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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Sinensis Oliv, aus China. Der vorigen Art habituell sehr ähnlich, aber Blüten monoezisch, Laubblätter amGrunde 3. bis 5>nervig und Frucht eine kugelige Kapsel. — Carri^rea calycina Franchet aus denWäldern von China. Bis 15 m hoher Baum mit sommergrünen, lederartigen, glänzenden, ganz kahlen, amGrunde 3-nervigen, gezähnten Laubblättern, 1« bis wenigblütigen Scheintrauben (Zwitterblüten), holzig.filziger,schnabelförmiger Kapsel und geflügelten Samen.

Die Familie der Turnerdceae 1 ) besteht aus etwa 100 einjährigen und ausdauernden Kräutern,sowie kleineren Holzgewächsen mit wechselständigen, gesägten, gekerbten, nicht selten fiederspaltigen oderfiederteiligen, mannigfach behaarten Laubblättern (die Blattzähne gehen häufig in sezernierende Organe über)und zuweilen ausgebildeten Nebenblättern. Die radiären, zwitterigen, 5-gliederigen, oft heterostylen, perigynen,meist ansehnlichen, gelben, roten, blauen oder weissen Blüten stehen einzeln oder in Trauben, Trugdolden,Wickeln oder Köpfchen. Am Grunde der Blüte gelangt ein röhren» oder becherförmiges Receptaculum(„Kelchröhre") zur Entwicklung, dem das Gynaeceum eingesenkt ist; diesem sind auch die 5 freien, in derKnospenlage gedrehten, gelegentlich mit einer Ligularbildung versehenen Kronblätter, sowie die 5, mit diesenabwechselnden Staubblätter in verschiedener Höhe eingefügt. Bei der Gattung P i q u i r 61 a sitzt dem Receptaculumeine zerschlitzte Nebenkrone auf. Extraflorale Nektarien sind nicht selten. Der aus 3 Fruchtblättern gebildete1.fächerige Fruchtknoten steht frei in der Höhlung des Receptaculums und läuft in 3 fadenförmige, zuweilenan der Spitze geteilte Griffel aus. An den seitlichen Plazenten sitzen je 3 bis viele umgewendete Samen«anlagen. Die Frucht ist eine einfächerige, mit 3 Klappen fachspaltig aufspringende, dicke oder langgestrecktebis schotenförmige Kapsel. Die Samen sind zuweilen von einem zerschlitzten oder in Haare aufgelöstenArillus umgeben und enthalten in dem reichlichen Nährgewebe einen grossen, geraden oder schwach gekrümmtenKeimling. Die 7 Gattungen sind mit wenigen Ausnahmen auf die amerikanischen und afrikanischen Tropen»gebiete beschränkt. Nur wenige Arten reichen weiter nach Norden (Piquireta Caroliniäna Urban bis Nord«karolina) oder Süden (P.Cap6nsis Urban im Kapland). Einige afrikanische Wormskiöldia« Arten mit knolligverdicktem Stengelgrunde zeigen xeromorphe Anpassungen, während ericoide Sträucher in den brasilianischenCampos auftreten. Die sehr formenreiche Türnera ulmifölia Willd. mit orangefarbenen Blüten, die auchin Botanischen Gärten angetroffen wird, hat sich von Amerika aus nach Ostasien und dem MalayisdienArchipel verbreitet. Turnera diffusa Willd. und T. aphrodisiäca Lester F. Ward aus Zentralamerikaund in den südlichen Staaten der Union liefern die Droge Damiana (Fölia Damidnae), die in neuererZeit als Aphrodisiacum, Herztonicum, besonders aber gegen sexuelle Schwächezustände empfohlen wird. DieDroge kam 1874 durch Dr. John I. Caldwell in Baltimore und Dr. St. Clair in Washington als Aphro«disiacum in den Arzneischatz; seit 1880 ist sie auch in Europa gebräuchlich. Die Mexikaner, denen die Wirkungder Pflanze schon lange bekannt war, trinken die Damiana als Hausmittel in Form von Teeaufguss zur Stärkungder Nerven. Die wirksamen Bestandteile stammen aus dem Inhalt bezw. aus dem Exkret der Drüsenhaare;in Betracht kommen: 0,5°/o bis 0,9°/o ätherisches Oel, 3,46°/o Tannin, 7,08°/o Bitterstoffe, 13,50°/» Gummi,14,8S°/o Albuminoide, 6,15°/o Stärke, 6,39°/o hartes und 8°/o weiches Harz, 6,4°/o Farbstoff und Zucker,5°/o Cellulose, Spuren von Säuren und 8,37% Aschenbestandteile. Unter dem Namen Damiana geht im Handelauch eine Droge, die aus den Blättern der beiden Compositen Aplopäppus discoideus DC. und Bigelöviavdneta Gray besteht.

Die Familie der Passifloräceae®) mit rund 400 Arten enthält in der Hauptsache mit Spross.ranken kletternde, seltener rankenlose, aufrechte oder windende Kräuter oder Halbsträucher, mit Wechsel»ständigen, meist gelappten, seltener einfachen oder gefiederten, gestielten, am Blattstiel oder Blattgrund nichtselten mit extrafloralen Nektarien, die als Blattlappen ausgebildet sein können, versehenen Laubblättern. DieNebenblätter sind meist vorhanden und nicht selten laubblattartig ausgebildet. Die gewöhnlich korkzieherartig sichzusammenrollenden Ranken, die achselständige Sprossbildungen darstellen, entsprechen in der Regel der Mittelblüteder doldentraubigen Blütenstände. Die fast stets sehr ansehnlichen, strahligen, 4» bis 5-gliederigen, meist zwitterigen,seltener eingeschlechtigen und zwar dann zweihäusigen (mit Geschlechtsdimorphismus), perigynen, hetero«chlamydeischen Blüten sind öfter von einem 3=teiligen (Tragblatt und 2 Vorblätter) Hochblattinvolucrum umgeben.Die Blütenachse bildet in der Regel ein hohles, napf», schüssel«, glockenförmiges oder zylindrisches Recepta«culum, das sich zwischen den 4 bis 5 (3 bis 10) dachigen, meist freien Kronblättern und den gewöhnlich in dergleichen Zahl vorhandenen, episepalen Staubblättern zü einer am Rande häufig gefalteten oder geschlitzten,einen oder mehrere Fadenkränze bezw. Strahlensterne darstellenden oder aber zu Schuppen reduziertenhäutigen oder fleischigen Nebenkrone (Corölla, paracorölla) entwickelt. Die dem Grunde oder der Wandungdes Receptaculums entspringenden, zuweilen verwachsenen Staubblätter werden mit dem oberständigen, 3« bis

l ) Nach dem englischen Arzte William Turner, der im 16. Jahrhundert eine Geschichte der PflanzenEnglands schrieb.

Lat. pässio = Leiden und flös = Blüte, Blume.