da doch die Kunst des Metallgusses im Mittelpunkte der
1 Low, „Zeitsohr. f. Semitistik" I, 129ff. (1922).
2 „Weltenmantel" 571ff. — 3 H olmyakd , „Proc. Soo. Med." XVI, 46 (1923).
4 Übers. R at (Paris 1899) II, 2. — 5 „Islam" XVII, 292 (1927).
6 „Sino-Iranica" (Chicago 1919) 555. — 7 „M. G. M." XXVII, 136 (1928).
8 Vgl. Stephanides , „Scientia" (Bologna 1922), 189.