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und stellt neben Prunus Chamaecerasus, Quercus pubescens, Stipa capillata, Gagca saxatilis, Astragalusexscapus, Aster Linosyris, Ruta graveolens, Helianthemum canum, Veronica spicata usw. eine der Charakter«arten der Thüringer Hügelformation dar. Im Mainzer Becken findet sie sich zusammen mit Silene conica(vgl. Bd. III, pag. 282). In der Garide am Bielersee sind Rumex scutatus, Saponaria ocymoides, Genistellasagittalis, Hippocrepis comosa, Rosa spinosissima, Lactuca perennis, Allium sphaerocephalum, Coronilla vaginalis,Linum tenuifolium, Euphrasia lutea, Ajuga Chamaepitys, Medicago minima, Teucrium montanum, T. Chamaedrysund T. Botrys und andere wärmeliebende Arten ihre Begleiter. A. Graber macht im Neuenburger Ju a Fumanavulgaris zum Typus einer eigenen Unterassoziation des Brometum erecti, mit Andropogon Ischaemumund Koeleria Vallesiana, Himantoglossum hircinum, Linum tenuifolium, Trifolium arvense und T. striatum,Peucedanum Cervaria, Bupleurum falcatum und Aster Amellus als augenfälligste Bestandesbegleiter. In Ungarnzählt die Unterart zu den Gliedern der Federgrassteppe, die mit dem Brometum erecti grosse Verwandtschaftbesitzt. Bisweilen siedelt sie sich auch in Schuttfluren oder in lichten Föhren, oder Stelneichenwäldern an. ImBereiche der Mittelmeerflora tritt sie namentlich in Felsen« und Grassteppen, sowie in der Garigue auf. —Die Blüten sind nach A. Schulz homogam und öffnen sich nur wenige Stunden und nur bei hellem Sonnenschein.Die jungen Blütenknospen sind wie die Zweige plagiotrop gerichtet. Am Abend vor dem Aufblühen stelltsich der Blütenstiel nach den Untersuchungen von T. Vestergren (Om Helanthemum Fumanas blomning.Svensk Bot. Tidsk. III, 5, 1909) nach oben. Die Blüte öffnet sich (auf Gotland) meist gegen 7 Uhr morgens undschliesst sich nach 2 bis 5 Stunden wieder. Dabei biegen sich die 3 inneren Kelchblätter nach innen undsprengen die noch turgescenten Kronblätter am Grunde ab, halten sie aber noch einige Zeit zwischen ihrenSpitzen fest. 48 Stunden nach dem Blühen hat sich die geschlossene Blüte senkrecht nach unten gebogen. Inder Regel tritt Autogamie ein. Wie schon Grosser hervorgehoben hat, ist der Griffel länger als die Staub«fäden, etwas bogig oder S«förmig gekrümmt und oft nach aussen gebogen. Die Bestäubung findet gewöhnlichdadurch statt, dass die Kronblätter, wenn sie beim Sdiliessen vom Grunde abgerissen werden und nach obenschiessen, erst die Staubbeutel und dann die Narbe berühren. Nur selten sind die (übrigens reizbaren)Staubfäden so lang, dass sie mit den daraufsitzenden Antheren die Unterseite der Narbe berühren. DieFrüchte bleiben, von den sparrigen Aesten wie durch ein Gitter zurückgehalten, auf dem Boden liegen, bissie der Wind einzeln verweht, wobei die im trockenen Zustande auseinander spreizenden Kelchblätter alsFlugorgane dienen. Der xerophile Chamaephyt besitzt zentrisch gebaute, nadeiförmige Laubblätter, derenEpidermis aus kleinen, polygonalen Zellen mit verdickter und schwach papillöser Aussenwand und meist ver«schleimender Innenwand besteht. Spaltöffnungen finden sich ringsum. An die Epidermis schliesst sich einmehrschichtiges Palisadengewebe an, in dem zentrisch eingebettet ein von kollenchymatischen Zellen umgebenesLeitbündel liegt. An der Grenze zwischen Kollenchym und Palisadengewebe finden sich Kristalldrusen angehäuft.— An den Zweigen wurde der Ascomycet Pleöspora fumänae Hazsl. festgestellt.
An die Cistaceen schliesst sich eng die Familie der Bixäceae an, zu der neuerdings als einzigeGattung mit der einzigen Art BixaOrelläna L. (= B. Americäna Poir., = B. platycärpa Ruiz. et Pav.), derOrleans« oder Rukubaum, Rocouyer, gezählt wird. Der 5 bis 10 m hohe Strauch bezw. Baum mit einfachen,spiralig gestellten, 15 bis 32 cm langen, handnervigen, zugespitzten, sehr selten am Grunde verschmälerten(bei den Wildformen unterseits dicht mit gelbroten Schuppen besetzten) Laubblättern besitzt ansehnliche,strahlige, zwitterige, pfirsichrote, zu Rispen angeordnete Blüten mit zahlreichen, auf einer schwach konvexenScheibe stehenden Staubblättern und einer l=fächerigen, 2.klappig aufspringenden, braunroten, aussen mit weichen,4 mm langen und biegsamen Stacheln versehenen Kapselfrucht (ähnlich Datura), deren 36 bis 48 Samen voneinem roten, zuerst weichen, fleischigen, markartigen, später erhärtenden, nach Veilchen duftenden Samen«mantel (Endokarp) umgeben werden. Dieser letztere enthält den als Orleans (richtiger Orelhana), Anatto, Arnotto,Ruku (= Farbe), Urucu, Bicha, Gintjöe, Achiote, Ac;afrao (= Safran), Kernrot, terra Orellana usw. in denHandel kommenden orangegelben Farbstoff. Der Strauch gehört zu den ältesten amerikanischen Kulturpflanzenund wurde bereits in alten peruanischen Gräbern aufgefunden. Seine eigentliche Heimat liegt auf den Antillenund im Tropischen Südamerika, wo er namentlich auf Guadeloupe, Portorico, in Französisch-Guayana (Cayenne)und Brasilien kultiviert wird. Heute ist er aber im ganzen Tropengebiet verbreitet und ist stellenweise wiein Holländisch«Indien fast einheimisch geworden. Um den Farbstoffextrakt zu bekommen, werden die Samen«körner mit heissem Wasser übergössen und dann längere Zeit gründlich umgerührt. Hierauf wird die Brühegeseiht und die Flüssigkeit sich selbst überlassen, worauf der Extrakt sich auf den Boden setzt. Nachherwird das Wasser vorsichtig abgelassen. Der Rüdestand trocknet durch Verdunstung ein und wird hierauf zuKuchen oder Rollen von 50 bis 100 g Gewicht, die meist in Blätter einer Canna« oder Bananen.Art eingewickeltwerden, versandfähig gemacht. Der Farbstoff enthält das rote Bixin C28H84O5 (nach neueren UntersuchungenCssHbi O s oder C26H80O4), daneben einen im Wasser löslichen Bestandteil (Orellin), Fett, Harz und Bitterstoff.Der schöne, orangerote Farbstoff ist wenig lichtbeständig; dagegen widersteht er sehr gut der Einwirkung vonChlor, Säuren und Alkalien. Er dient zum Färben von Milchprodukten (Chesterkäse wird in England, Edamer