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„blau" auf: Bloofaijun (Oberhessen), Blovella, Biofalke, Blovelka (Nordböhmen, Riesengebirge),bläbi Veigl (Niederösterreich); Blaumaiali (St. Gallen).
Kahle oder behaarte, meist mehrjährige Kräuter und (nicht im Gebiet) Halbsträucher. Laub»blätter wechselständig, Stengel» oder grundständig oder beides, meist (bei unseren Arten immer) ±lang gestielt, i eiförmig oder herzförmig, mit meist krautigen, oft gefransten Nebenblättern. Blüteneinzeln in den Achseln der grund- oder stengelständigen Laubblätter, an ± langen, gegliederten,2 Vorblätter tragenden Stielen nickend, dorsiventral (Fig. 2047 a) ; die ersten meist ansehnlich(chasmogam), die späteren oft klein und geschlossenbleibend (kleistogam). Kelchblätter 5, am Grund mitkrautigen Anhängseln. Kronblätter 5; das unteremeist grösser als die übrigen, am Grund in einenHonigsporn ausgezogen, oft abweichend gefärbt.
Staubblätter 5, meist hypogyn und + zusammen»hängend, mit sehr kurzen Staubfäden und sporn»artigen Fortsätzen, die 2 unteren ausserdem mitje einem in den Sporn ragenden, nektarabsondern»den Anhängsel; Konnektive verbreitert, in häutigeAnhängsel endend. Fruchtknoten mit 3 zahlreiche,in 2 oder mehr Reihen angeordnete Samenanlagentragenden Plazenten und meist schiefem, oft keuligverdicktem Griffel mit sehr mannigfaltig gestaltetemNarbenkopf. Frucht eine 3»klappige, meist ela»stisch aufspringende Kapsel. Samen rundlich odereiförmig, mit reichlichem Nährgewebe und kurzem,oft zu einem Oelkörper (Elaiosom) angeschwollenemFuniculus.
Die Gattung ist mit gegen 500 Arten, die z. T. wieder in ± zahlreiche Unterarten zerfallen, überdie Gebirge Südamerikas und die nördliche gemässigte Zone verbreitet; wenige finden sich im tropischen undsubtropischen Amerika und Afrika, 8 auf Australien und Neuseeland, 8 auf den Sandwichinseln. Nach demSprossbau und der Beblätterung lassen sich folgende Wuchsformen, die nur z. T. auch systematische Sippenumgrenzen, unterscheiden! I. Laubblätter ungestielt, dicht stehend, alle grundständig (Rosulätae Reiche) oder
veilchenbekränzt heisst bei Pindar die Stadt Athen. Spätere Sagen erklärten den Namen dahin, dassjonische Nymphen diese Blume dem Jon bei der Gründung Athens darbrachten oder dass sie Zeus seinerGeliebten, der Königstochter Io, als süsse Speisen geboten habe. Die antiken Autoren unterscheiden 3 Gruppenvon Veilcheni die blauen (schwarzen oder purpurnen): das eigentliche Xov (Viola odorata und Verwandte),auch Xov 10/ueXav [ion to m^lan] = Schwarzveilchen (Th e o p hra s t), Xov noqqivQoiv [ion porphyrün] = Purpur«veilchen (bei Dioskurides) und Viola purpurea (bei den Römern) genannt; das weisse Veilchen, Xov röUvxöv [ion to leukön] oder Xevxoiov [leuköion], woraus später Levkoje wurde, = Matthiola incana (vgl. Bd. III,pag. 469), bei den Römern Viola alba (Plinius), pallens viola (Vergil), leucoium (Columella); und dasgelbe Veilchen, Xevxoiov firhvov [leuköion m^linon] bei Dioskurides, viola lutea bei Plinius, violacröcea bei Albertus Magnus, = Cheiranthus Cheiri (Bd. III, pag. 442). Von den blauen und gelben„Veilchen" wurden schon im Altertum mehrere Arten benannt, z. B. daavnodiov [dasypödion], das dichtfüssige,nQianrfiov [priapeion] oder xvßeXeiov [kybeleion], das des Priapus oder der Kybele (Liebesgötter), Xov äyoiov[ion ägrion] wildes Veilchen, lat. viola muralis, segetalis und die gelbblühenden Tusculdna und marina, sowiedie erst im Herbst blühende, geruchlose Calathiäna. Viel jünger sind die Bezeichnungen Nachtviole fürHesperis (Bd. III, pag. 464) und Mondviole für Lunaria (Bd. III, pag. 353). Hingegen kommt schon in den alt.nordischen Mythen eine Tysfiola, also ein dem Gotte Tys oder Tyr geweihtes Veilchen vor. Auch der Glaube,dass gelbe Veilchen Neid und Eifersucht bedeuteten (daher später .Schwägerin" oder .Stiefmütterchen" fürV. tricolor), scheint recht alt zu sein. Ebenso wie von Viola violaceus und violett (neuerdings schlägtW. Ostwald hiefür „veil" vor) kommt von Xov gr. iccvO-ivoe [iänthinos] = violett. Weiteres über die geschicht-liche und volkskundliche Bedeutung bei V. tricolor (pag. 596) und V. odorata (pag. 652).
Fig. 2047. a Bliitendiagramm von Viola, b bis d Keimungvon Viola tricolor L. e, f Staubblätter derselben Art(Fig. a nach Eichler, b bis / nach Gingins).