Willk. et Lge. noch die Ostküste Süditaliens. H. umbellätum Mill. dringt nordwärts bis zur Seine vor und besitztandererseits versprengte Siedelungen im Taygetosgebirge auf Mores und in der subalpinen Stufe des Libanon. DieGattungen Helianthemum, Tuberäria und Fumäna besitzen eine europäisch»mediterran» westasiatische Ver»breitung. — Die Cistaceen sind vorwiegend Bewohner trockener, sonniger Orte der tieferen Lagen in wärmerenGebieten und hauptsächlich kleine Sträucher und I lalbsträucher, seltener mehrjährige Stauden oder l»jährige,bisweilen ephemere Kräuter. In der Gattung Helianthemum finden sich, mit Ausnahme des therophytischenH. salicifölium, nur Chamaephyten. Die meisten Arten sind ausgesprochen xeromorph gebaut und zeichnensich durch Reduktion der Laubblattflächen, durch umgerollte Spreitenränder (Fig. 2031 h) durch ätherische Oele,durch Bewehrung (Dornen), durch frühzeitigen Blattfall (vor Eintritt der grössten Hitze), zum Teil durch immergrüneLaubblätter, Korkbildungen, knollige Rhizome, teilweise auch durch eine sehr kurze Vegetationsdauer oderdurch Kleistogamie aus. — Die anatomische Struktur weist nach Solereder wenig Eigentümlichkeiten auf.In der Rinde können bisweilen kleine Bastzellgruppen oder auch nur einzeln liegende Bastzellen erscheinen.Das Holz ist sehr einheitlich gebaut; nur das primäre Holz zeigt einfach getüpfelte, englumige Gefässe, die inradial geordneten Reihen angeordnet sind. Das starkwandige Holzprosenchym besitzt Hoftüpfel von schwankenderGrösse; die Markstrahlen sind schwach entwickelt und meist nur einreihig. Innere Sekretelemente fehlen.Die Behaarung bietet einen grossen Reichtum an Deck« und Drüsenhaaren. Erstere sind 1 »zellig, dickwandigund häufig zu Stern. oder pinselartigen Büschelhaaren, selten zu Schildhaaren vereinigt, letztere stets nur auseiner Zellreihe gebildet, im übrigen aber sehr mannigfaltig gestaltet: bald kugelig.elliptisch und wenigzellig,bald langgezogen.schlauch förmig. Die Blüten besitzen in der Regel neben 3 grösseren inneren Kelchblättern2 kleinere äussere, die sich aber der Drehung in der Knospenlage nicht anschliessen. Sie sind daher bisweilenals Vorblätter gedeutet worden, wogegen aber die Anwesenheit echter Vorblätter spricht. Auch erreichen siebei manchen Cistus.Arten dieselbe Grösse wie die inneren Kelchblätter. Sind sie kleiner, so treten von den5 Kronblättern 3 in deren Lücken, während die übrigen 2 sich entsprechend dem noch vorhandenen Platzevor die beiden äusseren stellen. Bisweilen fehlen die äusseren Kelchblätter auch ganz. Die gegen Einwirkungvon Reizen dh deutlich empfindlichen Staubblätter entwickeln sich auf einer zwischen dem Fruchtknoten unddem Kelche sich einschiebenden Wachstumszone in unbestimmter Zahl, aber in basipetaler Reihenfolge, d. k.die am weitesten nach aussen stehenden sind die jüngsten (Fig. 2027 k). Die Blüten sind in der Regel entomophil,homogam oder schwach proterogyn, besitzen nur kurze Lebensdauer und entfalten ihre meist bunt gefärbtenKronblätter oft nur wenige Stunden. Als Lockmittel dient ferner der reichlich vorhandene Pollen. ZurEmbryologie vgl. A. Chiarungi (R. Accad. Vaz. dei Linnei. Bd. 33, 1924). Das regelmässige Auftreten vonkleistogamen Blüten in der Sektion Lechioides der Gattung Halimium wurde bereits oben angedeutet. DieseBlüten sind kleiner als die chasmogamen und erscheinen später im Jahre. Auch bei Arten der altweltlichenWüstengebiete sind solche Blüten öfters beobachtet worden; in Mitteleuropa dagegen sind sie selten. DieWände der lederartigen oder holzigen Kapseln sind mitunter verschleimt. An wichtigen Stoffen treten in derFamilie ferner Harze, ätherische Oele, Glykoside und Gerbstoffe auf, die als Heil» und Räuchermittel verwertetwerden, aber keine allzu bedeutende Rolle spielen. Hinsichtlich ihrer Verwandtschaft schliessen sich die Cistaceeneng an die Bixaceen an, von denen sie sich durch ihre orthotropen Samen und das vielgliederige Androeceumunterscheiden. Beide Familien werden als Unterreihe der Cistineae zusammengefasst. Von den Violaceensind sie ebenfalls durch die orthotropen Samenanlagen, sowie durch die gedrehte Knospenlage getrennt. Auchzu den Flacourtiaceen und Tamaricaceen bestehen nähere Beziehungen (vgl. Bd. IV/3, Fig. 1608). Fossile Restesind durch Cistus.artige Früchte aus dem niederrheinischen Miocän und durch eine Kapselfrucht aus demBernstein (als Cistinocärpus Conw. beschrieben) aufgefunden worden. Letztere gehört aber möglicherweisezu den Violaceen.
1. Sträucher mit gegenständigen, nebenblattlosen Laubblättern. Blüten gross. Kronblätter rot oderweiss (getrocknet oft gelblich). Aeussere Kelchblätter fast so gross oder grösser als die inneren. Fruchtknoten5.blätterig (Fig. 2026i). Kapsel aufrecht Cistus CCCCLXXV.
1*. Halbsträucher oder ! »jährige Kräuter. Kronblätter gelb, selten weiss oder andersfarbig. Aeussere Kelch»blätter kleiner als die inneren. Fruchtknoten 3=blätterig (Fig. 2045 fi bis fs). Kapseln hängend, seltener aufrecht 2.
2. Halbsträucher. Aeussere Staubblätter ohne Staubbeutel, kürzer und dünner als die inneren,perlschnurartig gegliedert. Laubblätter (bei unseren Arten) wechselständig, nadeiförmig. F u m a n a CCCCLXXVIII.
2*. Halbsträucher oder 1 »jährige Kräuter. Sämtliche Staubblätter fruchtbar. Laubblätter (mindestensdie unteren) stets gegenständig, niemals nadeiförmig 3.
3. Einjähriges Kraut. Laubblätter ungestielt, von 3 getrennten Längsnerven durchzogen. Blütenstandohne Vorblätter. Narbe sitzend Tuberaria CCCCLXXVI.
3*. Halbsträucher, seltener 1 »jähriges Kraut. Laubblätter (mindestens die unteren) gestielt, fiedernervig.Blütenstand mit Vorblättern durchsetzt. Narbe deutlich entwickelt, wenn auch bisweilen sehr kurz .... Helianthemum CCCCLXXVII.