Babylonischer Ursprung der Alchemie.
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scheint die mit einer sog. Rampenwindung gewesen zu sein 1 , an deren Stelle erstspäter Treppenaufgänge traten, wie sie u. a. die wohl am besten erhaltene Ruinein Ur zeigt 2 ; als Nachbildung des babylonischen Stufenturmes ist das sog. „Grabder Mutter Salomons " nächst Murghäb (in Persien) anzusehen, das sechs fastquadratische, sich verjüngende Plattformen besitzt, auf deren oberster sich einkleines Häuschen erhebt, das einst wohl eine Statue oder einen Sarg enthielt 3 .Hinsichtlich aller Einzelheiten der Zikkurats fehlt es bisher durchaus an Klar-heit, denn die Abbildungen sind selten, die Texte dunkel und die Ausgrabungennoch sehr unzureichend 4 .
Die alten persischen Sagen berichten nach Al-Tha'älibIs Geschichtswerk(verfaßt um 1010), der mythische Schah Kaikawüs habe den babylonischen Turmerbaut, und zwar in 7 Stufen aus Stein (?), Eisen, Messing (?), Kupfer, Blei, Silberund Gold 5 ; diese Legende bringt vielleicht schon die 7 Stufen mit den 7 Planetenund den ihnen zugehörigen Metallen in Verbindung.
Wie Stegemann in „Astrologie und Universalgeschichte" ausführt 6 , ist derTurm der Babylonier ursprünglich als „Himmelsturm" anzusehen, d. h. als Nach-bildung des Himmels und der Himmelsstadt; Beziehungen seiner Stockwerke zuden Planeten und Sphären sind zwar für die frühesten Zeiten nicht bestimmtnachweisbar, für spätere aber sehr wahrscheinlich, zumal schon Hkrodot , derden Turm von Borsippa sah, von den altüberlieferten Verknüpfungen mit astro-logischen Ideen berichtet. Von den Babyloniern gelangten diese zu den Persern,bei denen Ekbatana mit seinen 7 Ringmauern das Abbild der Himmelsstadt dar-stellt, und im Mithrasdienst die Seele auf einer Stufenleiter in den Himmel auf-steigt ; die nämlichen, offenbar sehr einleuchtenden und daher auch sehr beharr-lichen Vorstellungen finden sich bei den Juden ( Jakobs Himmelsleiter; dieHimmelsstadt der „ Offenbarung Johannis "), den vielfach unter orientalischemEinflüsse stehenden Stoikern und ihren jüngeren Nachfolgern. Es kann dahernicht wundernehmen, daß noch Dante durch die Sphären der Planeten zumParadiese aufsteigt.
Babylonischer Ursprung der Alchemie.
Einen solchen glaubte, an Hand gewisser von Zimmern und Meissner ver-öffentlichter keilschriftlicher Fragmente aus dem 7. Jahrh., Eisler annehmenzu dürfen 7 und brachte einige der Fachworte, die übrigens meist schwer ver-ständlich und nur unsicher zu deuten sind, mit den Anschauungen von den Em-bryonen der Metalle, vom Homunculus usf. in Verbindung. Seine Ansichtenwurden jedoch von Ruska 8 , Darmstaedter 9 , Zimmern 10 und Meissner 11 durch-aus abgelehnt. Nach den beiden letzteren sind die fraglichen Vorschriften rein
1 H emfeld , a. a. 0.; C beswell , „Islam" XII, 247 (1922). — 2 W ooixey 86, mit Ab-
bildung. — 3 W eissbach, PW. Suppl. IV, 1152.
4 M eissner , a. a. O. 311. Vgl. K oldewey , „Mitt. d. Deutschen Orientges." 1918,Nr. 59; D ombart , „Der Sakralturm" (München 1920); G ressmaott , „The tower of Babel"
(New York 1928); D anzel , „Dämonen, Symbole und heilige Türme" (Leipzig 1930).
5 a. a. O. 165. — 6 Leipzig 1930, 234ff.
7 „Chz." XLIX, 577 (1925). — 8 Ebenda 865; „M. G. M." XXY, 82 (1926).
9 „Chz." XLIX, 967 (1925); „Zeitschr. f. Assyriologie" XXXVII, 205 (1926).
10 Ebenda XXXVI, 177 (1925). — 11 „Babylonien und Assyrien" II, 382ff.
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