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86. Fam. Cistäceae. Zistrosengewächse.
Sträucher, Halbsträucher, Stauden und einjährige Kräuter mit gegenständigen, seltenerwechselständigen, ganzrandigen Laubblättern. Nebenblätter vorhanden (Fig. 2036 e) oder fehlend.Behaarung aus einfachen, einzelligen Haaren, aus stets mehrzelligen Drüsenhaaren und aus Büschel«haaren (Fig. 2031 i), seltener aus echten Stern» und Filzhaaren bestehend. Blutenstände zymös, reich»oder armblütig (selten die Blüten scheinbar einzeln), traubenähnliche Wickel. Blüten strahlig(Fig. 2026i), zwitterig. Kelchblätter 5, frei, 3 innere und 2 abweichend gestaltete, meist kleinereäussere. Kronblätter 5, frei, von roter, weisser oder gelber Farbe, in der Knospenlage gedreht.Staubblätter zahlreich, selten nur wenige, meist alle fruchtbar, seltener die äusseren unfruchtbar undohne Staubbeutel; Staubfäden meist reizbar. Fruchtknoten oberständig, aus 5 oder 3 Fruchtblätterngebildet, 1 »fächerig oder durch die vorspringenden Plazenten (unvollständig) mehrfächerig, mit ein»fächern, geradem oder gekrümmtem Griffel (Fig. 2041 d) oder auch mit sitzender Narbe. Samen»anlagen zahlreich bis nur 6, an leistenartigen, die Fruchtblattmitte einnehmenden Plazenten, mitmeist langem Nabelstrang, orthotrop, seltener anatrop. Kapsel lederig oder holzig (Fig. 2028 g, h),an den Fruchtblatträndern meist bis zum Grunde aufspringend, seltener die Fruchtblätter nuran der Spitze voneinander und gleichzeitig von den eng aneinander schliessenden Samenleistensich lösend. Samen rundlich oder polyedrisch, glatt oder fein warzig, mit stärkereichem Nähr»gewebe. Embryo meist stark gekrümmt, spiralig (Fig. 2043), kreisförmig, hufeisenförmig,U»förmig oder S=förmig, mit flachen oder halbstielrunden Keimblättern.
Die Familie umfasst rund 160 Arten, von denen der weitaus grösste Teil auf der nördlichen Halb,kugel und zudem im Mittelmeergebiet heimisch ist. Nur etwa 30 Arten finden sich in Nordamerika, 3 auchCistus Cistus auf der südlichen
\\ Halbkugel der Neuen
X Halimium We)t ^ ^ ^
Tuberaria Wertung einzelner ge.
meinschaftlicher Merk«male werden meist 7F u m a n a oder 4 Gattungen
Fig. 2025 a. Mutmassliche Abstammung der altweltlichen Cistaceen-Gattungen (nach fc. Janchen). unterschieden. Im letz»
teren Falle findet eine
Erweiterung der Gattung Heliänthemum L. statt, indem die Gattungen Halimium 1 ) (Dunal) Willk.,Tuberaria (Dunal) Spach und Fumäna (Dunal) Spach als Sektionen zu ihr gezogen werden. Janchen')(Die systematische Gliederung der Gattung Fumana, in Oesterreichische Botan. Zeitschrift, 1920) macht aberdarauf aufmerksam, dass eine solche Zusammenziehung der vermutlichen phylogenetischen Ableitung wider»spricht. Enger verwandt dürften nur Heliänthemum und Fumana sein, deren gemeinsamer Urtypus sichfrühzeitig abspaltete und durchweg fertile Staubblätter und zahlreiche orthotrope Samenanlagen besass. DieGattungen Halimium und Tuberaria dürften sich erst später aus dem Cistus-Stamm entwickelt haben (Fig. 2025 a).Von der Familie besitzt rein mediterrane Verbreitung die Gattung Cistus, rein amerikanische die GattungenHudsönia 8 ) L. und I.echea') L. Von der Gattung Halimium (Dunal) Willk. tritt die durch Spartium»artigen Wuchs ausgezeichnete Sektion Spartiöides Grosser mit 3 Arten im pazifischen Amerika von Mittel»Kalifornien bis zu den chilenischen Kordilleren und die durch den gleichzeitigen Besitz chasmo» und kleistogamerBlüten ausgezeichnete Sektion Lecheöides Dunal (sub Heliänthemum) mit 15 Arten vom AtlantischenNordamerika und namentlich dem mittelamerikanischen Xerophytengebiet bis Chile (mit H. hirsutissimum[C. Presl] Gross.) und Brasilien und Argentinien (mit H. Brasili^nse [Lam.] Gross.) auf. Die SektionEuhalimium Gross, mit 7 Arten ist vorwiegend westmediterran und erreicht mit H. halimifölium (L.)
l ) Vom griech. äh/ios [alimos] = Atriplex halimus; wegen der Aehnlichkeit in Form und Farbeder Laubblätter.
f ) Herrn Oberinspektor Dr. Erwin Janchen in Wien verdankt der Herausgeber wertvolle Beiträgezu dieser Bearbeitung.
*) Benannt nach William Hudson, geb. 1730 in Kendal (Westmoreland), gest. 1793 in London,Apotheker und Verfasser einer Flora anglica.
4 ) Benannt nach Johann Leche, 1704 bis 1764, Professor der Medizin in Abo.
Heliänthemum