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Baeori, Roger.
technologischen Inhaltes und betreffen die Herstellung von farbigen Gläsern undFritten, Emails, lasur- und achatartigen Schmelzflüssen in verschiedenen Nuancen,ferner allerlei Legierungen, u. a. solchen aus Kupfer und Zinn, silberglänzenden,bronzefarbigen u. dgl. 1 . Um einem Mißlingen der Ausführungen vorzubeugen,wurden auch bestimmte Opfer dargebracht; das Wort „Kübu" bezeichnet abernach Z immern nicht einen Embryo oder Homunculus, sondern eine Fehlgeburt,einen schlechten Ausfall, den man anscheinend übelwollenden Geistern zuschrieb 2 .
Diesen Darlegungen gegenüber suchte E isler an seiner Meinung festzuhalten 3und sah sich in der alchemistischen Deutung der Texte dadurch bestärkt, daßsie auch magisch-mystische Handlungen vorschreiben; ihr Inhalt soll wesentlichauf Verschlechterung des Münzmetalls, hauptsächlich des Barrensilbers, durchDi- und Triplosis hinauslaufen und hierdurch den Zusammenhang mit der späterenägyptisch-hellenistischen Literatur erkennen lassen. Wie aus dem ägyptischenund dem sumerischen Namen des Eisens, bin-pet und anbar = „himmlischeMaterie", zu ersehen sei, desgleichen aus dem chaldischen des Kupfers, hal-hi(woraus griechisch yu/.vj')Q, Chalkos) = „zum Himmel (hal) gehörig", folgerte man,wohl auf Meteorfälle hin, das Vorhandensein eines eisernen oder ehernen Himmelsund weiterhin auch das eines goldenen, silbernen usf.; die gediegenen Edel-metalle galten für Sternschnuppen, die Erze aber für zu früh vom Himmel ge-fallene, unausgereifte Fehlgeburten, und daher rühre die Bezeichnung „Kübu"für Erz und Schmelzgut. Aus dem Umstände wieder, daß „Kuru" = Schmelz-ofen auch den Mutterschoß bezeichnete, ergebe sich die Betrachtung der benutztenMineralien als „männliche" und „weibliche" und der Legierungen als geschlecht-licher Vereinigungen, Vermählungen; die „7 Pforten für 7 Metalle" seien als7 Tore von 7 Räumen eines Kammerofens aufzufassen, in denen die stufenweiseUmwandlung der Metalle erfolgen soll, und das Mineral „abru" bedeute als„aban sa ummani" das „Mineral der Meister", der 7 Weisen der vorsündflut-lichen Zeit, d. i. den „Stein der Weisen" 4 .
Nach R tjska 5 und D armstaedter 6 sind aber auch alle diese Kombinationenunbewiesen und unhaltbar; die ausführlichsten und verständlichsten der Vor-schriften betreffen ganz vorwiegend Emails und bunte, namentlich blaue (lasur-farbige) Glasflüsse, die Blei, Kupfer und bemerkenwerterweise auch Kobalt ent-halten, welchem (empirisch ermittelten) Zusätze sie wohl ihre besondere Schön-heit und ihren Wert als Ausfuhrware verdankten. Die Fritten wurden zum Teilauch heiß auf Ziegel gegossen und nach dem Abkühlen fein gepulvert.
Bacon, Roger.
Von den Werken B acons (gest. 1292 oder 1294) erschienen eine Anzahl bisherungedruckter, u. a. das „Secretum Secretorum", in der Sammlung „Opera hacte-nus inedita" S teeles 7 und das wichtige „Opus majus" in neuer englischer Über-
1 Zimmern , a. a. O. 207, 187, 189; Meissner , a. a. O. II, 382ff. Über die einschlägigenKenntnisse vgl. auch Thompson , „On the ohemistry of the ancient Assyrians" (London 1925).
2 Vgl. auch Meissner , a. a. O. II, 233, 309. — 3 „Zeitschr. f. Assyriologie" XXXVII,
109 (1926).
4 Ebenda 125, 128. — Im koptischen Namen des Eisens, benipe, ist ebenfalls
pe = Himmel enthalten, und auch der Hagel heißt im Koptischen p-al-m-pe = „Stein des
Himmels" ( Wessely ). — r > Ebenda XXXVIII, 273 (1927). — 8 >>Z- ailg ." 1926, 1504;
„A. Nat." X, 72 (1927). — ? Oxford 1909ff.; s. „M. G. M." XX, 56 (1921).