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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Kronblättern gekennzeichnet. Der Nektar wird durch 2 von den unteren Staubblättern ausgehende Fortsätze(zuerst von Sprengel alsSaftdrüsen " beschrieben) in den Sporn abgesondert. Als Bestäuber wirken beiden meisten Arten hauptsächlich Apiden, daneben aber auch Syrphiden und Tagfalter. Einzelne kleinblütigeArten, wie V. biflora und V. palustris, scheinen vorwiegend durch Dipteren bestäubt zu werden, die gross»blutigen, lang gespornten Gebirgsformen (besonders V. calcarata und V. cornuta) dagegen vorwiegend durchSchmetterlinge. Uebrigens stehlen nicht nur bei diesen, sondern selbst bei verhältnismässig kurzspornigenArten, wie V. canina und V. persicifolia, kurzrüsselige Apiden (Erdhummeln u. a.) Nektar durch Anbeissendes Sporns. Die normalen Bestäuber stecken den Kopf von oben her unter den von den verbundenenStaubbeuteln und den Antherenanhängseln gebildeten Kegel in den Blüteneingang. Bei ausbleibendem Insekten»besuch findet in den chasmogamen Blüten der meisten Nomimium»Arten keine Befruchtung statt j bei manchen Arten(z. B. V. mirabilis) bilden sich überhaupt sehr selten Früchte aus. Bei den kleinblütigen Formen von V. tricolorund auch bei V. biflora ist dagegen spontane Selbstbestäubung, begünstigt durch die Nutationen des Blüten«stiels und der Kronblätter, möglich und auch regelmässig von Erfolg. Das Pollenmagazin wird durch dieAufwärtskrümmung des unteren Kronblattes dabei dem Griffel genähert. Bei allen unseren Nominium»Arten(mit Ausnahme von V. uliginosa) und bei V. biflora wird die Selbstbestäubung durch Ausbildung besondererkleistogamer Blüten gesichert. Schon Dillenxus und Linne kannten sie. Meist werden diese erst späterals die chasmogamen und an jüngeren Stengelteilen (bei V. mirabilis in den Achseln der Stengelblätter, beiden Caninae und Cauliformes in den oberen Achseln, bei V. odorata an den Ausläufern) gebildet. Sie sindmeist kurz gestielt und zeigen eine ± stark verkümmerte bis ganz fehlschlagende Krone, dafür stets reichlicheSamenbildung. Der Kelch bleibt bis zur Reifezeit geschlossen. Von den 4 Fächern jeder Anthere entwickelnsich nur die beiden äusseren, die beiden inneren schlagen fehl. Der Pollen ist normal, treibt im Inneren derStaubbleutel Schläuche, durchbricht die Antherenwand an der Spitze und wächst in die benachbarte Narbehinein. Ueber die Entstehung der kleistogamen Blüten sind die verschiedensten Meinungen laut geworden.Vöchting (Jahrbuch für wissenschaftl. Botanik. Bd. 25, pag. 174) verpflanzte V. odorata im Herbst in Töpfe,überwinterte sie an einem hellen Ort und stellte sie vor Beginn der Blütezeit bei verschiedener Beleuchtung auf.Die in 20 bis 30 cm Entfernung von einem Ostfenster stehenden Pflanzen entwickelten normale, offene Blüten, dieweiter vom Fenster entfernten entfalteten ihre Knospen, soweit solche angelegt waren, überhaupt nicht.Unmittelbar nach diesen Knospen entstanden an allen Stöcken, auch an 1 m vom Fenster entfernten, kleistogame,fruchtende Blüten. Andere Pflanzen von V. odorata wurden von Vöchting im ersten Vorfrühling am Bodeneines Gewächshauses schattig gestellt, von da nach Entfaltung der Laubblätter die einen ganz hell, die anderenin das erwähnte Ostzimmer, wieder in verschiedener Entfernung vom Fenster. Nun blühten alle nur kleistogamund entwickelten reichsamige Früchte. Vöchting hat also in beiden Versuchen chasmogame Blüten zumVerschwinden gebracht und zwar durch mangelhafte Beleuchtung. Goebel berichtet (Ergänzungsbd. Flora1905, pag. 234), dass er kleistogame Blüten auch in voller Beleuchtung gezogen habe, indem er die Pflanzenunter die Bedingungen brachte, unter denen sonst die kleistogamen Blüten entstehen. Im botanischen Gartenim Schatten kultivierte V. mirabilis entwickelte an Stelle der chasmogamen Grundblüten nur einige wenige,deren Kronblätter verkümmert waren und deren Antheren, soweit sie untersucht waren, nur zwei Pollen«säcke wie die der kleistogamen trugen. Ein Fruchtansatz war nicht eingetreten, obgleich die PollenkörnerSchläuche getrieben hatten. Dass aber tatsächlich statt der chasmogamen fertile kleistogame Blüten gebildetwerden können, lehrte eine seit Juli 1904 im Gewächshaus kultivierte V. mirabilis. Im Frühjahr 1905 zeigtesie keine Blüte; erst am 19. Juni 1905 fand sich eine grundständige Blüte, die aber statt chasmogamdurchaus kleistogam und schon zur Fruchtbildung übergegangen war. Nach Goebel sind es die ungünstigenErnährungsbedingungen, die zur Ausschaltung der chasmogamen Blüten führen.- Andere Versuche stellteer mit V. odorata an i Pflanzen mit chasmogamen Knospen wurden im Herbste in einem Kulturhaus einerTagestemperatur von 15 bis 20° C ausgesetzt. Die vorhandenen Blütenknospen wurden bald gelb undstarben ab, während sich die Laubblätter weiter entwickelten und die Pflanzen durchaus gesund blieben. DasSteckenbleiben der Blüten ist hierbei auf die starke Entwicklung der vegetativen Organe zurückzuführen. Alsdie Ruheperiode in der Entwicklung der Laubblätter eintrat, wurden viele chasmogame Blütenknospen gebildet.Anfang Juni begannen die Pflanzen chasmogam den ganzen Monat hindurch zu blühen. Drei Töpfe wurdenins Freie sonnig und trocken gestellt. Sie blühten bis Anfang Juli chasmogam; die Knospen blieben trotzgrosser Hitze nicht in der Entwicklung stecken, wie im Gewächshaus, nur wurden die Kronen kleiner. Dieim Kulturhause verbliebenen Pflanzen wurden reichlich bewässert. Anfang Juli zeigten sie keine chasmogamenBlüten mehr, sondern nur solche, die sich nicht öffneten, aber doch auch nicht ganz kleistogam waren; siehatten nämlich 4>fächerige Antheren, Antherenanhängsel und kürzere chasmogame Griffel. Die Pollenschläucheentwickelten sich innerhalb der Antheren wie bei den kleistogamen Blüten. Es zeigten sich eben Uebergängezu diesen in allen Stufen. Die Kapseln reiften normal. Aehnliche Resultate erzielte Goebel auch mit V.collina. Kirchner (Blumen und Insekten, 1911) hält die kleistogamen Blüten für phylogenetisch ererbt,

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