578
Schleimeinlagerungen, die von Neger als Transpirationsschutz gedeutet werden. Fr. Kanngiesser stellte beian der Dent de Mordes in 2200 bis 2250 m Höhe gesammelten Stämmchen von 1 bis 3,5 mm Dicke ein Altervon 18 bis 36 Jahren fest.
2. subsp. eu-Itälicum Beger (= H. penicillätum Thibaut, = H. marifölium Mill. var. Italicum f. austräteGrosser p. p.) 1 ). Fig. 2042.
5 bis 20 cm hoher, sparrig verästelter Halbstraudi mit steifen, oft schief aufrechten oder schlafferund bogig aufsteigenden, meist rötlichen, dünnen, filzigen, sehr selten kahlen Aesten. Laubblätter voneinanderentfernt stehend oder nur im unteren Teile locker dachziegelig, lineal»lanzettlich bis eilanzettlidi oder verkehrt«eiförmig, bis 2 cm lang und bis 6 mm breit, meist stumpf, sehr kurz gestielt, am Rande meist umgerollt, mitunterseits deutlich vorspringenden Mittelnerven, beidseitig grün, sehr selten ganz kahl. Blütenstand einfachoder am Grunde ästig, 6» bis 20»blütig, drüsenlos (so im Gebiet) oder i reichdrüsig. Knospen kugelig, stumpfoder zugespitzt. Kelchblätter nicht oder sehr locker filzig, aber mit abstehenden und aufrecht abstehendenlangen Haaren. Kronblätter 3 bis 6 (meist 4) mm lang. Fruchtknoten dicht büschelhaarig. Frucht auf zurück,gekrümmtem Stiele oder aufrecht auf abstehendem oder S»förmig gebogenem Stiele. — V, VI.
An sonnigen, trockenen Orten auf Hängen, steinigen Halden, in Trockenwiesen, an Felsen; von derEbene bis in die montane Stufe, nur im Gebiete der mediterranen Flora.
In Deutschland und in der Schweiz vollständig fehlend. — In Oesterreich nur in Südtirolim südlichen Etschtal zwischen Mori und Rovereto, am Gardasee bei Riva (gegen den Pönale) und bei Arco(Castellberg), in den Lessinger Bergen bei Campobrun und am Passo della Lora, im Val di Bono.
Allgemeine Verbreitung: Nord-Spanien, Süd»Frankreich, Ober» und MitteUtalien, Südtirol,Istrien, Dalmatien, Montenegro.
Die Pflanzen Südtirols gehören der f. penicillätum (Thibaut) Janchen an und zeichnen sich dortbesonders durch den Mangel an Drüsenhaaren aus. Ihre Blüten sind aber etwas grösser als bei der gewöhn«liehen Form und nähern sich dadurch der folgenden subsp. rupifragum. Uebergänge zur subsp. alpestre wurdenz. B. am Galgenbühl bei Salurn festgestellt.
3. subsp. rupifragum (Kerner) Beger (= H. alpestre C. A. Meyer, = H. marifölium Mill. var. ItälicumGrosser p. p. et H. alpestre f. rupifragum Grosser p. p.). 8 bis 18 cm hoher, dicht» bis lockerrasiger Halb«Strauch mit meist unfruchtbaren Laubblattrosetten. Blütentragende Aeste aus bogigem Grunde aufrecht, lockerfilzig, im oberen Teile oft drüsig. Laubblätter J; lanzettlich, bis 3 cm lang und 5 mm breit, meist spitz, amRande meist umgerollt oder fast flach, beiderseits grün, mit zerstreuten, anliegenden, namentlich an der Spitzepinselförmig zusammenstehenden Striegelhaaren, selten kahl. Blütenstand unverzweigt, seltener am Grundearmästig, 3« bis 15*blütig, drüsenlos oder i reichdrüsig. Knospen kugelig, stumpf oder kurz spitzig. Kelch«blätter locker oder fast nicht filzig, aber mit Striegelhaaren besetzt. Kronblätter 5 bis 9 mm lang. Fruchtknotendicht büschelhaarig. Früchte aufrecht, auf aufrechten, oder wagrecht abstehenden oder S»förmig gebogenenStielen zurückgekrümmt. — V, VI.
An steinigen Hängen, Felsen, in Trockenwiesen, vorwiegend in der collinen und montanen Stufe.
In Deutschland und der Schweiz völlig fehlend. — In Oesterreich nur in Mähren am BergKotouc bei Stramberg, in Niederösterreich am Sonnwendstein; in Steiermark auf dem Stuhleck bei Spitalam Semmeringj in Krain am Nanos bei Präwald.
Allgemeine Verbreitung! Niederösterreich, Steiermark, Karpaten« und Balkanländer, KrimjKleinasien, Armenien, Kaukasus.
Im Gebiete nur durch die durch drüsenlose oder sehr armdrüsige Aeste ausgezeichnete f. Orientale(Grosser) Janchen vertreten. In den Illyrischen Bergländern, wo die reichdrüsige f. Hercegoviniacum(Grosser) Janchen herrscht, kommen Uebergangsformen zu der subsp. eu.Italicum, sowie zu subsp. al«pestre f. melanöthrix häufig vor. Die subsp. rupifragum ist ein schwacher illyrisch«sarmatischer Neo«Endemismus, der gleich H. Canum in thermophilen Gesellschaften aufzutreten pflegt. Hayek führt diePflanze aus dem Bereiche der Karpaten von trockenen Steppenwiesen, zusammen mit Carex humilis und C.Michelii, Stipa pennata, Dianthus Carthusianorum, Potentilla arenaria, Cytisus Ratisbonensis, Euphorbiapolychroma, Nonnea lutea, Inula hirta, Scorzonera purpurea und ferner von Steilabstürzen des Biharia«Gebirges zusammen mit Avena decora, Sesleria rigida, Trisetum alpestre, Dianthus spiculifolius, Sedumglaueum, Amelanchier ovalis, Cotoneaster tomentosa, Sorbus Aria, Galium lucidum usw. an.
*) Bei Clusius heisst die Pflanze 1583 Chamaecistus serpillifolia, bei Tabernaemontanus 1590Cistus humilis serpillifolia. Bauhin beschreibt sie 1651 als Chamaecistus serpillifolia nigricante et hirsuto,flore aureo odorato, 1671 bezeichnet er sie als Chamaecistus repens serpillifolia lutea. Hall er gibt 1742folgende Diagnose: Helianthemum foliis ad caulem ovalibus, inferioribus longe ellipticis.