Helianthemum salicifolium gehört dem mediterranen Elemente an. Als Therophyt zählt die Pflanze zu jenenEphemeren, die wie Poa concinna, Draba verna, Alyssum calycinum, Cerastium semidecandrum, Hutdiinsia petraea,Clypeola Jonthlaspi, Stenophragma Thalianum, Saxifraga tridactylites usw. sonnig=warme, trockene Hänge imzeitigen Frühjahr mit ihren Blüten überziehen, mit Eintritt der Wärme aber rasch in den Fruchtzustandübertreten und dann sehr schnell und fast spurlos von der Bildfläche verschwinden. Im Wallis bilden dannvielfach Cynodon Dactylon, Tragus racemosa, Trigonella Monspeliaca, Sherardia arvensis usw. den solche Orteüberkleidenden Rasen. Im Mittelmeergebiet findet sich Helianthemum salicifolium unter sehr ähnlichen Ver.hältnissen an offenen Stellen in der Felsensteppe, auf Feinschutt.Terrassen, in der Garigue, Macchie und inanderen lockeren Strauchgesellschäften. -.Ausserdem dringen einige der südlichen Formen in die Steppen undselbst in die Wüsten ein. — Kleistogame Blüten wurden von Linne 1756 beobachtet. Eigenartig ist die Ent-wicklung von Samenkapseln von zweierlei Grösse, die aber nicht auf Kleistogamie beruht. Die kleineren Kapselnbesitzen die halbe Grösse der grossen. Beide Formen treten aber nie an demselben Exemplare auf. DerDimorphismus unterscheidet sich darin von dem der nordamerikanischen Halimium^Arten, wo beide an derselbenPflanze gemischt sind und offenbar durch die Kleistogamie bedingt werden.
1923. Helianthemum cänum (L.) Baumg. (= H. marifölium Miller non Lam. et DC., = H.vineäle Sprengel, = H. Itälicum Ten. non Pers., = H. Oeländicum Koch var. tomentösum Koch,= H. marifölium Mill. var. canum Grosser) 1 ). Graufilziges Sonnenröschen. Franz.:Heliantheme blanchätre. Taf. 184, Fig. 5; Fig. 2029, 2040a bis g und 2040A (pag. 574).
(3) 10 bis 20 (30) cm hoher, am Grunde reichlich verzweigter, locker verzweigterHalbstrauch mit kräftiger, tiefgehender Pfahlwurzel. Blütentragende Aeste aufrecht oder auf*steigend, locker oder
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verschmälert, seltenfast alle sitzendund halbstengelum=fassend, oberseitsgrünlich bis grau»oder weissfilzig,
unterseits stets weissfilzig, am Rande und auf den Flächen meist angedrückt langhaarig, mit auf
') Die Pflanze heisst bei Clusius 1585 Chamaecistus folio cano, bei Tabernaemontanus 1590Cistus humilis latifolia und angustifolia, bei Bauhin 1651 Chamaecistus foliis myrti tarentinae canis velcinereis oder Helianthemum alpinum folio Pilosellae minoris Fuchsii. Haller beschreibt sie 1742 mit denWorten i Helianthemum foliis ad terram congestis, superne pilosis, inferne tomentosis.
Hegi, Flora. V, 239
Fig. 2040. Helianthemum canum (L.) Baumg. a Habitus (Annäherungsform an das nordische H.Oeländicum |L.J Willd. von Karlstadt in Unteriranken), b Habitus im Winter, c Blüte, d Kelch, e Kron-blatt. /Fruchtknoten mit dem S-förmig gedrehten Griffel, g Junge Frucht. — H. nummularium(L.) Miller subsp. ovatum (Viv.) Schinz et Thellung. h Habitus. — Fumana sp. /' und k Laubblättermit Nebenblättern. I Stengelausschnitt.