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gebaute, fleischige Sprossachsen aus, die in 2 Längszeilen die meist stark asymmetrischen (ungleichhälftigen),dicken, buntgezeichneten, zuweilen metallisch glänzenden Laubblätter tragen. Diese besitzen sehr vielgestaltigeTrichome (Peitschen», Stern., Büschel«, Köpfdien., Zotten» und Schuppenhaare, Schülfern, Perldrüsen) oder zeigeneine samtartige Oberfläche, die von papillenartigen, lichtfangenden Epidermiszellen gebildet werden. Die oft rotgefärbten Blattunterseiten dürften, ebenso -wie die durch Lufträume erzeugten hellen oder spiegelnden Flächender Oberseiten zufolge ihrer stärkeren Erwärmung die Transpiration fördern. Bei vielen hygrophilen Arten istein grosszelliges Hypodermgewebe ausgebildet. Sehr bezeichnend sind die Kristalle aus Kalkoxalat, sowie dieDoppelcystolithen, die Stein, und Spikularzellen. Die durchgängige Eingeschlechtigkeit der Blüten, die Farbeund die Lage der Blütenhülle, der bei vielen Arten vorhandene feine Geruch, die stets zu verschiedenenZeiten erfolgende Reife der männlichen und weiblichen Blüten, die in der Regel vorhandene Proterandriesprechen trotz der Abwesenheit von Nektarien für eine Fremdbestäubung durch kleine Insekten. Immerhinist in einigen Fällen auch Selbstbestäubung (Geitonogamie) nachgewiesen. Die Grösse der Pollenkörner istbei allen Arten fast konstant. Lufttrocken sind sie nach W. Sandt durchschnittlich 26 u lang und 13 u breit(im gequollenen Zustande 29 lang und 23 breit) und weisen in der sonst glatten Exine 3 Meridionalfaltenauf, in deren Mitte sich )e eine kreisrunde Durchlassöffnung für den Pollenschlauch vorfindet. In der Kulturscheinen Begonien nur spärlich reife Früchte auszubilden. Die sehr kleinen, ellipsoiden Samen sind imMittel 0,4 mm lang und 0,22 bis 0,25 mm breitj solche von Begonia Wallichiäna DC. zeigen einDurchschnittsgewicht von 6,0032 mg. Sie sind nach der Reife sofort keimfähig, wachsen nach etwa 4 bis6 Tagen aus und zwar wird an dem mikropylen Ende (Wurzelpol) wie bei den Datiscaceen eine scharf umrissene,runde Kappe von der keimenden Wurzel abgesprengt. Infolge ihrer ausserordentlichen Kleinheit und ihrerrauhen Oberfläche bleiben sie an den Schnäbeln der Vögel, an Krallen, Rüsseln von Tieren, in Rindenrissen,Erdklümpchen sehr leicht hängen. Allgemein bekannt ist die starke Neigung zur Blütenfüllung; nach Sandt indürfte es sich um teratologische Bildungen, hervorgerufen durch die verbreitete Inzucht, handeln.Dadurch resultieren eine ganze Reihe von Abnormitäten, wie Zwitterbildung, Wechsel des Geschlechts undder Funktion der Blütenorgane usw. Vor allem und in allen Fällen sind es immer zuerst die männlichenBlüten, die durch Petaloidwerden der Staubblätter, dannauch durch Spaltung der Blütenblätter „gefüllt" werden.
Solche gärtnerische Züchtungen sind bei Knollenbegonienerstmals 1874 erzielt worden. Ebenso können an Stelleder Staubblätter Einzelblüten treten oder die Fruchtflügelwerden durch abnormes Wachstum und Teilung zu Schau,apparaten. Samenanlagen vermögen in Griffel mit wohl»ausgebildeten Narben, Antheren zu Narben auszuwachsen.
Durch ein ± vollständiges Verwachsen solcher aus Staub»blättern hervorgegangenen Griffel können „weibliche" Blütenmit oberständigem Fruchtknoten entstehen. Sehr häufigkann man auf verschiedenen Blütenteilen die Samenanlagenbemerken. Ebenso ist eine Vermehrung der Fruchtblätter,ein Petaloidwerden der Griffel, eine Vergrünung eines odermehrerer Blütenblätter, Prolifikation, eine i deutliche Zygo»morphie der Blüte möglich. Laubblätter können als Ascidien,als Doppelblätter oder als Wendeltreppenblätter mit spiralig aufgerollten Blattohren (Fig. 2098 a) auftreten. Sellenscheinen dagegen ganz symmetrische, nierenförmige Laubblätter ausgebildet zu werden. Ziemlich häufig istdie Entwicklung von achselständigen Bulbillen, besonders aber von blattbürtigen Adventivknospen, die z. T.durch Wucherung und Umbildung der barlbildenden Emergenzen auf der Blattfläche entstehen. Diese Gebildekönnen leicht künstlich an abgeschnittenen Laubblättern erzeugt werden; es entwickeln sich dann an den durch-schnittenen Nerven junge Knospen. Bei B. gemmipara Hook. f. aus dem östlichen Himalaya ist diese Bildung aufden Laubblättern fast normal. Besonders eigenartig sind die Adventivknospen bei der in Gewächshäusern(\ gelegentlich kultivierten B. (Magntisia) phyllomaniaca Mast., die nach Goebel wahrscheinlich einen Bastard
zwischen B. manicäta Brogn. und B. incarnäta Link et Otto darstellt. Hier treten sie auf den Laubblättern,Blatt» und Blütenstandsstielen, vor allem aber auf den Sprossachsen in grosser Menge auf, lösen sich abernicht, wie man erwarten sollte, freiwillig von der stets unfruchtbar bleibenden Mutterpflanze los. W. Sandtglaubt annehmen zu dürfen, dass diese stets exogen entstehenden Adventivsprosse ursächlich mit der Bastar»dierung zusammenhängen bezw. eine Folgeerscheinung derselben darstellen, zumal auch andere Begonien.Bastarde stark „proliferieren".
Für die Kultur in Gärten (zur Gruppenpflanzung), weniger in Zimmern kommen verschiedene ausden Anden stammende „Knollen-Begonien" mit einfachen und gefüllten, gekräuselten oder gewellten Blüten in
Fig. 2099. Junge Begonie als Blattsteckling erzogen.