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stengelständig (Conförtae Reiche). Nur auf den Gebirgen Südamerikas. II. Laubblätter deutlich gestielt (Sparsi»föliae Reiche): 1. Halbsträucher (Fruticulösae). Hieher die westmediterrane V. arbor^scens L. und die Artender Sandwichinseln. — 2. Ein« und mehrjährige Kräuter mit krautiger, langgliederiger, Laubblätter und Blüten,stiele tragender Primärachse. Hieher die Caudiculätae und Caninae. — 3. Stauden mit als verzweigter, dünner,ziemlich langgliederiger, doch nicht unterirdisch kriechender, in kurze Stengel übergehender Erdstock ausgebildeterPrimärachse. Hieher die Calcaratae. — 4. Zweiachsige Stauden mit langgliederigem, unterirdisch weit kriechendemWurzelstock und daher nur in geringer Zahl beisammen stehenden Laubblättern. Hieher die Cordätae (DieAdventivwurzeln entspringen bei den Veilchen mit Rhizom aus dem Cambium desselben). — 5. Stauden mitkurzgliederigem, schiefem oder aufrechtem Erdstode (mehr ein Mesocormus als ein echtes Rhizom), aus demdirekt die zahlreichen Laubblätter und in deren Achseln die Blüten entspringen. Hieher die Scapösae, Pinnätae undAcäules eflagellätae. — 6. Ebenso, aber mit verlängerten, ober- und oft auch unterirdischen Ausläufern. Hieher dieAcäules flagellätae. — 7. Dreiachsige Veilchen, d. h. die als Wurzelstock oder Mesocormus ausgebildete Primärachsemit grundständigen Laubblattrosetten abschliessend, aus der die Laubblätter und Blütenstiele tragenden Stengelentspringen. Hieher V. biflora und die Cauliförmes. — Durch ihren abweichenden Spross- und Blattbau nehmenauch einige altweltliche Arten recht isolierte Stellungen ein, so V. pinnata, die an ein Thesium, Linum oder eineLinaria erinnernde V. delphindntha Boiss. vom Athos und Olymp und V. bulbösa Maxim, mit zwiebelartigerNebenblattrosette im Himalaya. Näheres über die Morphologie unter besonderer Berücksichtigung der ameri-kanischen Arten bei H. Kraemer in Bull. Torrey. Botan. Club. Bd. XXVI, 1899. — Zu einer in mancherHinsicht abweichenden Einteilung, die aber für sich allein auch nicht den natürlichen Verhältnissen gerecht wird,gelangt man auf Grund der Merkmale des Gynaeceums. — Die erste monographische Bearbeitung der vonVentenat als Familie aufgestellten Violaceae stammt von dem Schweizer F. de Gingins (Memoire sur lafamille des Violacöes. Soc. de Phys. et d'Hist. nat. Gen6ve. Bd. II, 1823; ferner bei A. P. de CandolleProdromus. Bd. I, 1824). Die damals bekannten Arten (etwas über 100, vgl. pag. 585) verteilte er auf Grundder Griffelmerkmale auf 5 noch heute allgemein anerkannte Sektionen oder besser Untergattungen, zu denennach der neuesten Bearbeitung von W. Becker (in Engler und Prantl Natürliche Pflanzenfamilien, 2. Aufl.,noch 9 weitere kommen. In Mitteleuropa sind jedoch nur die 3 folgenden vertreten.
Nomimium 1 ) Ging. Narbenöffnung an dervor» oder abwärts gestredeten Spitze des schwachkeulenförmig verdickten Griffels. Hiezu die grosseMehrzahl aller Arten.
Dischidium'l Ging. Narbenöffnung ander Vorderseite des zweilappipen Griffelkopfes.Hieher V. biflora.
Melänium 8 ) Ging. (= Mn^mion*) Spadi alsGattung, = Grameiönium Reichb.). Narbenöffnung ander Vorderseite des kugelig verdickten Griffelkopfes)einer Mundöffnung mit vorgestreckter Lippe gleichend.Hieher die „Stiefmütterchen", die meist an den Schlussder Gattung gestellt werden, jedoch nach ihrem Spross.bau, den Blüten» und Fruchtmerkmalen vielmehr anden Anfang gehören. Mnemion 4 ) und Dischidiumsind auch zu einer Untergattung ViolästrumPospichal vereinigt worden.
Die weitere Einteilung der UntergattungNomimium wird verschieden, teils nach vegetativen,teils nach generativen Merkmalen vorgenommen. Linn6 unterschied bereits Acaüles und Caulesc^ntes,Godron trennte die Arten mit am Boden reifenden, nicht explosiven Früchten („Viola odorata»Typus"
Fig. 2048. Schematische Darstellung des Sprossbaues bei Viola.a Caudiculatae. b Calcaratae. c Caninae. d Cordatae. e Cauli-förmes. / Acäules eflagellatae. g Acäules flagellatae. Die Achsen1. und 3. Ordnung sind schwarz gehalten (Orig. von H. Garns).
1 ) Vom griech. vuixifios [nömimos] = gesetzlich, normal und ?'or [ion] = Veilchen. Die SchreibweiseNominium ist falsch.
2 ) Vom griech. äia/iärs [dischid£s] = zweispaltig und Xov — Veilchen; wegen des zweilappigenGriffelkopfes.
s ) Vom griech. ui 'l.aq [melas] = schwarz, dunkelfarbig und Xov = Veilchen.
4 ) Vom griech. [ivr/ur] [mn6me] = Gedächtnis, Erinnerung, entsprechend dem franz. Pens^e, deutsch-
schweizerisch Dänkeli.