Auf Matten der Gebirge in der alpinen und oberen subalpinen Stufe, selten tiefer, bisweilen längsder Alpenflüsse herabgeschwemmt, so im Isarkies bei Lenggries und Tölz.
In Deutschland nur in den Bayerischen Alpen (von etwa 1400m an aufwärts). — In Oester»reich in Mähren im Grossen Kessel im Gesenke; häufig in Tirol, Kärnten und Kram, seltener in Steiermark(Grieseralp bei Stadl unweit Murau, Karnerboden bei Turradi, Raducha bei Sulzbach, Ojstrica [Saaner Alpen]).In Salzburg, Nieder» und Oberösterreich noch nicht nachgewiesen. — In der Schweiz in den Alpen verbreitet,im Jura selten (Marchairuz, Chasseral, Pieterlen usw.).
Allgemeine Verbreitung: Apenninen, Alpen, Sudeten, Karpaten, Hochgebirge des Balkans;
Kaukasus.
Die namentlich in den östlicheren Alpen auftretende Form mit grossen Blüten und 14 bis 25 mmlangen und 10 bis 15 mm breiten Laubblättern wird als f. eu.grandiflörum (Grosser), die den Westalpeneigene Form mit kleineren Blüten und kleineren, eiförmig»lanzettlichen, oberseits, am Rande und unterseitsauf dem Mittelnerv behaarten Laubblättern als f. Cenisi'acumGrosser bezeichnet. Letztere in der Schweiz auf der Gemmi,bei Zermatt, im Rappental und am Piz Padella. — Durchorangefarbene Kronblätter von der f. eu.grandiflorum abweichendist subf. aurantxacum (v. Tavel et Rytz). So im Berner Ober»land bei Kandersteg im Oeschinental, 1860 m. — Die Unterartgrandiflorum stellt zusammen mit der subsp. glabrum das alpineHöhenglied der subsp. ovatum dar und ist sowohl mit dieser,als auch mit der subsp. glabrum durch nicht=hybride Uebergangs»formen verbunden, jedoch von beiden nach Janchen nicht nurmorphologisch gut zu unterscheiden, sondern auch geographischgetrennt, indem sie sich von subsp. ovatum vertikal, von subsp.glabrum horizontal abgliedert.
5. subsp. glabrum (Koch) Wilczek (= H. nitidumClementi, = H. Chamaecistus Miller subsp. barbätum var.serpyllifölium Grosser). Fig. 2056 d bis g.
Steht der subsp. grandiflorum nahe, unterscheidetsich aber von ihr durch die kahlen oder fast kahlen Laubblätter(Fig. 2056 e). Wuchs meist niederliegend, seltener aufsteigendoder aufrecht, 7 bis 25 cm hoch. Laubblatter lanzettlich bisverkehrt» eiförmig»rundli(h, 10 bis 25 mm lang und 2 bis 10 mmbreit, 1 V>» bis 4»mal so lang als breit, am Rande flach oder kaumzurückgerollt, kahl oder am Rande und am Mittelnerven gewimpert, selten auch auf der Fläche mit vereinzelten HaarenBlüten grösser und weniger zahlreich als bei der subsp. ovatumInnere Kelchblätter 7 bis 10 mm lang, zwischen den Nerven kahlselten auf den Nerven sehr fein flaumig, ohne oder mit zerstreutenlangen, bis 5 mm langen Büschelhaaren (Fig. 2056 f und g). Krön»blätter 10 bis 15 mm lang. — VII und VIII.
Auf steinigen Matten, in Trockenrasen, in Zwergstrauch,heiden, im Legföhrengebüsch und auf Schutthängen der subalpinen und alpinen Stufe, bisweilen herabgeschwemmt.
In Deutschland nur in den Bayerischen Alpen am Sonntagshorn, auf der Reiteralpe, dem SteinernenMeer, Trischübel, sowie im Isartal bei München. — In Oesterreich in Salzburg, Ober, und Niederöster»reich zerstreut, in Nordtirol bei Gaklerin im Sondestal, bei Gschnitz, am Hinterkaiser bei Kufstein und amLämmerbühel bei Kitzbühel, in Südtirol fehlend; in Steiermark häufig; in Krain an der Cerna prst. — In derSchweiz in Graubünden bei St. Peter (Schanfigg) und im Wallis bei Chameson gegen Ardon und bei Raron.
Allgemeine Verbreitung: Apenninen, Alpen, Illyrisch.balkanische Hochgebirge, Karpaten;
Kaukasus.
Nach der Färbung der Laubblätter lassen sich 2 Formen unterscheiden: f. gläbrum (Koch), Laub»blätter grasgrün oder gelblichgrün, meist breit. Hierher im Gebiete alle Pflanzen vom Schanfigg ostwärts.— f. glauc£scens (Grosser). Laubblätter i dunkel» oder blaugrün, meist schmal. Zerfällt in: subf.vel u tis e p a 1 um (Wilzc.). Kelchblätter filzig (so bei Chameson). subf. Hercegovinum (Beck). Kelchkurz.flaumig befilzt, längere Haare auf den Nerven vorhanden oder fehlend (so bei Raron). — Die f. glaucescensbesitzt nach Janchen ihre Hauptverbreitung in den Illyrischen Hochgebirgen. Aus den österreichischenAlpenländern von Tirol bis Krain ist sie noch nicht bekannt.
Fig. 2035. Helianthemum nummularium (L.)Miller subsp. grandiflorum (Lam. et DG.) Schinzet Thellung. a Habitus, b Blütendiag amm (nachMarktanner).