Barbelo — Basilius Valentinus. 53
Setzung von B tjrton 1 ; die alehemistischen Schriften betrachten einige als durch-aus unecht, andere als zum Teil echt, aber vielfach abgeändert und interpoliert;das sog. „Speculum alkimiae minus" rührt keinesfalls von B acon her, sondernist von einem Mönche S imeon aus Köln verfaßt 2 . In der Schrift „De erroribusmedicorum" (Über die ärztlichen Irrtümer) sagt B acon , Alchemie sei eine Er-fahrungswissenschaft (scientia experimentalis) und lehre, aus Drogen und anderenStoffen die aktiven Prinzipien (virtutes, Tugenden) auszuziehen, Rosenwasser,Oleum benedictum (das sog. Ziegelöl), Wässer und Heilmittel zu destillieren,Quecksilber und andere gefährliche Substanzen durch Destillation oder Sublima-tion vom Gifte zu befreien u. dgl. mehr, weshalb ihre Unkenntnis [für den Arzt]unverzeihlich erscheinen müßte 3 .
T hornbike zufolge wird B acon stark überschätzt 4 : er ist seiner Zeit nichtvoraus und macht hierauf auch keinen Anspruch, besitzt wenige sprachliche undmathematische Kenntnisse, begreift den Wert von Versuchen und die Bedeutungder Induktion nicht ausreichend, steht der Theologie und Scholastik als unkri-tischer Autoritätsgläubiger gegenüber, spricht der Magie und Astrologie großeBedeutung zu 5 , lehrt nirgends eine neue Forschungsmethode 6 und schreibt über-haupt als Geistlicher für Geistliche, zwecks Förderung des Glaubens und derKirche 7 . Dennoch sind seine Werke, namentlich das 1266 vollendete „Opusmajus" von dauernd hohem, ja einzigem Werte 8 .
Nach S arton geht diese Kritik zu weit 9 , und der nämlichen Meinung ist auchD ampier- W hetman 10 , der ungefähr jene Ansichten teilt, dieBRiDGES in „Life andwork of R. B acon " äußerte 11 . Dagegen schließt sich L ittle in vieler HinsichtT horndike an 12 , jedoch S arton zufolge ebenfalls ohne zureichenden Grund 13 .
Barbelo.
Nach E isler 14 ist Barbelo keine Entstellung des griechischen Ttaq-d-evog (par-thenos, Jungfrau), sondern leitet sich vom babylonischen arba-ili ab, d. i. Vier-gott, Gottheit der Vierheit, nämlich der vier Elemente, also des Reiches derMaterie; auf diese b a arba c iläh geht nach ihm der rbrou/.zvg dedg, der Viergottder Pythagoreer, zurück. — R uska bezweifelt alles dieses lebhaft.
Barüd.
Barüd = Hagel ist nach R ijska 16 ganz verschieden von bärüd = Salpeter, unddas „chinesische Salz", das nach gekochten Eiern riechen soll, kann daraufhinnicht wohl als Salpeter angesprochen werden.
Basilius Valentinus.
Als älteste unter dem Namen dieses Autors erschienene Drucke gelten die„Von dem großen Stein der Uhr alten ..." (Zerbst 1602), „Von den natürlichen
1 Philadelphia 1928. ■— 2 B irkexmayer, „M. G. M." XXIV, 160 (1925).
3 W ithington, „S udhoff -Festschrift" 145ff., 152ff.; nähere Angaben macht B acon
hierbei nicht. — 4 II, 617, 685.
5 II, 624. — s II, 652. — 7 II, 678. — 8 II, 624. — 9 „Isis" XI, 141 (1928). — 19 a . a. 0.
98ff. — 11 Ed. J ones (London 1914). — 12 „Isis" XIII, 430 (1930). — 13 Ebenda 431.
14 „Weltenmantel" 187. „Orph.-Dionys. Myst." 140.
15 „Zeitschr. f. Assyriologie" XXXVII, 282 (1927).